17.06.2020 - 10:57 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Trauer um früheren Rektor Arthur Meyer aus Neustadt/WN

Im Alter von 91 Jahren stirbt der frühere Leiter der Grundschulen Neustadt/WN und Wildenreuth. Seine Spuren bleiben indes.

Arthur Meyer.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Sein letztes Zeugnis bekommt Arthur Meyer im Juli 1991. Da geht er in Pension. Das Lehrerkollegium der Grundschule auf dem Felix bestätigt dem Rektor bei der Abschiedsfeier, dass er nach 17 Jahren in Neustadt und 42 Jahren im Schuldienst mit Bravour in den Ruhestand vorrücken darf. Die Noten dazu sprechen Bände. Humor: sehr positiv; Kollegialität: beispielhaft; Unternehmungslust: kaum zu bremsen; Hilfsbereitschaft: immerwährend.

So behalten auch Familie, Freunde und Tausende ehemalige Schüler den gebürtigen Püchersreuther in Erinnerung. Er kommt am 26. Februar 1929 als drittes von elf Kindern der Eheleute Sophie und Leonhard Meyer zur Welt. Der Vater betreibt als Zimmermann nebenher eine kleine Landwirtschaft.

Dabei lernt man früh, dass das Leben hart und die Arbeit anstrengend ist. Das weckt in Arthur den Wunsch, selbst einmal etwas anderes zu tun, sobald er groß ist. Doch bevor der Bub in Bayreuth und Amberg zum Lehrer ausgebildet werden darf, wird er 1945 zum Volkssturm eingezogen. Er übersteht die letzten Kriegstage unversehrt.

Doch auch der pädagogische Dienst ist kein Spaziergang. Bis zum zweiten Staatsexamen 1953 wird Meyer 16 Mal versetzt. "Die heutige Mobile Reserve ist dagegen ein Klacks", witzelt er später. Bis 1970 unterrichtet er danach in Wildenreuth.

Über Kirchendemenreuth und Altenstadt führt ihn sein Weg 1974 auf den Chefsessel der Neustädter Schule. Dort verdient er sich den Ruf als "guter Hausvater", wie ihn der damalige Schulamtsdirektor nennt. Parallel zum Berufsleben schafft sich der rührige Pädagoge ein gutes familiäres und privates Umfeld. Nach der Hochzeit mit Hedwig Fuchs kommen zwischen 1955 und 1961 die Kinder Isolde, Jürgen, Ellen und Doris zur Welt.

In Neustadt singt Meyer im Kirchenchor und organisiert als Vorsitzender des Lehrervereins legendäre Reisen oder Wanderungen in der Region und fast allen Ländern Europas. Nach der Pensionierung engagiert er sich als Naturschutzwart und Biberberater.

Ein schwerer Schlag ist 2003 der Tod seiner Hedwig. Auch Arthur Meyers Gesundheit lässt stark nach. Nach einer Hüft-OP erleidet er im Krankenhaus einen Herzinfarkt. Es folgen mehrere Schlaganfälle und 2020 nach einem Sturz ein erneuter Eingriff an der Hüfte.

Für die Familie und ihn selbst ist es hart, dass er danach aufgrund der Coronagefahr fast drei Monate lang nicht besucht werden kann. Sein sehnlichster Wunsch ist, nach Hause zu kommen. Er geht in Erfüllung, bevor Arthur Meyer am 10. Juni für immer einschläft.

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