01.11.2020 - 12:32 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Turnhallenneubau: Vorsitzender der DJK Neustadt/WN enttäuscht

Wolfgang Schwarz ist von der Kehrtwende des Landkreises bezüglich eines Neubaus der Gymnasium-Turnhalle enttäuscht. Der DJK-Vorsitzende sieht vor allem den Fortbestand der Basketballabteilung in Gefahr.

DJK-Vorsitzender Wolfgang Schwarz tritt 2021 bei den Neuwahlen nicht mehr an.
von Hans PremProfil

Den Sportbetrieb in Zeiten der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten, ist bei einem Verein wie der DJK Neustadt mit fast 1600 Mitgliedern sehr schwierig. Davon kann Vorsitzender Wolfgang Schwarz ein Lied singen. Nach dem Lockdown im März konnte der Verein bis Ende Oktober allerdings die sportlichen Aktivitäten in verschiedenen Hallen wieder auf Volllast fahren. Nun beginnt am 2. November der „Lockdown light“, der zumindest für vier Wochen sämtliche sportlichen Aktivitäten im Amateurbereich verbietet. Ein weiterer schmerzlicher Einschnitt droht, wenn die geplante Generalsanierung der Dreifach-Turnhalle des Gymnasiums angegangen wird.

Schwarz versteht die Welt und vor allem Landrat Andreas Meier nicht mehr. Habe dieser doch noch im Januar in einem offenen Brief an alle Schüler und Lehrer des Neustädter Gymnasiums einen Neubau der Sporthalle angekündigt. Nun werde der Kreisausschuss aller Voraussicht nach den Empfehlungen des Bau- und Vergabeausschusses des Kreistags folgen und im November das Gegenteil beschließen. „Ich bin maßlos enttäuscht, wenn es so kommt. Ich bin enttäuscht, dass Aussagen gemacht werden, die dann ins Gegenteil gekehrt werden und wir als Verein dann unsere Aufgaben nicht mehr bewältigen können“, sagt Schwarz im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Es bestünden auch keine Ausweichmöglichkeiten, da die anderen Hallen auch voll genutzt werden.

Basketballer trifft es besonders hart

Besonders leid täte es ihm für die Basketballabteilung. "Was machen dann die rund 200 Aktiven, angefangen von der höherklassig spielenden ersten Mannschaft bis zu den verschiedenen Jugendteams?" Schwarz befürchtet, dass die Abteilung bei längerem Stillstand früher oder später komplett wegbrechen wird. Wer könne wissen, ob man die Jugendlichen so lange bei der Stange halten kann. „Denn wo sollen sie in der Zwischenzeit ihren Sport ausüben können und was wird mit dem Schulsport von 1200 Schülern in dieser langen Zeit“, fragt sich der Vorsitzende.

Diesbezüglich wünsche er sich auch mehr Initiative und Engagement der Eltern für einen Neubau. Willi Merkl, der DJK-Basketball-Abteilungsleiter war bisher einer der wenigen, der öffentlich auf die Barrikaden gestiegen ist. „Von politischer Seite kommt mir das so vor wie vor und nach der Wahl“, bedauert Schwarz. Auf der einen Seite werde die DJK von der Kommunalpolitik immer wieder für die Erledigung ihrer wichtigen sozialen Aufgabe, die der Verein durch den Sportbetrieb mit Jugendlichen übernehme, hoch gelobt. Auf der anderen Seite werde der Verein jetzt im Regen stehen gelassen. „Wo ist jetzt die Unterstützung der Politik“, fragt er sich. Der Landkreis sollte jetzt Geld in die Hand nehmen.

Amtsniederlegung hat andere Gründe

Der Ärger um die Sporthalle sei aber nicht der Grund, warum er in der letzten Mitgliederversammlung der DJK sein Amt als Vorsitzender niedergelegt hat und bei den für 18. April 2021 geplanten Neuwahlen nicht mehr antreten werde. „22 Jahre im Amt sind genug“, findet er. Jetzt sei es an der Zeit, den Platz für neue Wege und Ideen freizumachen. "Mit der Amtsniederlegung will ich die Mitglieder der DJK wachrütteln. Jeder im Verein und in den Abteilungen soll sich Gedanken machen, wie es dann weitergeht“. Potenzielle Nachfolger seien ihm bisher nicht bekannt.

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