09.02.2020 - 14:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

"Zauber der Operette" in der Stadthalle

Der „Zauber der Operette“ war ein Mix aus unvergesslichen, mitreißenden Melodien der „Goldenen Wiener Operettenzeit“. Das größtenteils ältere Publikum in der gut besuchten, verkürzten Stadthalle ließ sich gerne mitreißen.

Die Gesangssolisten Leanan de Montiel, Mila Wilden und Ginger McFerrin (von links).
von Redaktion ONETZProfil

Eine gefühlvolle Reise zu den musikalischen Höhepunkten der Operette präsentierten zehn Mitglieder des „Gala Sinfonie Orchesters“ Prag unter Leitung von Wenzel Plasil in der Stadthalle Neustadt. Die beiden Sopranistinnen und der Tenor, denen man ihre langjährige Bühnenerfahrung ansah, glänzten mit ihren erstklassigen Stimmen.

Vier Tänzerinnen und zwei Tänzer des „Johann Strauß Balletts“ der Prager Staatsoper umrahmten den musikalischen Reigen mit zeitgemäßen Choreographien in abwechslungsreichen, bunten Kostümen.

Das unterhaltsame Programm umfasste die schönsten Stücke der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen Meisterwerke, vor allem jene des Walzerkönigs Johann Strauß Sohn aus „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“ und „Eine Nacht in Venedig“. Hinzu kamen Arien, Duette und Terzette aus „Die lustige Witwe“ und „Der Zarewitsch“ von Franz Lehar, „Der Bettelstudent“ von Karl Millöcker, „Hoffmanns Erzählungen“ und „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach, „Boccaccio“ von Franz von Suppé sowie „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller.

Zum Repertoire gehörten weltberühmte Stücke wie „Brüderlein und Schwesterlein“, „Mia bella Fiorentina“, „Es lebt eine Vilja“, „Lippen schweigen, s’flüstern Geigen“, „Ja das alles und mehr“, „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, der „Barcarole-Walzer“ oder das melancholische „Wolgalied“. Zwar waren etwa die Hälfte der Lieder und die Moderation von der vorjährigen „Johann-Strauß-Gala“ bekannt und das Bühnenbild zu statisch, doch die Operettenfreunde kamen trotzdem voll auf ihre Kosten und begleiteten die Weisen gerne mit Klatschen, Mitsummen und Mitsingen.

Mit dem Entree „An der schönen blauen Donau“ und dem „Kaiserwalzer“ zu Beginn des zweiten Teils bewiesen die Streicher, die beiden Holzbläser und der Pianist, dass sie sich mit romantischer Glücksseligkeit in angenehm dezenten Tönen auch auf dem Parkett der Operette heimisch fühlen. Konzertmeister Plasil erntete als Geigenvirtuose, nur von Martin Plešek am Piano begleitet, Riesenbeifall für seine schnellen Bravourstücke, dem „Csárdás“ von Vittorio Monti sowie für „Le canari“, bei dem mit Trillern und Pizzicato-Einwürfen der Gesang eines Kanarienvogels imitiert wurde.

Die Opernsängerin Leanan de Montiel begeisterte mit ihrer jubelnden, voluminösen Sopranstimme, die auch in den allerhöchsten Tönen noch die Lautstärke und die Tondauer anschwellen ließ. Bei ihrem verschmitzen Auftreten begab sie sich schon mal ins Publikum, um einige Herren anzuhimmeln. Ihr stand die Sopranistin Ginger McFerrin mit ihrem gefühlvollen „Bel Canto“-Gesangsstil und dem samtweichen Timbre ebenso wenig nach wie der temperamentvolle Tenor Mila Wilden mit kräftiger, akzentuierter Stimme.

Die Balletteusen brachten Farben und Bewegung in die Aufführung. Sie garnierten die „Trisch-Tratsch-Polka" mit kräftigen Juchzern, die Tarantella mit Tamburinrhythmen und den „Galop Infernal“ mit den für den Cancan typischen hohen Beinwürfen und dem abschließenden Spagatsprung. Ihre beiden Kollegen Roman und Stephan holten bei „Wein, Weib und Gesang“ einige Damen aus den Zuschauerrängen zum Walzertanz auf die Bühne. Moderatorin Ursula Meistner informierte wieder über die Komponisten und ihre Werke, streute lustige Anekdoten dazu ein und beeindruckte mit einem Wortschwall zum Wiener Naschmarkt.

Ihr Können an der Zither zeigte sie bei Solos von „Geschichten aus dem Wienerwald“ und „Im Kahlenberger Dörfl“ sowie bei der Begleitung von „Als geblüht der Kirschenbaum“. Im Wiener Dialekt besang sie den Fiaker als „echts Weaner Kind“ und entließ nach zweieinhalb Stunden zum Klang der Geige mit Peter Kreuders Lied „Sag zum Abschied leise Servus“ die Zuhörer in bester Stimmung.

Eine voluminöse Stimme: die Sopranistin Leanan de Montiel.
Ein Terzett mit Ginger McFerrin, Mila Wilden und Leanan de Montiel (von links).
Wenzel Plasil dirigiert sein Gala Sinfonie Orchester.
Graziöse Tänze des Balletts.
Das gesamte Ensemble auf der Bühne.
Graziöse Tänze des Balletts.
Ein farbenprächtiger Csárdás.
Geigenvirtuose Wenzel Plasil bei einem seiner Bravourstücke.
Moderatorin Ursula Meistner kann auch Zither.
… eine Mazurka …
… und eine Tarantella.
Duett mit Ginger McFerrin und Mila Wilden.
Die Balletteusen beim Cancan.
Die Balletteusen beim Cancan.
Ein Gläschen Sekt auf die Zuschauer von Moderatorin Ursula Meistner, Sopranistin Leanan de Montiel, Tenor Mila Wilden und Sopranistin Ginger McFerrin (von links).
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