07.01.2020 - 11:41 Uhr
NiedermurachOberpfalz

„Murachtaler Schützen“ sind mehr als nur ein Schießverein

„Klares Auge, ruhig Blut, ist des Schützen höchstes Gut“, so steht es auf der Fahne der Murachtaler Schützen. Seit 50 Jahren folgt der Verein diesem Motto. Beim Festakt zum Gründungsjubiläum rücken verdiente Mitglieder in den Fokus.

Hohe Auszeichnungen gab es für die Urgesteine der „Murachtaler Schützen“. Geehrt wurden (vorne, links) Georg Zitzmann und Josef Bauer, Monika Zinkl, Gerlinde Fleischmann und Reinhold Kühner sowie Michael Schneeberger sowie Johann Schneeberger (hinten, Dritter von links) und Michael Schneeberger (stehend, Dritter von rechts). Die Ehrungen überreichten (hintere Reihe, von links) Schützenmeister Johannes Schneeberger, OSB-Präsident Franz Brunner, sowie (stehend, von rechts) Bürgermeister Martin Prey und stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl.
von Josef BöhmProfil

Den Auftakt der Jubiläumsfeier bildete ein Fest- und Gedenkgottesdienst, den der „Murachtaler Dreigesang“ mitgestaltete. In seiner Predigt hob Pfarrer Herbert Rösl hervor, wie wichtig ein gutes und klares Auge für den Schützen sei. Genauso wichtig sei jedoch, mit dem Auge des Herzens seine Mitmenschen zu sehen. Er dankte, dass sich der Verein ins Pfarrleben einbringt. Im Gottesdienst wurde namentlich jener Mitglieder gedacht, die seit dem letzten Jubiläumsfest 2014 verstorben waren, auch wurde eine gestaltete Kerze entzündet.

Nach dem Gottesdienst nahmen 21 Böllerschützen zum Jubiläumsschießen am Meiler Aufstellung. Unter Leitung von Böllermeister Christoph Zinkl feuerten sie ihre Salven in den dunklen Nachthimmel. Zur Jubiläumsfeier im Gasthaus Pröls war der Saal voll besetzt, Schützenmeister Johannes Schneeberger hieß dazu auch Ehrengäste und -mitglieder sowie Würdenträger des Vereins willkommen.

In einem geschichtlichen Abriss richtete der Schützenmeister seinen Blick auf die Gründung und den Werdegang der ersten Jahre. „Schützenvater“ Albin Schießl aus Guteneck, damals ein großer Förderer und Unterstützer des Schützenwesens, war die treibende Kraft, die dazu führte, dass zwölf Männer am 1. März 1969 im Gasthaus Pröls den Schützenverein „Murachtaler Schützen“ Niedermurach gründeten. Erster Schützenkönig des Vereins wurde 1970 Alois Gillitzer und erste Schützenliesl 1971 Maria Pröls.

Vereinshöhepunkt war die Fahnenweihe 1974 mit Marianne Zimmermann als Fahnenbraut, Bundesminister a. d. Alois Niederalt als Schirmherr und dem Schützenverein „Schlossfalke“ Pertolzhofen als Patenverein. In der Reihenfolge der Vereinsvorsitzenden ist nach Gründungs-Schützenmeister Georg Süß, Thomas Zitzmann, Christoph Zinkl und Johann Schneeberger nun Johannes Schneeberger der fünfte Schützenmeister in der Vereinsgeschichte. Als großer Gönner hat auch Josef Stigler darin einen festen Platz.

Von Anfang an hatten die sportlichen Aktivitäten der „Murachtaler“ einen hohen Stellenwert, was auch immer wieder mit beachtlichen Erfolgen sichtbar wurde. Den bislang größten Erfolg konnte die erste Luftpistolenmannschaft verbuchen, als diese 1994 den Aufstieg in die Landesliga, der höchsten Liga im Oberpfälzer Schützenbund (OSB), schaffte. Derzeit schießt die Mannschaft in der Bezirksoberliga. Sehr erfolgreich ist auch Johann Schneeberger, der aktuell Landesmeister der Herren III im OSB ist.

Mit der Gründung der Böllergruppe im Jahr 1994 schlugen die „Murachtaler Schützen“ ein neues Kapitel auf. Derzeit sind 26 Böllerschützen aktiv und bei weltlichen und kirchlichen Feierlichkeiten zu hören. Als Böllermeister ist Christoph Zinkl verantwortlich.

Zahlreiche Mitglieder wurden mit verschiedenen Auszeichnungen für besondere Leistungen im Verein und im Schützenmeisteramt gewürdigt. Die Ehrungen überreichte Schützenmeister Johannes Schneeberger (stehend, links).

Bei den gesellschaftlichen Aktivitäten erinnerte Schützenmeister Johannes Schneeberger an die Theatergruppe des Vereins, die 1984 die Theatertradition in Niedermurach wieder aufleben ließ und einige Jahre sehr erfolgreich das Laienspiel pflegte. Seit dem Neuanfang 2017 sind die Schützen auch in der Theatergruppe mit KLB und KLJB vertreten. Der Faschingsball zum „Naschn Pfinsta“ und das Gemeindeschießen zusammen mit den „Schlossfalken“ bereichern ebenfalls das gemeindliche Leben. Schützenmeister Johannes Schneeberger hob das gute Einvernehmen mit dem Nachbarverein aus Pertolzhofen hervor. Ein Dank galt auch der Familie Pröls, die den Schützen seit 50 Jahren ein „Zuhause“ gewährt.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl würdigte das Durchhaltevermögen des Vereins über ein halbes Jahrhundert hinweg. „50 Jahre Ehrenämter zu bekleiden ist eine Leistung, die Respekt verdient“, betonte er und wünschte der aktuellen Vorstandschaft Glück in der Weiterentwicklung des Vereins. Bürgermeister Martin Prey sah die „Murachtaler Schützen“ nicht nur als Schießverein. „Mit der Wiederbelebung des Theaterspiels 1984 haben Dorf und Gemeinde einen kulturellen Schub erfahren“, lobte er die Initiative des Vereins. Er nannte die Schützen eine feste und unverzichtbare Größe am Ort.

OSB-Präsident Franz Brunner machte deutlich, dass der Schützenverein nicht nur ein Angebot für den Schießsport sei, sondern auch für die Fortführung von Tradition und Brauchtumspflege stehe. Auf die erfolgreiche Aufbauarbeit der Vereinsführungen eingehend stellte der Präsident fest: „Was hier an unentgeltlicher Arbeit im alltäglichen Vereinsleben wie in der Durchführung von Sportveranstaltungen geleistet wurde, ist einfach unbezahlbar.“

Den Abschluss bildete die Ehrung langjähriger und verdienter Vereinsmitglieder. Während des Jubiläumsabends unterhielt der "Murachtaler Dreigesang" die Gäste mit bodenständigem Liedgut.

Ehrungen:

Für besondere Leistungen im Verein, im Schützenmeister-Amt, um das Schützenwesen oder als Förderer wurden folgende Personen geehrt und mit Ehrenzeichen gewürdigt.

50 Jahre Mitglied: Josef Bauer (Schwandorf), Josef Bauer (Niedermurach), Andreas Kiener, Georg Zitzmann. Silbernes Ehrenzeichen: Herbert Bauer, Alexander Ehrenfried, Andreas Eiser, Stefan Fuchs, Johannes Glaser, Patrick Kühner, Werner Schäffer, Johannes Schneeberger.

Goldenes Ehrenzeichen: Christian Kalb, Christian Köppl, Michael Meier, Herbert Schüller. Silberne Verdienstnadel: Manuel Braun, Josef Pröls, Jakob Rötzer, Ernst Schmid, Angelina Schneeberger, Michael Schneeberger junior (Niedermurach), Bernhard Stigler, Gerald Thanner, Bettina Zinkl.

Goldene Verdienstnadel: Johann Fuchs, Margot Fuchs, Jakob Kühner, Alfred Schießlbauer. Verdienstauszeichnung: Maria Kiener, Michael Schneeberger senior (Niedermurach), Monika Zinkl. Verdienstauszeichnung am Band: Michael Schlagenhaufer. Verdienstkreuz in Silber: Gerlinde Fleischmann, Reinhold Kühner, Maria Pröls. Große Verdienstauszeichnung in Silber: Johann Schneeberger, Michael Schneeberger (Voggendorf). (boj)

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