Niederärndt bei Edelsfeld
10.10.2018 - 15:40 Uhr

Romanik bis heute spürbar

Sie ist eine der ältesten Kirchen im Landkreis: Zwischen der B 85 und der Ortschaft Niederärndt liegt auf einer Anhöhe über dem Lohbachtal die St.-Josephskirche. Der romanische Bau ist Thema bei "Kirche & Wirtshaus mit Pfiff".

St. Joseph in Niederärndt ist im Baustil eine einfache und in der Innenausstattung schlichte Kirche geblieben: Bis heute kann man hier die Atmosphäre der Romanik atmen. Bild: exb
St. Joseph in Niederärndt ist im Baustil eine einfache und in der Innenausstattung schlichte Kirche geblieben: Bis heute kann man hier die Atmosphäre der Romanik atmen.

Kirchweihbesucher schätzen die Niederärndter Kirwa Ende Juli wegen der besonderen Lage und Atmosphäre. St. Joseph ist - neben St. Laurentius in Kürmreuth - eine der beiden Simultankirchen von insgesamt vier Kirchen, die zur evangelisch-lutherischen Gemeinde Edelsfeld gehören. 1305 ist sie als Filialkirche von Eschenfelden erwähnt, die sie auch bis 1816 blieb. Erst dann wurde sie Edelsfeld zugeschlagen.

Dadurch, dass die Kirche abseits steht und nur selten benutzt wurde, ist sie von großen Umbauten späterer Jahrhunderte verschont geblieben: Sie blieb eine im Baustil einfache und in der Innenausstattung schlichte Kirche, in der man bis heute die Atmosphäre der Romanik atmen kann. Aus der Erbauungszeit im späten 12. Jahrhundert blieb der halbrunde Altarraum unverändert - schmäler und niedriger als das übrige Kirchenschiff. 1892 wurde der ursprüngliche Dachreiter durch einen schmalen Turm an der Westseite ersetzt. Auch die Sakristei ist erst später angebaut worden. Dreimal im Kirchenjahr wird Gottesdienst gefeiert. Hochzeitspaare wählen St. Joseph gerne für Trauungen.

Die Kirche hat keine Orgel. Deshalb hat man früher für Gottesdienste das Harmonium des Lehrers aus dem Schulhaus in Edelsfeld mit einem Pferde- oder Ochsenfuhrwerk nach Niederärndt zur Kirche gefahren und abends wieder zurückgebracht. Man vermutet, dass an dieser Stelle eine Turmburg stand, was durch zwei große Mauerzüge an der Westseite, die exponierte Lage über dem Lohetal und den Flurnamen "Thurnleite" (Turmleite), in der die Kirche steht, gestützt wird.

Nach der Kirchenführung geht es ins Café Heldrich in Edelsfeld - keins der alten, historischen Gasthäuser der Region, aber trotzdem ein Gastronomiebetrieb mit Tradition. In zweiter Generation werden Konditorei und Café, gegründet 1970 von Fritz und Erika Heldrich, als Familienbetrieb geführt. 1997 übernahmen Dieter und Stefanie Heldrich die Regie. Die beiden Söhne, Laurenz und Clemens, helfen bereits tatkräftig. Das Café ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen oder Spaziergänge in und um Edelsfeld.

Info:

In der Reihe „Kirche & Wirtshaus mit Pfiff“ geht es am Sonntag, 14. Oktober, nach Niederärndt (Edelsfeld): Vorgestellt werden die Simultankirche St. Josef und das Café Konditorei Heldrich. Treffpunkt für die Teilnehmer ist um 16 Uhr die Kirche in Niederärndt.

Das Projekt „Kirche & Wirtshaus mit Pfiff“ der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg wird getragen von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und dem Evangelischen Bildungswerk (EBW) Amberg-Sulzbach sowie den Städten Amberg und Auerbach, dem Landkreis und der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE). Nach hervorragender Resonanz im Premieren-Jahr 2002 mit vier Veranstaltungen in Sulzbach-Rosenberg wurde die Reihe von der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg ab 2003 auf den Landkreis und die Stadt Amberg ausgeweitet.

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