21.09.2018 - 15:28 Uhr
NittenauOberpfalz

Löcher für den Süd-Ost-Link

Nahe Neuhaus (Stadt Nittenau) haben Baugrunduntersuchungen für den Süd-Ost-Link im Landkreis begonnen. Ein Korridor für die erdverlegte Gleichstromleitung quert hier den Fluss Regen.

Das Bohrgerät war neben dem Regen zwischen Neuhaus und Entermainsbach im Einsatz.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Das Bohrgerät war am Regenufer zwischen Neuhaus und Entermainsbach aufgebaut, die Mitarbeiter sind schon ein paar Tage in der Region: An vier Stellen, jeweils zwei rechts und links des Regens, werden jeweils mehrere Löcher gebohrt und Bodenproben genommen. Die Bohrkerne werden in Kisten verpackt und zur Analyse an die entsprechenden Fachleute weitergegeben.

Umweltplaner Matthias Herold erläuterte bei einem Pressetermin vor Ort, dass die Proben etwa auf Festigkeit, Feuchtigkeit, Leitfähigkeit und ph-Wert untersucht werden. Gebohrt wird immer dort, wo die umstrittene Gleichstrom-Trasse Flüsse oder Infrastruktur - also etwa Straßen oder Schienen queren - soll. "Die Bohrstellen bedeuten aber keine Vorfestlegung auf einen Trassenverlauf", betonte Herold. Die Trassenkorridore, die die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern vorgegeben hat, sind jeweils etwa einen Kilometer breit. Nahe Nittenau orientiert sich der Korridor auch an der bestehenden Freileitungstrasse Schwandorf-Plattling.

Gegen den vorgeschlagenen Korridor hat die Stadt Nittenau einige Einwände vorgebracht, wie Bürgermeister Karl Bley erläuterte. Er hatte von der Presse vom Termin erfahren und war "not amused", nicht eingeladen worden zu sein. Der Untersuchungskorridor betreffe landwirtschaftliche Anwesen, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt in Fischbach, beispielsweise für Wohn- oder Gewerbegebiete. Außerdem sei der Regen als FFH-Gebiet und Naturparkgelände besonders schützenswert. Generell, so Bley, würde er sich ohnehin eine dezentralere Energieversorgung wünschen. In Nittenau würden jetzt schon 50 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen erzeugt.

Die Probebohrungen werden mit einem kombinierten Ramm- und Drehbohrgerät bis zu 25 Metern abgeteuft, in unterschiedlichem Durchmesser. Die Untersuchungen der Proben solle dann so schnell wie möglich abgeschlossen werden, sagte Herold, wahrscheinlich noch bis Ende des Jahres. Aus den Bohrkernen erwarten sich die Planer Erkenntnisse darüber, wo genau und mit welcher Technik Querungen von Flüssen und Infrastruktur möglich sind. Nach Herolds Worten ist die Verlegung des Süd-Ost-Links in Bayern durchgehend unter der Erde geplant. Freileitungsabschnitte seien aus bisheriger Sicht nicht nötig.

Umweltplaner Matthias Herold erläutert die ersten Bodenproben, die neben dem Regen zwischen Neuhaus und Entermainsbach gezogen worden sind.

Vor den Bohrarbeiten am Regen wurden die Holzkisten für die Bodenproben vorbereitet.

Der Süd-Ost-Link:

Die Bundesnetzagentur hat im Dezember 2017 auch für das letzte Teilstück des den Süd-Ost-Links zwischen dem Raum Nabburg und dem Kernkraftwerk Isar (Abschnitt D) den Untersuchungsrahmen festgelegt. Die Gleichstrom-Hochspannungsleitung soll als Erdkabel Wolmirstedt nördlich von Magdeburg mit dem Kraftwerk Isar verbinden.

Der Untersuchungsrahmen umfasst nicht nur die Vorschlagstrasse, die westlich an Schwandorf vorbei, zwischen Haselbach und Katzdorf verlaufen und dann nach Osten Richtung Nittenau verlaufen soll, bei Neuhaus den Regen quert und in Richtung Donau führt. Die Netzbetreiber Tennet und 50Hertz müssen unter anderem auch die Alternative untersuchen, die weiter westlich an Nabburg vorbeiführt, bei Schmidgaden nach Westen abknickt und über Fensterbach in den Landkreis Amberg-Sulzbach und dann Richtung Kreis Regensburg führt. (ch)

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