14 000 Autos und 770 Lastwägen überquerten zuletzt täglich den Knotenpunkt Brucker-/Walderbacherstraße. "Die Grenze des Zumutbaren war erreicht, es bestand dringender Handlungsbedarf", betonte Bürgermeister Karl Bley bei der Einweihungsfeier. Die Nord-Ost-Umfahrung, die die Kreisstraße SAD 15 mit der Bundesstraße 16 verbindet, werde den innerstädtischen Verkehr spürbar entlasten, war er überzeugt. Und er fügte hinzu: "Der Entscheidungsweg bis zum Spatenstich vor drei Jahren war allerdings kurvenreich". Die Umsetzung selbst sei dann mit Volldampf erfolgt. Karl Bley mahnte beim Staatlichen Bauamt das nächste Projekt "mit oberster Dringlichkeitsstufe" an und betonte: "Für die große Naabbrücke zwischen den Ortsteilen und Bergham und Nittenau ist ebenfalls akuter Handlungsbedarf gegeben". Auch beim dreispurigen Ausbau der B 16 gehen dem Bürgermeister die Planungen viel zu langsam.
Der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Henner Wasmuth, vernahm die Botschaft und versprach "Eile im Rahmen unserer Möglichkeiten". Dass gegen die Nord-Ost-Umfahrung niemand geklagt habe, wertete der Leitende Baudirektor als Zeichen für die dringende Notwendigkeit der Straßenbaumaßnahme.
Mit 14,6 Millionen ist die Nittenauer Nord-Ost-Umfahrung das aktuell teuerste Straßenbauprojekt in der Oberpfalz. Auf dem 2,8 Kilometer langen Teilstück mussten fünf Brücken errichtet, 70 000 Kubikmeter Erde bewegt und elf Hektar natürliche Ausgleichsflächen geschaffen werden. "Das Geld ist gut angelegt", versicherte Albert Füracker. Der bayerische Finanzminister sprach sich für einen vernünftigen Ausgleich zwischen Maßnahmen zur Infrastruktur und zum Umweltschutz aus. Gerade das Beispiel Nittenau zeige, wie man Bürger und Umwelt durch eine Straßenbaumaßnahme entlasten könne. "Heute ist für die Bewohner von Nittenau ein Feiertag", versicherte stellvertretender Landrat Joachim Hanisch. Die Umgehungsstraße sei dringend erforderlich gewesen.
"Straßen verbinden und führen Menschen zusammen", sagte Kaplan Ulrich Eigendorf bei der Segnung der Trasse. Der evangelische Dekan Walter Kotschenreuther sieht die Aufgabe von Kirche und Staat darin, die Schöpfung zu bewahren und gleichzeitig die Mobilität der Menschen aufrecht zu erhalten. Die Stadtkapelle Nittenau begleitete den Festakt musikalisch. Minister Albert Füracker trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und gab die Trasse offiziell für den Verkehr frei.














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