21.01.2019 - 15:39 Uhr
NittenauOberpfalz

Nach Debakel Blick nach vorn

Das schlechte Abschneiden bei der Landtags- und bei der Bundestagswahl wird zwar nicht ausgeklammert. Allerdings richten die Sozialdemokraten den Blick auch wieder nach vorne - gerade auch im Hinblick auf die Kommunalwahlen im Jahr 2020.

Monika Kulzer (rechts) für beim Neujahrsempfang der SPD Nittenau für 25-jährige Mitgliedschaft Nittenau geehrt. Dazu gratulierten auch Europaabgeordneter Ismail Ertug (links), SPD-Ortsvorsitzender Martin Grill (Zweiter von links), Bürgermeister Karl Bley (Vierter von links) und SPD-Kreisvorsitzender Peter Wein (Zweiter von rechts).
von Ingrid SchiederProfil

Ortsvorsitzender Martin Grill erinnerte beim Neujahrsempfang der SPD Nittenau zunächst daran, dass der Landtagswahlkampf lang und bitter verlaufen sei. Bitter deshalb, weil ein junger und engagierter Kandidat, Peter Wein, unterwegs gewesen sei. Doch leider habe es nicht für den Einzug in den Landtag gereicht. Peter Wein sagte, dass das Wahlergebnis sei eine schwere Niederlage gewesen sei. Daher könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Doch müsse das "Tal der Tränen" im Landkreis Schwandorf vorbei sein. Man müsse sich auf die anstehenden Urnengänge, Europawahl und die Kommunalwahl, konzentrieren. Zur Europawahl sage man, dass sie eine Schicksalswahl wäre, führte Wein weiter aus. Die Demokratie sei dabei eine Herausforderung, meinte der Sprecher angesichts der Machthaber in Italien, Polen, Ungarn oder Österreich. In Großbritannien herrsche ein einziges Chaos. Wichtig sei, dass die Leute sich beteiligen und ihr Statement abgeben. Europa sei ein grandioses Friedensprojekt, trotz seiner bestehenden Probleme, war Wein überzeugt.

Bedenkliche Entwicklung

Bürgermeister Karl Bley sagte, dass das Weltgefüge aus den Angeln gehoben sei. Exemplarisch nannte er in diesem Zusammenhang US-Präsident Donald Trump oder den Brexit. Europa solle hier ein Signal geben, wie es weitergehen könne. Zur Bundespolitik meinte Bley, dass die Wähler der SPD nicht gedankt hätten, Regierungsverantwortung übernommen und viel Gutes bewirkt zu haben. Dass Populismus und Radikalismus Sympathien gewonnen haben stimme bedenklich. Ein Blick auf den Landkreis: Er könne aus dem Vollen schöpfen, unter Altlandrat Volker Liedtke seien viele Probleme gelöst worden, betonte Bley. Die Entwicklung bei der Jugendhilfe bereite dagegen Sorge, genauso wie das Nord-Süd-Gefälle im Landkreis. Hier müsse darauf geachtet werden, dass kein soziales Ungleichgewicht herrsche.

Nach einem kurzen Rückblick von Stadtrat Jürgen Kuprat rückte Europaabgeordneter Ismail Ertug die Europa-Wahl am 26. Mai in den Mittelpunkt. Die Menschen hätten häufig den Eindruck, dass Europa weit weg sei, führte Ertug aus. "Die EU ist ein Hort der Stabilität, der Demokratie und des Wohlstands, weil die Menschen hier etwas getan haben", betonte der Sprecher". Die Sozialdemokratie stehe unter enormen Druck. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, wenn wir soziale Probleme haben", räumte Ertug ein. Die EU habe im Äußeren wie im Inneren Probleme. Im Äußeren seien dies die Ukraine, die Türkei, die USA, der Nahe Osten, Nordafrika, Ungarn oder Italien. Hinzu komme die AFD. Von den sieben AFD-Mitgliedern im EU-Parlament sei keiner da, "weil denen alles wurscht ist", schilderte Ertug. Auch bekundeten diese unumwunden, dass sie das EU-Parlament zerstören wollen. Mut gebe ihm, so Ertug, dass 75 Prozent der Deutschen sich für die Mitgliedschaft in der EU ausgesprochen hätten. Von rechten Hetzern dürfe man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Für den 26. Mai gelte es, die Leute zu mobilisieren, damit sie zur Wahl gehen. Denn die Rechten brächten ihre Leute an die Wahlurnen. "Europa ist die Wohlstandsgarantie für die Zukunft", betonte er abschließend.

25 Jahre bei der SPD

Ortsvorsitzender Martin Grill freute sich anschließend, Alicia Jäger und Simon Heimerl in die Partei aufnehmen zu können. Für 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft und ihr vielfältiges Engagement wurde außerdem Monika Kulzer geehrt. Am 1. Oktober 1994 trat sie in die SPD Nittenau ein und hat seitdem viel Ämter ausgeübt - als Schriftführerin, Organisationsleitung, Jugendbeauftragte, Dritte Bürgermeisterin, stellvertretende Vorsitzendem Vorsitzende, Stadträtin und Mitgründerin des Jugendtreffs.

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