In der Allerheiligenhofkirche der Residenz München überreichten Finanz- und Heimatminister Albert Füracker und Wissenschaftsministerin Marion Kiechle den preisgekrönten "100 Heimatschätzen" im Freistaat die Siegerurkunden und Prämien. Füracker nannte die als Heimatschätze entdeckten regionaltypischen Kleinode in der Summe die Geschichte Bayerns.
Aus dem Landkreis Neustadt/WN waren die Objekte "Zoiglausleger" aus dem Museum "Beim Taubn-Schuster", Eschenbach, der "Elvis-Flügel", aus dem Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr und die "Mineraliensammlung" aus dem Stadtmuseum Pleystein von der Jury als Preisträger bestimmt worden.
Füracker lobte den Wettbewerb, mit dem es gelungen sei, im verborgenen schlummernde Schätze, oftmals sogar "hautnah und direkt vor der Haustür" zu entdecken, der aber auch veranlasste, sich vielfältig und aktuell mit der Heimatgeschichte zu befassen. Dabei seien aber besonders das Ehrenamt, die Wertschätzung der Museen und auch die ehrenamtlichen Betreiber derartiger Einrichtungen zur Geltung gekommen, sagte der Heimatminister. "Herausragend" sei die Beteiligung gewesen, weil sich knapp ein Viertel aller nichtstaatlichen Museen daran beteiligt hat. So hätten die 300 mitmachenden Museen von insgesamt 1250 Museen im Freistaat 600 Objekte zur Bewertung eingereicht. Die Suche nach den Heimatschätzen habe ungewöhnliche und spannende Objekte und Geschichten an den Tag gebracht.
Mit sichtlicher Begeisterung beschrieb Füracker einige der eingereichten Heimatschätze, die ein breites Spektrum zeigten: Liebeszauber, eine historische Dampflok, der berühmte Elvis-Flügel, ein Höhlenbärenschädel oder das Dürer-Gemälde "Dürers Mutter", ja sogar eine beim Jahrhunderthochwasser 2013 verlorene und sensationell wieder gefundene Brille seien dabei gewesen.
Kiechle nannte die bayerische Museumslandschaft eine "wahre Schatztruhe". Deshalb sei die bayerische Staatsregierung vom "Schatzfieber" gepackt worden, aber dank der bayerischen Museumslandschaft auch schnell fündig geworden. Die Zahl der bayerischen Museen übertreffe jedes andere Bundesland, betonte die Ministerin. Diese Museen seien nicht nur Spiegelbild der Geschichte und des kulturellen Erbe des Landes, sondern auch Ort für regionale und lokale Eigenheiten, von Sammelleidenschaft und bürgerlichem Engagements. Darüber hinaus erfüllen die Museen eine Aufgabe als Orte der kulturellen Begegnung und des gesellschaftlichen Austauschs.
Der „Kirschnerbinner-Zoigl“, eine Leihgabe der ehemaligen Kommunbrauerfamilie Wolfgang Reiß, hängt als Teil der Ausstellung zur Kommunbrautradition im „Museum beim Taubnschuster“. 1841 schrieb der Magistrat von Eschenbach, dass den Bürgern das Braurecht „seit Jahrhunderten zusteht und ununterbrochen ausgeübt wurde“. Während einige nur für den Eigenbedarf brauten, schenkten andere ihr Gebräu von Zeit zu Zeit in einer Stube aus. Dabei gab es Rechtler, die ihr selbstgebrautes Bier nur für den Eigenbedarf herstellten. Eine ganze Reihe von Hauseigentümern schänkten ihr Gebräu aber auch von Zeit zu Zeit in einer Stube an Nachbarn, Bekannte und Vereine aus.
Als „Zeichen = Zoigl“ hängte man dann als Schankzeichen zum Beispiel einen Brauerstern oder einen „Buschen“, meist ein kleines Fichtenstämmchen, an der Hausfassade auf. Auch der grün gefasste Zoiglausleger aus Metall wurde als Ausschankzeichen des selbstgebrauten Kommunbiers am Ackerbürgerhaus „Kirschnerbinner“ am Eschenbacher Marktplatz ausgehängt wurde, ist Teil des „Zoiglhimmels“ mit dem die Besucher im Museum „Beim Taubnschuster“ empfangen werden.Dabei gab es Rechtler, die ihr selbstgebrautes Bier nur für den Eigenbedarf herstellten. Eine ganze Reihe von Hauseigentümern schänkten ihr Gebräu aber auch von Zeit zu Zeit in einer Stube an Nachbarn, Bekannte und Vereine aus. Das Hexagramm ist ein altes Schutzsymbol gegen Feuer und Dämonen. Sie sechs Zacken sollen die für das Brauen wichtigen Elemente Feuer, Wasser und Luft, sowie die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen symbolisieren.
Die Bedeutung als Schutzsymbol hat der Brauerstern mit dem gleichgestalteten jüdischen Davidstern gemeinsam. Während sich der Davidstern von Böhmen ausgehend als weltweit bekanntes Zeichen des jüdischen Glaubens durchgesetzt hat, blieb die Bedeutung des Brauersterns als Zunftzeichen der Brauer und Mälzer eher regional, vor allem in der Oberpfalz, Franken und Baden.Das jüdische Museum der Stadt München ist der Verwendung dieses Symbols in der Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes“ von 2016 nachgegangen und hat den Eschenbacher Zoiglausleger „Kirschnerbinner“ für seine Bierausstellung ausgeliehen.Wer sich den „Kirschnerbinner-Zoigl“ und die anderen Ausstellungsstücke im Museum beim Taubnschuster im Original ansehen möchte, kann dies zu den Öffnungszeiten des Museums Mittwoch von 15 bis 17 Uhr und Sonntag von 14 bis 17 Uhr tun. (hev)






















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.