26.10.2020 - 10:39 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Weder Gedöns noch Frauensache: Ministerin begrüßt Leistritz als familienfreundlichen Betrieb

Es tut sich doch was bei den Rollenbildern: Das 1000. Unternehmen, das von der zuständigen Ministerin für seine Familienfreundlichkeit gerühmt wird, ist kein klassischer Frauenarbeitgeber. Er kommt aus dem Landkreis Neustadt/WN.

Simone Fritsch bei der Montage an einer Maschine der Firma Leistritz. Sie ist eine von rund 40 Frauen unter 260 Männern am Standtort Pleystein. Die Tendenz ist jedoch steigend. Bei Leistritz freut man sich vor allem, dass viele Frauen nach der Babypause in den Beruf zurückkehren wollen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Der "Familienpakt Bayern" ist eine Initiative der bayerischen Staatsregierung und der Wirtschaft im Freistaat mit dem Ziel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Unternehmen zu verbessern. Das Gründungsjahr weiß kaum einer mehr so genau, auch im Netz ist es schwer zu finden: 2015.

Wie auch immer: Die Initiative ist erfolgreich. Daher hieß Arbeits- und Familienministerin Carolina Trautner das 1000. Mitglied persönlich willkommen. Statt eines kleinen Festakts in der Stadthalle Neustadt fand das Treffen mit den Familienpaktmitgliedern des Landkreises allerdings virtuell statt. Virensicher eben.

Gleichwohl sprach Trautner von einem "Meilenstein" gegenüber zwölf neuen und fünf alten Mitgliedern des Familienpakts. Das 1000. Mitglied ist Leistritz- Produktionstechnik aus Pleystein, ein klassischer Maschinenbauer.

Für Trautner ein Musterbeispiel dafür, dass Arbeitgeber erkannt hätten, wie wichtig Familienfreundlichkeit gerade in Zeiten einer Corona-Pandemie seien, die die Arbeitswelt mancherorts auf den Kopf stellt.

Das Credo von Trautner und Landrat Andreas Meier: Die Familienfreundlichkeit von heute sichert die Fachkräfte von morgen.

Die kostenlose Mitgliedschaft im Familienpakt schafft die Möglichkeit zum Austausch und liefert Beratung. Ansprechpartner helfen dabei, auch individuelle Lösungen zu suchen.

Gut möglich, dass diese Idee Kreise zieht. Als Landrat Meier im Vorfeld des ursprünglich als Präsenzveranstaltung gedachten Treffens verschiedene Unternehmen anschrieb, war die Resonanz groß. Etliche hätten sich mit dem Tenor gemeldet: Gut, dass es so etwas gibt. Das haben wir gar nicht gewusst.

Wer sich in Sachen flexible Arbeitszeit, Teilzeit, Kinderbetreuung, Pflege, Sabbaticals oder Heimarbeit informieren will, kann das bei der Agentur für Arbeit Weiden oder im Landratsamt Neustadt/Lokales Bündnis für Familie tun. Weitere Erfahrungen haben bereits Learning Campus, Haare und Kosmetik Sengenberger oder die Hans Braun GmbH & Co. KG.

Die zwölf neuen Mitglieder sind: Pflegedienst der AWO Eslarn, Bayer-Reisen, CP2 Werbeagentur, Gösta Hallenbau, Institut für Vorsorge und Finanzplanung, Leistritz, Maschinenring, Meier Bauelemente, Schotterwerke Michldorf, Sitlog, Unternehmensgruppe Bergler, Vereinigte Sparkassen Eschenbach, Neustadt/WN, Vohenstrauß.

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