22.09.2021 - 09:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Überraschung bei der Jugendwahl im Landkreis Neustadt

Wie würde sich der Bundestag zusammensetzen, wenn nur Jugendliche wählen? Bei der U18-Bundestagwahl des Kreisjugendrings Neustadt/WN gibt es einen klaren Sieger. Zwei Parteien wären erstmalig vertreten.

Die U18-Wahlurnen standen beim Kreisjugendring zur Auszählung bereit.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Kinder und Jugendliche im Landkreis Neustadt/WN waren vom 14. bis 17. September aufgerufen, ihre Stimme bei der U18-Bundestagwahl abzugeben. 704 junge Erwachsene folgten der Einladung. Nun gab der Kreisjugendring die Wahlergebnisse bekannt.

"In neun Wahllokalen konnten die Stimmen abgegeben werden", erklärt Arno Speiser von der Koordinierungs- und Fachstelle "Neustadt lebt Demokratie!" An der Aktion beteiligten sich Förderzentrum, Realschule und Gymnasium Neustadt, Förderzentrum und Wirtschaftsschule Eschenbach, die Realschule Vohenstrauß, die Mittelschule Windischeschenbach, sowie die Mittelschule Weiherhammer. Gewählt wurde in den ersten Schultagen. Schüler ab der 9. Klasse waren eingeladen ihre Stimme abzugeben. Am Freitag, sammelte Arno Speiser die Wahlzettel zum auszählen ein.

Zwei Neulinge im Bundestag

Dabei gibt es einen klaren Sieger: Die CSU gewinnt mit 27,3 Prozent die meisten Stimmen der unter 18-Jährigen. Danach folgen die SPD mit 18,2 Prozent, die FDP mit 12,3 Prozent und Bündnis 90/Die Grünen mit 8,7 Prozent. Mit 6,8 Prozent würden die jungen Menschen die AfD in den Bundestag wählen. Die Fünf-Prozent-Hürde schaffen auch die Freien Wähler (5,5 Prozent) und die Tierschutzpartei (6,9 Prozent), die somit beide erstmalig im Bundestag vertreten wären. "Die vielen Stimmen für die Tierschutzpartei sind für uns eine Überraschung", sagt Speiser.

Laut Pressemitteilung konnte sich bei den Direktkandidaten Albert Rupprecht (CSU) mit 29,2 Prozent vor Uli Grötsch (SPD) mit 23,7 Prozent durchsetzen. Auf den weiteren Plätzen landeten Anneliese Droste von den Grünen mit 9,4 Prozent sowie knapp dahinter Silke Klotz von der FDP mit 9,1 Prozent.

Wahlrecht ab 14

Beim Auszählen vermerkte Arno Speiser auch 13 ungültige Stimmen. "Auf einem Teil der Stimmzettel befanden sich zu viele Kreuze, manche gaben ein leeres Blatt ab. "Blöde Kommentare oder händisch hinzugefügte Kandidaten gab es keine". Im Gegensatz zur echten Bundestagwahl erhielten die Schüler keinen großen Stimmzettel, sondern zwei separate Blätter im DinA4-Format. "Die Kandidaten und Partei waren aber in der originalen Reihenfolge abgedruckt", erklärt Speiser.

„Die U18-Bundestagswahl zeigt einmal mehr: Kinder und Jugendliche interessieren sich für Politik und wollen ihre Meinung vertreten“, sagt Martin Neumann, Geschäftsführer des Kreisjugendrings Neustadt/WN. Die große Zahl an jungen Wählern bestärkt den Bayerischen Jugendring in seiner Forderung, das Wahlalter auf 14 Jahre zu senken. Die derzeitige Altersgrenze bedeutet eine strukturelle Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen. Der Kreisjugendring hofft, dass die Politik die Bedürfnisse junger Menschen nach der U18-Wahl und den Bundestagswahlen besser in ihre Entscheidungen mit einbezieht.

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