06.06.2019 - 15:06 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Unverzichtbare Tradition

25, 40 und sogar 50 Jahre Feldgeschworener - Der Dienst ist Verpflichtung wie Ehre. 18 dieser Persönlichkeiten wurden nun im Landratsamt für ihr Schaffen ausgezeichnet. Verwaltung und Politik ist ihnen dankbar.

Landrat Andreas Meier (vorne rechts) und Britta Heger vom Vermessungsamt Weiden ehren die Feldgeschworenen für langjährige Mitgliedschaft.
von Stefan NeidlProfil

"Wer glaubt, man brauche in der Zeit von GPS und Smartphones keine Menschen mehr, findet hier den lebenden Gegenbeweis." Landrat Andreas Meier ist den 18 geehrten Feldgeschworenen dankbar für ihr ehrenamtliches Engagement, was er in der heutigen Gesellschaft vermisst: "Der Zusammenhalt und das Pflichtbewusstsein war früher anders. Dienst an der Allgemeinheit ist heut nicht mehr selbstverständlich."

Trotz aller Digitalisierung sei die Ortskenntnis und Erfahrung unverzichtbar. Und diese brachten alle Geehrten mit: Es gab sieben Auszeichnungen für 25 Jahre Mitgliedschaft und zehn für 40 Jahre. Georg Dollhopf aus Neustadt am Kulm wurde sogar für 50 Jahre ausgezeichnet. In Vertretung nahm diese Bürgermeister Wolfgang Haberberger entgegen.

Britta Heger vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Weiden weiß, dass trotz aller Technik die Feldgeschworenen gebraucht werden. Sie wirft einen Blick in die Geschichte der Wächter der Grenzsteine: "Feldgeschworene gibt es seit dem Mittelalter und länger als den Zoigl." Damit spielte sie auf Meiers Bemerkung an, dass diese beim Versetzen der Grenzsteine gerne mal ein solches trinken würden. Seit 2016 ist das Instrument der Feldgeschworenen sogar Kulturerbe.

Windischeschenbachs Bürgermeister Karlheinz Budnik greift gerne auf das Fachwissen der Ehrenamtlichen zurück: "Auch wenn sie in anderen Bundesländern schon abgeschafft sind - In Bayern halten wir gerne an Euch fest." Auch Meier konnte nur betonen: "Die Feldgeschworenen sind eine Tradition und das sollen sie auch bleiben."

Zur Ehrung gab das Landkreisbuch vom Landratsamt und zwei Bücher über die Geschichte der Vermessung vom Vermessungsamt. Die Urkunde hat Heimatminister Albert Füracker selbst unterschrieben. Einige werden die nächste Ehrung noch erleben: Ein Ausscheiden gibt es nicht, Feldgeschworener bleibt man ein Leben lang.

Landrat Andreas Meier (vorne rechts) und Britta Heger vom Vermessungsamt Weiden ehren die Feldgeschworenen für langjährige Mitgliedschaft.
Geehrte Feldgeschworene:

50 Jahre: Georg Dollhopf (Neustadt am Kulm)

40 Jahre: Alfons Bergler (Windischeschenbach), Georg Besold, Anton Eckert, Michael Fronhöfer, Ludwig Lehner, Georg Regner, Georg Rieger, Otto Wöhrl (alle Kirchenthumbach), Willibald Triesl, Josef Zimmerer (beide Windischeschenbach)

25 Jahre: Erhard Bauer-Pfannenstein, Johann Kleber, Karl Reindl (alle Eslarn), Rudolf Frischholz, Erhard Schaller (beide Georgenberg), Josef Hagn (Pleystein), Albert Schwemmerr (Schlammersdorf)

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