10.10.2019 - 13:30 Uhr
NittenauOberpfalz

Echt cool, diese 60er-Typen

Da müssen die Kinder jenseits der 2000er Jahre trotz Smartphones und Funparks neidisch werden. Was hatten die in den 1960er Jahren für einen Abenteuerspielplatz: Den ganzen Ort, die Umgebung und den Ameisenbaum noch dazu.

Heinrich Mayer macht mit seinen Episoden aus „Der Ameisenbaum“ neugierig auf die „Jugendsünden“ derjenigen, die in den 1960er Jahren groß geworden sind.
von Irma Held Kontakt Profil

Genau diesem Baum hat Heinrich Mayer mit zehn Episoden aus seiner Kinder- und Jugendzeit ein Denkmal gesetzt. Die dazu gehörigen kleinen Krabbler von Illustratorin Monika Bugl, NT-Redakteurin aus Pfreimd, führen den Leser gleichsam durch das Buch. Bei dessen Vorstellung am Mittwochabend im Haus des Gastes in Nittenau, las Heinrich Mayer, langjähriger NT-Redakteur und stellvertretender Ressortleiter, in Anwesenheit von Landrat Thomas Ebeling, und Altlandrat Hans Schuierer Episoden, ohne zu viel und das Geheimnis besagten Baumes zu verraten. Die Erlebnisse der Bande um Wyatt Earp oder um die sagenumwobene Walpurgisnacht erfährt nur der Leser.

Bürgermeister Karl Bley nannte den 66-jährigen aus Schönsee stammenden und seit vielen Jahren in Nittenau lebenden Autor ein Multitalent. "Wir kennen ihn als NT-Redakteur, als Widerstandskämpfer gegen die WAA, als Musiker, als Scharfrichter bei der Geisterwanderung und als Schriftsteller". Nach "Schwandorf - Im Fadenkreuz" - in dem Buch hat Mayer die Geschehnisse um die WAA bis 1984 verarbeitet - versetze er jetzt den Leser zurück in die 60er Jahre, wo Kinder- und Jugendbanden ihre Animositäten ausgetragen hätten. Die Grundlage für die Gangs und die Kämpfe bildeten oftmals die Bücher Karl Mays, aber auch "Onkel Toms Hütte" oder "Wolfsblut", damals Pflichtlektüre für jeden Buben.

Freiheit und Fantasie

Das druckfrische Buch ist nicht dem Stift eines Rentners entflossen, sondern ein Langzeitprojekt. Wie Heinrich Mayer den Gästen verriet, "kam mir nach dem abendlichen Dienstschluss der Gedanke, außerhalb des üblichen Dienstplans etwas anderes (damals) zu Papier zu bringen". Er begann Erinnerungen aufzuschreiben, über Begebenheiten, die Kinder seiner Generation so oder so ähnlich überall auf dem Lande erlebt haben. Sie hatten vieles nicht, zum Beispiel Fernseher, aber sie hatten - viel Freiheit und Fantasie.

"Hey, voll krass"

Die Thematik in "Der Ameisenbaum" reicht von Wyatt Earp über die Seeschlacht bis hin zur ersten zaghaften Liebe. "Der Titel des Buches besitzt hohe Symbolkraft", macht Heinrich Mayer neugierig und lobt Monika Bugl für die treffenden Illustrationen, sowie Tochter und Schwiegersohn für die technische Umsetzung und seiner Frau für die Unterstützung. Das schönste Lob für ihn als Autor wäre, wenn ein junger Mensch nach der Lektüre sagen würde, "hey, voll krass" oder "echt cool". Bei der Buchvorstellung wurde Heinrich Mayer selbstverständlich seinem Ruf als Multitalent gerecht. Er wechselte vom Lesestuhl an den Notenständer. Mit Tochter Alexandra Zäch und NT-Redakteur Clemens Hösamer, wie Mayer selbst ehemals Mitglieder der Band "Roots 2", sorgte er für den musikalische Part mit Stücken von Bob Dylan und den Beatles. Als sie Gus Backus' "Da sprach der alte Häuptling der Indianer" anstimmten, sang der ganze Saal mit, naja, fast der ganze, denn den Jüngeren sagte das Lied nichts. Eine Zugabe forderte aber dann der ganze Saal.

Clemens Hösamer, Heinrich Mayer und Alexandra Zäch (von links) ergänzen die Buchvorstellung mit Musik aus den 60er-Jahren.
Der Ameisenbaum:

Die Kindheits- und Jugenderinnerungen Heinrich Mayers, illustriert von Monika Bugl, unter dem Titel "Der Ameisenbaum" sind für 14,90 Euro erhältlich in Schwandorf in der Buchhandlung Rupprecht, in Nabburg in der Buchhandlung Westiner, in Pfreimd im Buchcafé, in Oberviechtach bei Bürobedarf Bienz, in Bruck bei Auto Brunner, in Burglengenfeld in der Buchhandlung am Rathaus, in Nittenau im Tourismusbüro sowie im Internethandel, ISBN-Nummer 978-3-7494-8595-6. (ihl)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.