07.05.2019 - 16:49 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Ringen um Lösung für das Berufliche Schulzentrum in Neustadt/N

Wie kann das Staatliche Berufliche Schulzentrum auf dem Felixberg gesichert werden? Hinter den Kulissen ringen die Beteiligten zurzeit um eine Lösung. Hilfe kommt offenbar aus Weiden.

Sollten die Prognosen der Regierung Realität werden, würde das Staatliche Berufliche Schulzentrum auf dem Neustädter Felixberg seine Eigenständigkeit verlieren. Um dies jedoch zu verhindern, wird emsig an einem neuen Konzept gebastelt.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Ins Rollen gebracht hat die Aktivitäten die Regierung der Oberpfalz. Sie sieht Anzeichen dafür, dass die Schülerprognosen für die an der Bildungsstätte angesiedelten Fachrichtungen auf einen künftigen Schülerrückgang hindeuten. Die Folge: Das BSZ würde mittel- bis langfristig seine Eigenständigkeit verlieren. Dies hat die Bezirksbehörde dem Landkreis Neustadt als Sachaufwandsträger der Berufsschule mitgeteilt.

Laut Regierungssprecher Markus Roth befindet sich die Regierung derzeit in Gesprächen mit dem Landratsamt und der Stadt Weiden. "Wir wirken beratend mit, eine zukunftsfähige gemeinsame Lösung in der Region zu finden", erklärt Roth. Ziel sei es, die Schule für die Zukunft so aufzustellen, dass bestehende eigenständige Strukturen erhalten bleiben könnten. Unterstützung könnte von der Europa-Berufsschule Weiden kommen. Daher sieht Regensburg die Max-Reger-Stadt auch als "Kooperationspartner für eine gemeinsame Lösung". Pressesprecher Roth bestätigt, dass derzeit mehrere Varianten diskutiert würden, die letztendlich aber erst von den politischen Gremien, also dem Kreistag und dem Weidener Stadtrat, beschlossen werden müssten. "Die Entscheidung, welche Varianten zum Zug kommen, liegen also letztendlich bei diesen beiden Gremien", erklärt Roth.

Dies bestätigt auch Landrat Andreas Meier. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß stehe er mit der Regierung in engem Kontakt, um eine bestmögliche, eventuell auch gemeinsame Lösung zu finden. Eine abschließende Entscheidung gebe es aber noch nicht.

Meier verweist auf ein weiteres Gespräch in den nächsten Tagen mit der Regierung. Dann würden die politischen Gremien über die zukünftigen Strukturen zu entscheiden haben. Alle diskutierten Varianten hätte vorrangig ein Ziel, nämlich alle bisherigen Ausbildungsangebote und Fachrichtungen für die Schüler in der Region zu erhalten. Genauso wie die Regierung sagt auch der Landrat nichts darüber, wie diese neuen Strukturen konkret aussehen sollen.

Es läuft wohl darauf hinaus, dass das BSZ Neustadt der Berufsschule Weiden angegliedert werden soll. Diese zählt mit 3500 Schülern und 200 Lehrkräften schon jetzt zu den großen in Bayern. Es wäre denkbar, dass eine Abteilung nach Neustadt verlagert wird, was die chronischen Raumnöte in Weiden lindern würde. Gut zu Neustadt würde der Gesundheitsbereich passen, unter anderem mit den Arzthelferinnen-Azubis.

Allerdings ist das BSZ mit rund 500 Schülern noch ziemlich voll. Bis der prognostizierte Schülerrückgang eintritt, könnten diese neuen Klassen vorübergehend ausgelagert werden.

Wunsch des Landrats ist es, dass auch die Schulleiterstelle im BSZ erhalten bleibt. Oberstudiendirektor Anton Dobmayer (63) geht im August in den Ruhestand. Sein Posten ist noch nicht ausgeschrieben. Der Neustädter lenkt seit zehn Jahren die Geschicke des BSZ, vorher war er schon 20 Jahre Stellvertreter.

Breites Bildungsangebot:

Das BSZ Neustadt gibt es schon deutlich länger als ein halbes Jahrhundert. Es beinhaltet die Staatlichen Berufsfachschulen für Kinderpflege, Ernährung und Versorgung sowie Sozialpflege. Seit 2013 gehört auch die Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik (FakS) dazu. Allein sie zählt heuer 88 Studierende. Außerdem unterrichtet das BSZ 26 Vollzeitschüler im Grundschuljahr Agrarwirtschaft. 54 Teilzeitschüler in der Landwirtschaft, 32 Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis und eine Berufsintegrationsklasse (Flüchtlinge). Insgesamt kümmern sich gut 50 Lehrer um die 500 Schüler.

Seit der Einführung der FakS vor sechs Jahren sind die Schülerzahlen am BSZ noch relativ stabil. 2010 waren es 503 Schüler, genauso viel wie heuer. 2013 waren es 404, 2015 immerhin 495 und 2016 gar 552. 2017 sank die Zahl wieder auf 507.

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