In der Jahreshauptversammlung im Scheidlerhof ruhten nicht nur die Blicke auf Monika Kick (19) und Julia Bergler (20). Mit den beiden Frauen verbinden die Verantwortlichen der Dorfhelferinnen-Station die Hoffnung auf ein Anknüpfen an die vielgelobte Arbeit der zurückliegenden Jahre.
Der Vorsitzende Alois Weig schilderte die Überlegungen der vergangenen zwei Jahre, in denen auch die Schließung der Station im Raum stand. Denn die einzige verbliebene Dorfhelferin Christine Kellner, ein Urgestein der Station, die seit 1987 dort Dienst tut, konnte den Betrieb auf Dauer nicht aufrechterhalten. Und Nachwuchs war nicht in Sicht. Aus diesem Grund ließ man die Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr ausfallen, wie Weig sagte, denn es gab schlicht nichts zu berichten. Und dann war da plötzlich die 19-jährige Monika Kick, Tochter eines Parksteiner Landwirts, die als Jugendliche selbst den Einsatz einer Dorfhelferin im Betrieb der Eltern erlebt hat und sich zu dem Beruf hingezogen fühlte. Die junge Frau hat offenbar ihren Traumberuf gefunden, wie sie es selbst beschreibt. Und nicht nur das, sie hat auch noch ihre Freundin Julia Bergler aus Etzenricht angesteckt, die keinen landwirtschaftlichen Hintergrund hat, der die Ausbildung aber wie Kick einen „Riesenspaß“ macht. Im Juli kommenden Jahres werden beide ihre Ausbildung beenden und stehen dann der erfahrenen Christine Kellner zur Seite.
Für die Verantwortlichen ist damit Weigs Worten zufolge klar, dass man die finanziell gut aufgestellte Station weiterführen will. Dies auch, da man sich weiterhin der Unterstützung des Landkreises sicher sei wie auch der verschiedener Institutionen wie der Regionalbanken. „Wenn wir zusammenhelfen, dann schaffen wir das. Es geht ja um Familien in Not“, sagte Weig, der wie Kellner schon seit 30 Jahren für die Station arbeitet.
Angebot stark nachgefragt
Dass der Bedarf nicht nur vorhanden, sondern sehr groß ist, machten gleichermaßen der Geschäftsführer des Maschinenrings, Wolfgang Härtl, und der Geschäftsführer der Dorfhelferinnen-Station, Hans Winter, deutlich. Der Maschinenring ist für die Einsatzleitung der Station zuständig; durch die Verstärkung in der Person der beiden Auszubildenden sieht Härtl eigenem Bekunden nach viel Potential in einem Arbeitsbereich, der stark nachgefragt sei. Der Maschinenring hat heuer seinerseits einen Familienservice mit zwei Hauswirtschaftsmeisterinnen und zwei Reinigungskräften eingerichtet, die bereits mehr als 1500 Stunden im Einsatz waren.
Einsatzbegleitung gesucht
Was der Dorfhelferinnen-Station im Landkreis derzeit noch fehlt, ist eine kompetente Einsatzbegleitung, ein Ansprechpartner im Hintergrund, der die Einsatzkräfte auffängt, wenn deren Kräfte einmal zu Ende gehen. Wie wichtig eine solche Einsatzbegleitung ist, schilderte die Landesgeschäftsführerin der Katholische Dorfhelferinnen & Betriebshelfer in Bayern GmbH (KDBH GmbH), der gemeinnützigen Organisation hinter den Stationen vor Ort, Johanna Hell. Ehrenamtliche Einsatzbegleiter gibt es bereits in ganz Bayern, der Landkreis Neustadt/WN gehört zu den wenigen weißen Flecken, in denen sich noch niemand für das Amt gefunden hat. Die Einsätze der Dorfhelferinnen und Betriebshelfer werden laut Hell immer belastender; um einem Burn-out oder ähnlichem vorzubeugen, brauche es eine Einsatzbegleitung an der Seite der Frauen und Männer vor Ort.













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