28.03.2019 - 15:38 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Weit verzweigte Künstler-Dynastie

Stammvater ist Johann Michael Hauttmann, Maler und Bildhauer in Waldsassen. Er heiratet die Schwester des berühmten Baumeisters Philipp Muttone.

Der 1756 gefertigte, frei ausschwingende Hochaltar der Klosterkirche St. Felix ist ein Hauptwerk des aus Tirschenreuth stammenden Georg Peter Hauttmann sowie Vitus Wenda aus Waldthurn.
von Rainer ChristophProfil

(cr) Der Hochaltar der Klosterkirche St. Felix in Neustadt/WN trägt Stiftländer Handschrift. Er ist ein Werk des Bildhauers Georg Peter Hauttmann, der am 19. Mai 1731 in Waldsassen geboren wurde. Georg Peter Hauttmann ist ein Mitglied der weit verzweigten Künstlerfamilie Hauttmann. Stammvater der barocken Künstlerfamilie ist Johann Michael Hauttmann, Maler und Bildhauer in Waldsassen. Sein Geburtsort ist Fichtelberg, das Geburtsdatum ist unbekannt. Gestorben ist er am 20. Mai 1762. In der Klosterstadt Waldsassen heiratet Hauttmann am 30. Juli 1730 Maria Franziska, die jüngere Schwester des berühmten Waldsassener Baumeisters Frater Philipp Muttone. Zusammen haben sie fünf Söhne.

Mit einem "t"

Später schreiben sich einige auch "Hautmann", mit einem "t". Heraus bildet sich eine weit verzweigte und über vier Generationen lang, aktive Künstlerfamilie von Bildhauern, Stuckateuren und Malern. Sie arbeiten zunächst im Stiftland, dann aber auch in den Städten Lübeck und Florenz sowie Mähren, vor allem aber in München.

Georg Peter Hauttmann zieht zuerst in die heutige Kreisstadt Tirschenreuth, von dort nach Waldthurn (Landkreis Neustadt/WN), das damals Lobkowitzer-Gebiet ist. Hier heiratet er die Waldthurnerin Ursula Reber. Diesbezügliche Urkunden sind allerdings bei einem Brand vernichtet worden.

Die Rebers sind Schreiner und arbeiten vor allem für die Fürsten von Lobkowitz, Besitzer der Grafschaft Störnstein, Neustadt und Waldthurn. Im heutigen "Boderhaus" ist ihre Werkstatt. Die Altäre der alten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Altenstadt/WN sind ebenfalls eine Schreinerarbeit der Familie. Für den Hochaltar der Kirche zu Floß (1781 bis 1783 ) gibt er ein Angebot für Renovierungs-, Schreiner- und Bildhauerarbeiten für 630 Gulden ab. Den Auftrag bekommt er jedoch nicht.

Altäre für Kleine Kappl

Johann Georg Peter Hauttmanns Schaffenszeit wird auf die Jahre 1746 bis 1781 datiert. Tätig wird er auch in der Wallfahrtskirche zum Hl. Sebastian, bekannt als "Kleine Kappl", bei Neualbenreuth. Um den Heiligtümern einen würdigen Aufbewahrungs- und Verehrungsraum zu geben, lässt die Pfarrei fünf neue Seitenaltäre (Johann-, Nepomuk-, Marien-, Annen-, Michaels- und Dreifaltigkeitsaltar) und eine Kanzel von dem damals noch in Tirschenreuth wohnenden Hauttmann anfertigen. Die Entwürfe dazu stammen von dem berühmten böhmischen Künstler Elias Dollhopf aus Tachau, der auch die Altarbilder malt.

Als im April 1741 der Bogen der St.-Felix-Kirche in Neustadt/WN zwischen Chor und Langhaus einstürzt, werden Andreas Dobmayer aus Waidhaus und Frater Muttone, der Stiftsbaumeister Waldsassens, als Baumeister berufen. 1746 ist die Kirche im Rohbau weitgehend fertiggestellt worden. Das noch in den "Kunstdenkmälern von Bayern" 1907 wiedergegebene Chronogramm im Chor zu Ehren des Stifters Fürst Ferdinand II. von Lobkowitz mit der Jahreszahl 1763 ist nicht mehr vorhanden. Es bezog sich wohl auf Ausmalung und Ausschmückung.

Der Künstler des barocken Kreuzwegs mit 14 Stationen in der St. Jakobskirche in Lennesrieth bei Waldthurn (Landkreis Neustadt/WN), einst zum Kloster Waldsassen gehörend, ist ohne Zweifel Anton Hautmann aus Tirschenreuth. Auf der Rückseite eines Bildes ist sein Name mit dem Datum 1821 festgehalten.
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