06.04.2021 - 16:26 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Schuhgeschäfte ziehen Bilanz: Kinderschuhe und Sneakers gefragt

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Seit 1. April dürfen Schuhgeschäfte wieder regulär öffnen. Dies entschied der bayerische Verwaltungsgerichtshof. Kunden und Geschäftsinhaber im Landkreis Neustadt/WN und Weiden sind erleichtert.

Seit 1. April dürfen Schuhgeschäfte wieder öffnen. Vor allem Kinderschuhe werden in den erste Tagen nachgefragt. Darüber sind sich die Schuhhändler in der Region einig.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Michaela Lohner vom Schuhhaus Gross in Eschenbach hat aus den Medien erfahren, dass sie ihren Laden ab 1. April wieder öffnen darf. "Zunächst habe ich gedacht, dass ist ein Aprilscherz", gibt sie zu. Erst als ihr eine Kundin die Information per Whatsapp zukommen lässt, kann sie die guten Neuigkeiten glauben. "Die Ware war zwar zu 90 Prozent da, aber ich bin von der Entscheidung schon ein bisschen überrollt worden", sagt sie. Das hätte man vorher besser kommunizieren müssen, findet sie. Dennoch ist Lohner froh über die schnelle Öffnung.

Zu ihren ersten Kunden zählen Familien mit Kindern. Während der Nachwuchs dringend neues Schuhwerk braucht, weil das Alte zu klein geworden ist, schauen sich die Erwachsenen bei Sneakers und Turnschuhen um. "Niemand kauft momentan etwas Elegantes, sondern nur Schuhe, mit denen man auch spazieren gehen kann", weiß die Fachfrau.

Raus aus den Winterstiefeln

Große Erleichterung gibt es auch in Floß. "Die Leute freuen sich, dass sie wieder bei uns einkaufen dürfen", sagt Doris Ermer, Inhaberin des Schuhgeschäfts Riebl. Vor allem Mütter mit Kindern haben in den ersten Tagen die Gelegenheit genutzt, um für ihre Sprößlinge die passenden Schuhe zu kaufen. "Jetzt gerade war eine Frau mit einem einjährigen Kind und einem im Kindergartenalter da", erzählt Ermer. "Das Frühjahr kommt und alle wollen aus den Winterstiefeln raus."

Probleme mit dem Einlass habe es nicht gegeben. "Wir dürfen nur drei Personen gleichzeitig reinlassen", informiert Doris Ermer. Doch die Kunden hätten vor der Türe gewartet, bis sie an der Reihe waren. Auch Click & Collect sei gut angenommen worden.

Sehr zufrieden mit Entscheidung

"Wir sind aktuell sehr zufrieden mit der Situation", sagt Dieter Weiß vom gleichnamigen Schuhhaus, das Filialen in Weiden, Neustadt und Pressath betreibt. "Die Leute sind glücklich, unsere Mitarbeiter sind glücklich", freut er sich. "Wir hoffen, dass es auch so bleibt." Auch er kann bestätigen, dass vor allem Familie das Angebot gerne annehmen, Schuhe wieder vor Ort kaufen zu können. "Leute mit Kindern unter drei Jahren durften ja bis jetzt auch schon rein. Aber es ist, wenn eine Mutter zwei Kinder hat? Sie konnte das ältere Kind ja nicht draußen an einem Baum anbinden", gibt er zu bedenken.

Die Öffnung der Schuhläden war seiner Meinung nach ein wichtiger Schritt. "Denn wir brauchen eine Perspektive", betont er. Der Einzelhandel ist seiner Meinung nach nicht der Treiber der Pandemie. "Sonst wäre die Zahlen in den vielen Wochen der Schließung runtergegangen", sagt er. Auf die Öffnung von heute auf morgen seien seine Geschäfte vorbereitet gewesen. "Wir haben die Winterware rechtzeitig weggeräumt und auf Sommer umgestellt", erzählt er.

Um den Einlass reibungslos zu gewährleisten, gibt es für jeden Kunden an Tür entweder einen Schuhlöffel oder ein Körbchen. So könne genau überprüft werden, ob die Mindestanzahl eingehalten werden kann.

Angebot kommt an

Auch in Vohenstrauß ist die Freude groß. "Ich habe eigentlich gar keine Zeit, um zu telefonieren", sagt Susanna Munzert vom Schuhhaus Walter. "Gerade ist eine Familie wegen Kinderschuhen da", erzählt sie. Vor allem bei den Kleinen sei der Bedarf nach Schuhen groß, da die Schuhe aus dem vergangenen Frühjahr oft nicht mehr passen. Seit der Laden wieder geöffnet ist, hat Munzert gut zu tun. "Ich bin nur noch am Bedienen", sagt sie. Zeit um zwischendrin mal durchzuschnaufen gibt es nicht. Doch das stört sie nicht: "Wir sind alle froh, dass wir wieder öffnen dürfen."

Entscheidung des bayerischen Verwaltungsgerichtshofs

  • Seit 1. April dürfen die Schuhgeschäfte in Bayern wieder regulär öffnen, auch wenn die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegt.
  • Dies hat der bayerische Verwaltungsgerichtshof so entschieden.
  • Vorangegangen war eine Klage einer Schuhhändlerkette aus dem oberfränkischen Scheßlitz.
  • Anprobieren sei bei Schuhen wichtig, vor allem bei Kinderschuhen, hatte der Kläger argumentiert.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.