21.11.2018 - 10:57 Uhr
Oberpfalz

Ein Nickerchen machen

Es gibt viele Gründe, sich auch mal tagsüber aufs Ohr zu legen. Die besten kennt die OWZ-Glücksexpertin.

Die positive Wirkung, die ein kurzer Schlaf zwischendurch hat, sollte nicht unterschätzt werden.

"Von all den kostenlosen Vergnügungen, die uns zur Verfügung stehen, ist das Nickerchen das einfachste und befriedigendste", schreibt Tom Hodkinson in seinem "Buch der hundert Vergnügungen". Traditionell zur Mittagszeit gehalten, ist dieses in südlichen Ländern, wo es gerne als Siesta bezeichnet wird, immer noch alltägliche Wirklichkeit und gehört ganz selbstverständlich zur Tagesordnung. In unserer modernen Leistungsgesellschaft hingegen sieht das inzwischen leider ganz anders aus, die kurze Ruhepause in der Mittagszeit oder das Nickerchen zwischendurch haben nur noch wenige Anhänger. Dabei sprechen viele Gründe durchaus dafür, sich auch öfter mal tagsüber aufs Ohr zu legen.

"Halte Dir jeden Tag dreißig Minuten für Deine Sorgen frei und mache in dieser Zeit ein Nickerchen." Schon Abraham Lincoln hielt viel vom Nickerchen zwischendurch. Die positive Wirkung, die ein kurzer Schlaf zwischendurch hatte, sollte tatsächlich nicht unterschätzt werden. Das sogenannte "Powernapping", wie das Nickerchen heute auch gerne bezeichnet wird, fördert nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, sondern auch die Kreativität. Weiterhin belegen zahlreiche Studien: Häufiger mal ein kurzes Schläfchen reduziert außerdem das Gewicht, denn müde Menschen haben einen größeren Appetit auf fette und süße Lebensmittel. Weiterhin macht es richtig gute Laune - denn es steigert die Konzentration von Serotonin im Blut.

Schlafforscher haben außerdem festgestellt: Ein Nickerchen zwischendurch kann sowohl die Erinnerungsfunktion als auch das Kurzzeitgedächtnis verbessern. Gleichzeitig wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 60 Prozent gesenkt - vorausgesetzt, Sie gönnen sich den Mittagsschlaf regelmäßig. Für die erholsame Wirkung müssen Sie übrigens gar nicht unbedingt im Liegen schlafen. Wichtig ist nur, dass der Kopf gestützt wird. Bett oder Sofa verführen oft nur dazu, zu lange zu schlafen. Das Nickerchen zwischendurch sollte idealerweise zwischen 20 und 30 Minuten, jedenfalls nicht länger als eine Stunde dauern. Die optimale Zeit fürs Mittagsschläfchen ist zwischen 13 und 14 Uhr - und am besten nach dem Essen.

Ein weiterer guter Grund für ein Nickerchen zwischendurch: Wer sich am Tage keine Ruhephasen gönnt und auch abends nur schwer vom Alltag abschalten kann, kann Stress häufig nicht richtig verarbeiten. Sie wollen das vermeiden? Dann legen Sie sich doch nach dem Lesen erst einmal ein halbes Stündchen aufs Ohr. "Ich kann mich doch jetzt nicht einfach hinlegen", sagen Sie vielleicht. "Ich habe doch heute noch so viel zu tun!" Denken Sie dran: Ausgeruht und mit einem Schub Glückshormonen erledigen Sie das nach dem Nickerchen zwischendurch später doppelt so schnell. Nun erst einmal: Angenehme Tagruhe und wohltuenden Schlummer. (ewa)

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