21.02.2019 - 15:02 Uhr
NittenauOberpfalz

Kabarett mit Kopfkino

"Gerne wider": Das ist kein Rechtschreibfehler, sondern entpuppt sich als Name für ein Kabarettprogramm, das sich mit Politik und Alltagssituationen unterhaltsam auseinandersetzt. Dem Publikum gefällt's.

Mit seinem aktuellen Programm gastierte Matthias Matuschik im „Antik“. Der Radiomoderator trat bereits zum dritten Mal in der Stadt auf und begeisterte das Publikum abermals.
von Ingrid SchiederProfil

Im "Live im Antik" steht Matthias Matuschik - auch als Radiomoderator "Matuschke" bekannt - auf der Bühne. Er ist kein Unbekannter in Nittenau: Bereits zum dritten Mal ist er hier zu Gast. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung im voll besetzten Haus - und das Publikum wird auch diesmal nicht enttäuscht.

Matuschik arbeitet mit Bildern, wirft das Kopfkino seiner Zuhörer an. Die Gesinnung der Rechten, die AFD und deren Wähler vergleicht er mit dem, was nach unverhältnismäßiger Völlerei hinten rauskommt. So etwas, legt Matuschik dar, müssen diese Leute im Kopf haben, die die AFD wählen. Er selber habe für die Partei Mut kandidiert und sich damit gegen rechts und gegen die CSU gewandt. Matuschik erzählte von Wahlversammlungen, von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Motivationen hier zusammenkommen.

In seinen Parodien zieht er alle Register, mimisch, gestisch und nicht zuletzt durch den passenden sprachlichen Wechsel zwischen hochdeutsch, oberpfälzisch und sächsisch. Der Kabarettist prangert auch die mangelnde Infrastruktur auf dem Land an - allen voran den schleppenden Internetausbau. Für die Bienen habe er auch unterschrieben, als er gehört habe, dass Ministerpräsident Söder das stört. Tierliebe treibe aber auch seltsame Blüten, betont Matuschik: Insektenhotels, Mineralwasser für Katzen, Hundekotbeutel mit Monogramm - der Radiomoderator führt die gesamte Absurdität vor Augen. Der Kabarettist hat auch ein Rezept, wie er alle Wähler ansprechen könne: "Wenn ich Ministerpräsident werde, dann ist Kiffen erlaubt." Er fragt das Publikum, ob es schon mal eine Schlägerei zwischen zwei Kiffenden erlebt habe: "Die treffen sich nicht". Anders zum Beispiel auf dem Oktoberfest, wo Alkohol getrunken wird. Gespannt folgen die Zuhörer auch Matuschiks Erläuterungen zu Sozialismus und Kapitalismus. So sei es ein leichtes gewesen, im Westen eine Kommode zu kaufen. Im Osten dagegen werde im Möbelgeschäft mitgeteilt, dass es keine Kommode gebe, aber Buntstifte. Also werden die Buntstifte gekauft, eine Kommode auf ein Stück Papier gemalt und an die Wand angebracht. Könne der Käufer im Westen die Kommode nicht bezahlen, komme der Gerichtsvollzieher mit einem Aufkleber. Im Osten komme er auch - aber nicht mit einem Aufkleber, sondern mit dem Radiergummi.

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