Landrat Andreas Meier wehrte sich gegen den Vorwurf, der Landkreis sei ein Negativbeispiel für Flächenversiegelung. Flächenverbrauch sei nicht gleichbedeutend mit Zubetonieren, sagte er. Und er gab zu bedenken, dass der Landkreis dünn besiedelt sei und einen gewissen Nachholbedarf habe.
Mit PIKs Punkte machen
Reinhold Witt, der neue Leiter des Weidener Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erläuterte den Bürgermeistern aus dem Landkreis die Möglichkeiten, über sogenannte produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK) Punkte zu machen.
Mit dem sperrigen Begriff aus der Bayerischen Kompensationsverordnung sind solche Ausgleichsmaßnahmen gemeint, die unmittelbar Teil der land- oder forstwirtschaftlichen Produktion sind. Langfristige Maßnahmen also, die umzusetzen deutlich schwieriger sei als einfach ein Biotop zu kaufen und zu pflegen, sagte Witt. Der Vorteil sei, dass diese PIKs den Wert von bewirtschafteten Flächen aus Sicht des Naturschutzes erhöhten, ohne dass die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung aufgegeben werden müsse. Somit gingen keine landwirtschaftlichen Flächen verloren. Für die Landwirte ergäben sich gleichzeitig neue Chancen; so könne ein Betrieb zum Beispiel am Ökokonto einer Gemeinde mitwirken. Dasselbe sei im Wald möglich, etwa durch die Förderung seltener Baumarten oder durch ein generelles Nichteingreifen in Waldgebieten (Stichwort Totholz). PIKs im Wald erforderten eine besonders frühzeitige Abstimmung zwischen den Waldbesitzern, den Naturschutz- und Forstbehörden. Diese Kompensationsmaßnahmen seien sicher nicht einfach, sagte Witt, aber sie seien möglich und sinnvoll.
Ein weiteres Thema war das Management von Hochwasser- und Starkregen-Ereignissen. Alois Fischer und Johannes Pausch vom Wasserwirtschaftsamt Weiden suchten den Bürgermeistern die Bedeutung einer rechtzeitigen Aufstellung von Aktionsplänen deutlich zu machen. Dadurch seien lokale Risiken besser einzuschätzen, bestehende zu reduzieren und neue zu verhindern.
Förderprogramm Sturzflut
Pausch sagte, es werde bereits eine Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt, ein Fortschritt sei „deutlich zu erkennen“. In Bezug auf die jederzeit möglichen Starkregen legte Pausch den Bürgermeistern das Sonderförderprogramm „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ ans Herz, das die Stadt Weiden bereits nutzt.
Tennet: Landkreis besteht auf Forderungen
Landrat Andreas Meier machte vor den versammelten Bürgermeistern deutlich, dass der Landkreis auf seinen Forderungen an die Tennet in Bezug auf den Korridor für die Verlegung der unterirdischen Hochspannungs-Gleichstromübertragungsleitung (HGÜ) im Abschnitt C zwischen Hof und Pfreimd bestehe. Dabei geht es um die Bündelung der Leitungen am Rand der A 93 („Wo man eine Autobahn bauen kann, kann man doch auch Kabel verlegen“) und um den Einsatz neuester Kabeltechnik. Mit den kürzlich vorgelegten Plänen sei man noch nicht zufrieden, sagte Meier. (eig)












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