09.06.2021 - 15:50 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Wegen Autofans: Felixallee in Neustadt von 20 bis 6 Uhr gesperrt

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Bereits am Donnerstag sollen Verkehrsschilder aufgebaut werden, die die Zufahrt zum Kloster St. Felix samt Parkplatz von 20 bis 6 Uhr verbieten. Damit will der Stadtrat Autofans vertreiben und Müll vermeiden.

Tempo 30 gilt bereits seit Längerem in der Felixallee. Wer dort nicht wohnt, soll künftig nachts gar nicht mehr durchfahren dürfen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Schmerzgrenze für die Anwohner und die Franziskaner-Patres von St. Felix ist überschritten. Darin waren sich am Dienstag alle Parteien im Stadtrat einig. Knatternde Sportauspuffs getunter Protzwägen samt Begleitmusik aus dröhnenden Boxen in der Felixallee, vollgemüllte Stellplätze unterhalb des Klosters und sogar Wildpinkler in den Gärten: All das soll ein zeitlich begrenztes Durchfahrtsverbot künftig verhindern.

Nur die beiden Freien Wähler Karl Meier und Zacharias Rebl konnten sich nach einer Diskussion mit diesem Beschluss nicht recht anfreunden. Meier hätte es lieber gesehen, rund um den Felix noch einmal vier Wochen verstärkt auf Polizeikontrollen zu setzen, dann würde sich in der Tuningszene schon herumsprechen, dass es rund um die barocke Kirche nicht mehr ganz so gemütlich sei.

Die übrigen Räte wollen dagegen schnell konkreter werden. Sie stimmten dafür, den Wohnbereich an der Felixallee künftig für alle Fahrzeuge, außer diejenigen von Anliegern, von 20 bis 6 Uhr zu sperren. Auf diese Regelung soll bereits ab der Zufahrt in der Theisseiler Straße hingewiesen werden.

Ferner setzten sich die Freien Wähler einstimmig mit einem Antrag durch, in absehbarer Zeit eine Parkraumverordnung zu erlassen. Vorbild ist der Naabwiesen-Parkplatz in Weiden, wo ähnlich Probleme wie am Felix herrschten. Die Verordnung erlaubt, sich in einem bestimmten Raum nur zum Parken, aber nicht zum Verweilen - sprich Biertrinken, Musikhören, Fast-Food-Verzehren und Motoraufdrehen - aufzuhalten.

Bürgermeister Sebastian Dippold hatte sich im Vorfeld dazu intensiv mit der Polizeiinspektion abgestimmt. Er kann auf eine breite Mehrheit bauen. "Leider werden wir auch Leute treffen, die dort oben einfach nur die schöne Aussicht genießen wollen", beschrieb Thomas Hauer (CSU) den Wermutstropfen. "Die Leute können aber nach wie vor zu Fuß dort hin", wandte Gerhard Steiner (Freie Wähler) ein. Parkmöglichkeiten gebe es in zehn Minuten Entfernung im Bereich der Schulen und des Bahnhofs reichlich. Zudem seien mit einer Parkraumverordnung höhere Bußgelder als 20 Euro möglich. Rainer Hetz (SPD) schlug vor, neben der Polizei auch die Kommunale Verkehrsüberwachung zur Einhaltung der neuen Regeln einzusetzen.

Dippold betonte ausdrücklich, dass beileibe nicht alle, die sich zum Feierabend mit Freunden am Felix verabreden, für Sachbeschädigung und Lärm verantwortlich seien. Martin Filchner (SPD) ergänzte, dass er lange gegen ein Durchfahrtsverbot gewesen sei, nun aber seine Meinung geändert habe: "Aber nach einer angemessenen Zeit könnten wir das überdenken und vielleicht wieder aufsperren. Sonst sperren wir nach und nach alle Straßen für die Bürger."

Mehr zu den Problemen mit Lärm und Müll rund um St. Felix in Neustadt

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