11.11.2020 - 17:21 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Turnhallensanierung in Neustadt/WN: Neuer Vorschlag stößt auf Lob und Skepsis

Ob Proteste seitens von Vereinen oder Schulen Wirkung zeigen, ist nicht bekannt. Landrat Andreas Meier überrascht mit einem Plan zur Turnhalle des Neustädter Gymnasiums, der manche freut. Bei anderen weiß man nicht so genau.

Die DJK-Basketballer, hier im Spiel gegen Jena, sind in der Regionalliga zu Hause in Neustadt eine Macht. Auch darum fürchten sie, wenn sie Heimspiele in der kommenden Saison nicht in heimischer Halle am Gymnasium auf dem Felixberg austragen dürfen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Der Bau-und Vergabeausschuss des Kreistags hat Mitte Oktober einen Rückzieher gemacht. Er nahm den im Herbst 2019 gefassten Beschluss, die Turnhalle des Neustädter Gymnasiums neu zu bauen statt zu sanieren, zurück. Damals hatte sich der Kreisausschuss zur großen Lösung durchgerungen, weil der Neubau nur 2,1 Millionen Euro teurer käme als die Sanierung. Ein weiterer Vorteil: Beim Neubau in unmittelbarer Nähe hätten einstweilen Schul- und Vereinssport ohne Unterbrechung weiterlaufen können.

Die befürchteten Mindereinnahmen im Kreishaushalt aufgrund der Corona-Pandemie haben die Kreisräte nun aber dazu veranlasst, doch lieber auf die billigere Sanierung zu setzen. Das hat vor allem im Umfeld der DJK Neustadt zu einem Aufschrei geführt. Vor allem die Basketball-Sparte mit 15 Mannschaften im Spielbetrieb sieht sich durch zwangsweise Auslagerungen in andere Hallen in ihrer Existenz bedroht. Ähnliche Kritik kam in Leserbriefen zum Vorschein.

Einiges davon ist "interpretationswürdig", kommentiert nun Landrat Andreas Meier auf seiner Facebook-Seite. Er teilt mit, dass das Landratsamt derzeit mit Architekten und Fachplanern versucht, den Bauablauf so zu takten, dass 2021 und 2022 jeweils nur von April bis Oktober abschnittsweise umgebaut wird. Damit wäre die Halle im Winter nutzbar.

Dafür müssten zunächst einzelne Sanierungspakete geschnürt werden, die zunächst einen Großteil des Halleninnenraums umfassen und anschließend die übrigen Arbeiten. Den Abschluss würden die Fassade und der erweiterte Außenbereich bilden.

Genehmigung steht noch aus

Voraussetzung sei eine zeitnahe Genehmigung der Pläne durch die Regierung der Oberpfalz, so dass der Umbau Anfang April 2021 losgehen könnte. Meier: "Wir arbeiten intensiv an den Anträgen und nötigen Unterlagen." So wäre allen Seiten gedient, findet der Landkreischef. Seiner Behörde würden keine Fördermittel für die Sanierung durch die Lappen gehen, und Hallensport müsste "in größerem Rahmen" nicht ausfallen oder verlegt werden.

Wolfgang Schwarz, Vorsitzender der DJK Neustadt, und bislang scharfer Kritiker des abgesagten Neubaus, ist über die nun im Raum stehenden Pläne informiert und kann damit leben. Er dankt dem Landrat für "konstruktive Gespräche". In Verbindung mit der Kreisverwaltung sei man auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten für die einzelnen Sparten. Vor allem für die Basketballer. Schwarz ist zuversichtlich, Übergangsquartiere für Training und Spielbetrieb zu finden. Mehr verrät er nicht. Infrage kämen wohl Hallen in Windischeschenbach, Vohenstrauß oder Eschenbach.

Basketballer misstrauisch

Andere Sportler wie Karatekas oder Fußballer müssten in Hallen der Stadt Neustadt unterkommen, etwa der Grund- oder Mittelschule. Das sei nicht einfach, aber möglich. "Die Stadt und die anderen Vereine sind sehr kooperativ", freut sich der DJK-Chef.

Unversöhnlicher klingen die Basketballer. Vor der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses des Kreistags am Mittwochnachmittag in Floß verteilten sie Briefe an die Kreisräte. Ihr Appell: Die Politiker sollen der Sanierung statt dem Neubau der Dreifachhalle am Gymnasium nur dann zustimmen, wenn angemessene Ausweichquartiere noch im November zur Verfügung stehen. Andernfalls würden viele Spieler dem Verein den Rücken kehren. Unterzeichnet hat das Schreiben unter anderem Stefan Merkl, Trainer der ersten Mannschaft, die in der 2. Regionalliga spielt. Ob den Verfassern die Pläne zur Sanierung in einzelnen Abschnitten zu dieser Zeit schon bekannt waren, ist offen. Basketball-Abteilungsleiter Willy Merkl war am Mittwoch nicht zu erreichen.

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Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Die Dreifachturnhalle des Gymnasiums Neustadt/WN genügt inzwischen weder den Anforderungen an modernen Schulsport noch denen des Vereinssports.

 

 

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