22.02.2019 - 10:28 Uhr
NiedermurachOberpfalz

"Ein Mann mit vielen Talenten"

Es ist ein schwerer Abschied für viele. Ein langer Trauerzug formiert sich am Donnerstag an der Niedermuracher Kirche, um dem verstorbenen langjährigen Kreisvolksmusikpfleger Alois Gillitzer das letzte Geleit zu geben.

Groß war die Anteilnahme der Bevölkerung, als am Donnerstag der langjährige Kreisvolkmusikpfleger Alois Gillitzer auf dem Friedhof in Niedermurach beigesetzt wurde.
von Autor HOUProfil

"Er hatte viele Talente und nutzte sie": Immer wieder klang diese Feststellung in Traurreden an, die am Donnerstag in der Niedermuracher Kirche gehalten wurden. Doch bevor die Nachrufe auf den am vergangenen Sonntag im Alter von 74 Jahren gestorbenen Volksmusikpfleger, Mundartautor und Musikanten gehalten wurden, zelebrierte Ortspfarrer Herbert Rösl gemeinsam mit den Geistlichen Erwin Bauer und Max Stiegler das Requiem. Es wurde von Schwarzenfelder Chorsängern musikalisch gestaltet.

Vor mehreren Hundert Trauergästen skizzierte Pfarrer Rösl den Lebenslauf Gillitzers: 1944 in Niedermurach geboren, aufgewachsen und als Metzermeister dort tätig. "Als Musikant und Autor ist er in ganz Bayern bekannt geworden", unterstrich Rösl. Dann hob er hervor, dass Alois Gillitzer als Mensch für Familie, Freunde und Mitbürger "eine Stütze gewesen ist".

Auf einem Sterbebild, das während der Trauerfeier verteilt wurde, war vermerkt, dass Gillitzer "eine leuchtende Spur hinterlässt". Daran knüpfte Landrat Thomas Ebeling an. In Anwesenheit seiner Amtsvorgänger Volker Liedtke und Hans Schuierer sowie der beiden ehemaligen Staatssekretäre Marianne Deml und Otto Zeitler beschrieb Ebeling die 27-jährige Arbeit Gillitzers als Kreisvolksmusikpfleger. "Die oberpfälzische Mundart war ihm eine Herzensangelegenheit", unterstrich der Landrat und ergänzte, dass Gillitzers Tätigkeit mit hohen und höchsten Auszeichnungen bedacht worden sei. Zusätzlich auch deswegen, weil er es vermocht habe, nach der Grenzöffnung oberpfälzische und böhmische Volksmusikanten zusammen zu bringen.

Im Anschluss zeigte sich, wie sehr Alois Gillitzer im Ortsleben verwurzelt war. Der Heimatkundliche Arbeitskreis Oberviechtach ließ durch Ludwig Schießl seine hohe Anerkennung ausdrücken, die Marianische Männerkongregation tat dies über Josef Salomon. Die Landvolkbewegung verabschiedete sich mit Dankesworten von Alfons Wittmann.

Eine ganz besondere Rolle nahm Gillitzer beim FC Niedermurach ein. Edi Spichtinger schilderte, wie der Verstorbene den Verein mit aus der Taufe hob, dass er später den Club führte, Ehrenvorsitzender wurde und immer am Spielfeldrand stand, wenn seine Mannschaft auflief. Gründungsmitglied war Alois Gillitzer auch bei den Niedermuracher Schützen. Für sie nahm Hans Fuchs Abschied.

Sein "kloins Dörfl", wie er es nannte, lag Gilllitzer am Herzen. Er war Vorsitzender der Ortsfeuerwehr und wurde später zum Ehrenmitglied ernannt. "Was du gemacht hast, werden wir dir nicht vergessen", unterstrich Martin Prey für die Wehr. Blasmusikanten aus Pischdorf und Fensterbach spielten beim Trauerzug und später am offenen Grab. Sie taten es zur Ehre eines Mannes, der stets erfreut war, wenn er heimatliche Klänge vernahm.

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