13.03.2020 - 14:55 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Schulterschluss der Mediziner im Kampf gegen Corona

Bereits im Februar bildeten die Rettungsdienste der Region einen Krisenstab. Auf Einladung der Ärztlichen Leiterin Dr. Gudrun Graf kam in Neustadt eine Expertengruppe zusammen, um das richtige Vorgehen zu diskutieren.

Im Neustädter Rotkreuzhaus trifft sich eine Expertenrunde, um Ausbreitung, Folgen und Bekämpfung des Coronavirus zu diskutieren.
von Benedikt GrimmProfil

Der Krisenstab besteht aus den Kreisverwaltungsbehörden, den zuständigen Gesundheitsämtern, dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz (ZRF) und der Integrierten Leitstelle (ILS). Die Koordinierungsgruppe trifft sich derzeit zweimal wöchentlich.

„Absolute Priorität aller Maßnahmen hat die Gesundheit und die Fürsorge um unsere Bevölkerung. Es gilt Panikmache zu vermeiden. Dazu ist intensive Information aller in der Notfallmedizin beteiligten Mediziner erforderlich“, unterstreicht Graf. Mit von der Partie bei diesem Treffen waren seitens des Roten Kreuzes Chefarzt Gerhard Wührl und die Hygienespezialistin Anke Priebe sowie vom Synlab-Labor Ärztlicher Leiter Dr. Richard Mauerer und sein Chef-Mikrobiologe Dr. Christian Aepinus. Für das Klinikum nahmen der Chefarzt der Anästhesie Dr. Jürgen Altmeppen sowie der Infektiologe Dr. Werner Heinz teil, ferner der Ärztliche Leiter des Gesundheitsamts Weiden, Dr. Thomas Holtmeier, sowie der Sprecher der Apotheken im Landkreis Neustadt/WN, Martin Wolf.

In einer regen Diskussion beantworteten die Experten Fragen zu Diagnostik und Therapie einer Coronavirus-Infektion genauso, wie zur Epidemiologie und zur Prognose der Epidemie. Durch die Vernetzung der Mediziner kann im Ernstfall schnell und kompetent zusammengearbeitet werden. Der Kreisgeschäftsführer des BRK Weiden, Sandro Galitzdörfer, fasste zusammen: „Wir können die Corona-Epidemie nicht verhindern, aber wir können die Ausbreitung verlangsamen. Gemeinsam schaffen wir das.“

Auch große Unternehmen reagieren. Die BHS Corrugated startete am Donnerstag für 400 Verwaltungskräfte am Standort Weiherhammer einen Testlauf für die Arbeit im Home Office. Am Freitag waren alle wieder an ihren gewohnten Schreibtischen. Die Erfahrungen werden nun umgehend ausgewertet, um im Quarantänefall so effektiv wie möglich von zu Hause arbeiten zu können. "Bei einem längeren Zeitraum wird es sicherlich Effizienzverluste geben. Das persönliche Gespräch ist eben doch unerlässlich", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Auch der Landkreis trifft weitere Vorkehrungen. Ab Montag sind die Schwimmhallen in Neustadt, Vohenstrauß und Eschenbach geschlossen. Gleiches gilt bis auf Weiteres für die Gymnasium- und Realschulturnhalle in Neustadt sowie die Mehrzweckhalle Eschenbach.

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