20.06.2018 - 11:33 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Teurer Klärschlamm

Der Abwasserzweckverbands Altenstadt-Neustadt-Störnstein legt fest, dass ab 1. Juli kein Klärschlamm aus Kläranlagen anderer Gemeinden mehr angeliefert werden darf.

Zweckverbandsvorsitzender Ernst Schicketanz erläuterte den Verbandsmitglieder Boris Damzog, Lothar Leibl, Dieter Bauer, Josef Härtl und Bürgermeister Rupert Troppmann (von links), die Situation mit den Bäumen am Rand der Kläranlage.
von Werner ArnoldProfil

(arw) Die Mitglieder des Abwasserzweckverbands Altenstadt-Neustadt-Störnstein legten fest, dass ab 1. Juli kein Klärschlamm aus Kläranlagen anderer Gemeinden in der kläranlage Altenstadt mehr angeliefert werden darf. Als Grund für die Neuregelung nannte der Vorsitzende, der Altenstädter Bürgermeister Ernst Schicketanz, die geänderte Klärschlamm- und Düngeverordnung. Eine stoffliche Verwertung des angelieferten Klärschlamms sei kaum mehr möglich. Deshalb müssten die getrockneten Klärschlämme der thermischen Verwertung zugeführt werden. Zurzeit werde dieser in andere Bundesländer transportiert. Die Entsorgungstechnik Kraus habe ihren Preis dafür neu kalkuliert. Der Preis pro Tonne stieg von 399 auf 647 Euro. Nun sah sich auch der Zweckverband gezwungen, neue Preise festzulegen. So kostet der Kubikmeter Fäkalschlamm in der Anlieferung künftig 45 statt bisher 23 Euro. Abgesehen davon wird künftig keine Anlieferung aus dem Kläranlagen anderer Gemeinden mehr zugelassen. "Unser Kläranlage wird belastet, aber wir haben keinen Nutzen mehr". Diese Neuregelung gilt nicht für Kleinkläranlagen im Zweckverbandsbereich.

Weiter informierte Schicketanz, dass die Klärschlammverbrennung in Schwandorf im März 2019 ihren Probebetrieb aufnehme und am 1. August in Vollbetrieb gehe. "Für unseren Zweckverband war es vor Jahren eine positive Entscheidung, diesen Schwandorfer Betrieb beizutreten."

Im Vereinsheim des Kreisfischereivereins ging es in der Sitzung zudem um den Jahresabschluss. An Einspeisevergütung konnten 17.596 Euro verbucht werden, aus Anlieferung von privaten Abwässern 10.885 Euro. Mehrausgaben für den Einbau einer Wasserzisterne fielen in Höhe von 4066 Euro an, Mehrausgaben im Abwasserbereich in Höhe von 1520 Euro. Aus den Rücklagen wurden 160.000 Euro entnommen und dem Vermögenshaushalt wurden 2025 Euro zugeführt. Für das Pumpwerk Störnstein wurden 229.897, 85 Euro ausgegeben. Mit weiteren 5000 Euro Kosten ist noch zu rechnen, mit 260.000 Euro war die Maßnahme veranschlagt.

Auf Antrag von Schicketanz wurde sein Vorgänger im Amt des Verbandsvorsitzenden, der Neustädter Bürgermeister Rupert Troppmann, entlastet.

Die Jahresrechnung 2017: Der Verwaltungshaushalt beträgt in den Einnahmen und Ausgaben 783.190 Euro. Der Vermögenshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben auf 405.282 Euro. Das Vermögen beläuft sich auf fast 3,6 Millionen Euro. Die Schulden belaufen sich gut 2,2, Millionen Euro. Die Rücklagen betragen 55.440 Euro. Der Abwasserzweckverband hat sich dafür ausgesprochen, ein Betriebshandbuch zu erstellen. Dies dient dazu, den Ablauf in der Kläranlage zu regeln und entsprechende Sicherheitskriterien festzusetzen. Dieses Handbuch ist auch für die rechtliche Absicherung der Verantwortlichen des Abwasserzweckverbandes bei Regressfragen wichtig. Die Anschaffung des elektronisch geführte Handbuchs kostet 10.650 Euro, die jährliche Wartung und Aktualisierung 952 Euro. Die bestehende wasserrechtliche Erlaubnis des Abwasserzweckverbands für den Betrieb der Kläranlage läuft zum Jahresende aus. Für den Betrieb und die Einleitung des geklärten Wasser über den Herbstaugraben in die Waldnaab bedarf es einer Erlaubnis. Detaillierte Berechnungen und Planungen müssen beim Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt eingereicht werden. Die Erstellung erledigt das Büro Zwick für fast 21.000 Euro.

In der Kläranlage wurden die gesamte Technik sowie das Blockheizkraftwerk erneuert. Jetzt ist auch die Maschinenversicherung aktualisiert worden. Die Versicherungssumme beträgt 2,5 Millionen Euro. Selbst die fünf Pumpwerke des Verbandes sind darin enthalten. Die Selbstbeteiligung beläuft sich auf 2500 Euro, der Jahresbeitrag auf 4493 Euro.

Aus Sicherheitsgründen bereiten die hohen Bäume im südöstlichen Bereich der Kläranlage enorme Probleme. Mit Förster Andreas Arnold hat es bereits eine Begehung gegeben. Die Fällarbeiten werden ab Oktober anlaufen.





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