01.03.2020 - 15:52 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Mit viel Elan in den Untergrund

"Ehrliche Politik ist wählbar". So lautet ein Grundsatz des Niedermuracher Bürgermeisters Martin Prey. Also gibt er zu, dass in nächster Zeit viel Geld im Boden verschwinden wird. Das kann er auch begründen.

"Eigentlich hätte ich schon 30 Jahre voll im Gemeinderat", überlegt Bürgermeister Martin Prey. Trotzdem tritt er am 15. März noch einmal an.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Sechs Jahre im Bürgermeisteramt von Niedermurach hat Martin Prey schon hinter sich. Wie 2014 geht er auch bei der Kommunalwahl am 15. März ohne Gegenkandidat ins Rennen um die Spitzenposition. Und ohne Tross mit prominenten Politikern als Rückhalt. Er tritt an für die Aktiven Bürger Niedermurach und Umgebung und macht keinen Hehl daraus, dass man von seinen künftigen Plänen für die Kommunen nicht allzu viel sehen wird. Denn ein wesentlicher Schwerpunkt ist für ihn die Kanalsanierung.

Mit Spaß und Kraft

24 Jahre lang hatte Prey die Geschicke seines Heimatorts als Gemeinderat mitverfolgt, "nicht ganz leicht" war für ihn vor sechs Jahren der Wechsel an die Spitze. Auch bei dieser Wahl will ihm keiner den Platz streitig machen. "Solange es gut läuft, macht es Spaß, und dann ist es auch nicht so kräftezehrend", weiß der 58-Jährige, der ganz zu Beginn seiner Karriere gleich mal gewaltig ins Schwitzen kam. Damals ging es um den Windpark Rottendorf, ein Grabenkampf zwischen Gegnern und Befürwortern bahnte sich an. Schließlich nahm den damals neuen Bürgermeister auch noch ein Fernsehteam von Report München in die Zange. Seit der 10-H-Regel liegen die Pläne für den Windpark auf Eis.

"Niemals hätte ich das gegen den Willen der Bevölkerung gebilligt", so der Bürgermeister im Rückblick. "Die ganze Auseinandersetzung hat der Gemeinde nicht gutgetan." Inzwischen ist das alles für ihn fast in Vergessenheit geraten, verdrängt durch positive Errungenschaften wie die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle und den renovierten Pfarrhof. Dazu kommen zwei prestigeträchtige Objekte in Pertolzhofen: das Dorfgemeinschaftshaus als Ersatz für das letzte Wirtshaus im Ort und das angegliederte "Haus der Vereine", wo Schützenverein und Edelweißkapelle vielleicht noch in diesem Jahr einziehen könnten. "Gelungen" findet Martin Prey auch die Umgestaltung des Badeweihers und den nagelneuen Mehrgenerationenplatz. Doch nach so vielen Hochbauten geht es nun in den Untergrund, hin zu "unpopulären Maßnahmen, die unbändig viel Geld verschlingen".

"Die größte Herausforderung ist für uns jetzt das 50 Jahre alte Kanalnetz", berichtet der Bürgermeister von einer künftigen Baustelle, die optisch nicht viel zu bieten hat. Überall, wo ohnehin aufgegraben wird, will man dann gleich Glasfaser verlegen und die Oberflächenentwässerung neu ausrichten. "Es soll ja nicht alles in der Kläranlage landen", erklärt der Landwirtschaftsmeister, der seinen Bauernhof beim Sohn in guten Händen weiß. Die Dietersdorfer Straße ist dann an der Reihe. "Wenn es nach mir geht bis zur Antelsdorfer Straße, auf jeden Fall über eine Länge von 700 Metern bis zum Ortsschild", sagt der Bürgermeister. Das dürfe aber keine Millionen kosten, meint er angesichts des 3,5-Millionen-Etats von Niedermurach." Das große Gewerbe fehlt, dafür sind wir stabil." Nicht teuer soll der Kommune auch eine "Scheidung" kommen, die nun ansteht. Sie betrifft die Trinkwasserversorgung in Pertolzhofen, wo die Pretzabrucker Gruppe dem Zweckverband Nord-Ost-Gruppe weichen soll. "Wir hätten dann keine Pumpkosten mehr, ein geringeres Risiko für Wasserrohrbrüche und wir müssten einen Hochbehälter nicht mehr sanieren", zählt der Rathaus-Chef die Vorteile auf.

Schon auf den Weg gebracht ist der Mobilfunkmast "Am Tradl", der besseren Handy-Empfang garantiert. Nicht aufgeben will der Bürgermeister auch, bis das letzte Anwesen mit schnellem Internet versorgt ist.

"Zentrale" Bauplätze

Schon lange vor der Wahl hat der Bürgermeister Bauplätze für seine Bürger ausgespäht. "Niedermurach liegt eigentlich im Zentrum: 40 Kilometer bis Cham, 35 bis Schwandorf oder Weiden, 50 bis Amberg", rechnet er vor. "Mit einer halben Stunde Fahrzeit komme ich da fast überall hin, in einer Stadt wäre ich meistens auch 30 Minuten unterwegs", streicht der 58-Jährige die Vorteile des Landlebens heraus. Zwar hätten in der Vergangenheit 30 Parzellen für 30 Jahre gereicht, "aber ich möchte nicht, dass auch nur ein einziger Bürger abwandern muss".

Bei all diesen Plänen setzt der Amtsinhaber auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, der in der neuen Wahlperiode auch in neuen Räumen tagen darf. Die Premiere im Sitzungssaal ist allerdings noch mit alter Besetzung vorgesehen. "Ich hab's versprochen", sagt Prey. Ohne Gegenkandidat ist für ihn eigentlich auch der Wahlkampf überflüssig. "Das ist schon angenehm", räumt er ein und fügt hinzu: "Ich werde ja nicht besser, wenn ich den anderen schlecht mache."

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