Das Netzwerk Inklusion aus Tirschenreuth, der Stadtjugendring Weiden sowie die Kreisjugendringe Neustadt/WN und Tirschenreuth hatten Schüler mit ihren Lehrer eingeladen, an einem Speeddating mit den Bundestagskandidaten aus der Region teilzunehmen. Hintergrund dieser Aktion ist die U-18-Wahl, an der Jugendliche im Vorfeld der Bundestagswahl teilnehmen können, um einmal auszuprobieren, wie Wählen funktioniert. Die Jugendringe und das Netzwerk sind sich einig: "Demokratie muss gelebt werden."
Fragen per Zoom-Konferenz
Per Zoom-Konferenz hatten die Schüler am Montag die Gelegenheit, Fragen an die Bundestagskandidaten zu stellen. Im Unterricht sind sie zuvor von ihren Lehrkräften auf das Thema vorbereitet worden und hatten verschiedene Fragen eingereicht. Neben Klassen der Stiftland-Realschule Waldsassen und der Mittelschule Mitterteich nahmen drei Klassen der Lobkowitz-Realschule Neustadt und eine Klasse der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach teil.
Zugeschaltet waren der Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht (CSU), Dominik Brütting in Vertretung für Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD) sowie die Bundestagskandidaten Anne Droste (Grüne), Christian Weidner (Linke) und Tobias Groß (Freie Wähler). Manfred Schiller (AfD) war eingeladen worden, hatte eine Teilnahme aber abgesagt.
Themen: Inklusion, Umwelt, Klima
Moderiert wurde die Online-Runde von Christina Ponader (Netzwerk Inklusion), Florian Vogel (Stadtjugendring Weiden), Martin Neumann (Kreisjugendring Neustadt/WN) und Jürgen Preisinger (Kreisjugendring Tirschenreuth). Themenschwerpunkte waren Inklusion, Umwelt und Klima, Digitalisierung und Soziale Gerechtigkeit. Jeder Politiker hatte rund 90 Minuten Zeit, um auf eine Frage zu antworten.
Der Fragenkatalog der Jugendlichen war umfangreich. Wie gelingt es, Plastikmüll zu reduzieren? Wie kann man die Bürger dazu motivieren, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern? Wie kann man Geringverdiener entlasten? Wie kann man es schaffen, dass alle in der Gesellschaft gleich akzeptiert werden. Wie lassen sich Flüchtlinge noch besser integrieren? Wie wirkt sich die Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt aus?
Unterschiedliche Meinung bei Umweltfragen
Die Politiker nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und versuchten so gut wie möglich zu antworten. In einigen Dingen waren sie sich einig, wie zum Beispiel, dass die Digitalisierung sich nicht negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Bei Umweltfragen waren die Ansätze zwar ähnlich, aber in der Umsetzung gingen die Meinung etwas auseinander.
Eine ganz klare Meinung gab es abschließend noch zur Herabsetzung des Mindestwahlalters. Der Bundesjugendring fordert seit Jahren ein Wahlrecht für Jugendliche ab 16 Jahren und der bayerische Jugendring sogar ab 14 Jahren. Albert Rupprecht (CSU) sah dies nicht so: "Jugendlichen haben in diesem Alter ganz andere Anliegen." Von Dominik Brüttinger (SPD) kam ein klares Ja: "Wenn die Jugend wählen darf, kommen die Themen früher an." Anne Droste: "Als Mutter von vier Kindern kann ich das nur unterstützen." Tobias Groß will sich nicht festlegen: "Aus meiner Erfahrung möchte man mit 16 das noch nicht." Christian Weidner: "Ein klares Ja! Ich habe angefangen mich mit 16 für Politik zu interessieren."
Wiederholung am 29. Juli
Die eineinhalb Stunden vor dem Bildschirm waren für die Schüler sicher eine sehr intensive Erfahrung, doch die Veranstaltung war eine gute Gelegenheit in das Thema Politik ein wenig hineinzuschnuppern und zu sehen, welche Menschen hinter den Parteinamen stehen und was sie zu sagen haben.
Die Online-Speeddating mit den Direktkandidaten wird am Donnerstag, 29. Juli, von 18 bis 19.30 Uhr wiederholt. Es wird sogar eine Gebärdendolmetscherin mit dabei sein. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene.
"Ein klares Ja! Ich habe angefangen mich mit 16 für Politik zu interessieren."

















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