09.03.2020 - 17:08 Uhr
Nitzlbuch bei AuerbachOberpfalz

Bürgerforum Umwelt und Truppenübungsplatz zieht Bilanz für 2019

Schießlärm und Umweltbelastungen sorgen nach wie vor für Unmut bei Anwohnern des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Sie treffen sich zu einer Bestandsaufnahme.

von Jürgen MaschingProfil

Die Jahreshauptversammlung des Bürgerforums Umwelt und Truppenübungsplatz (BUT) eröffnete Werner Dier mit einem Rückblick auf das Jahr 2019. Im Januar lief ein Manöver auf dem Truppenübungsplatz mit großen Kalibern auf der Schießbahn 213. Die Stadt Auerbach habe dabei Werte über 100 dB gemessen. "Am Tag und in der Nacht", fügte Dier hinzu. Bei einer Messung der Bundeswehr sei dagegen kein Schuss gefallen. "Auch wir hatten im Februar 2019 bei uns eine Messstation, aber auch hier ist kein Schuss gefallen und auch kein Hubschrauber geflogen."

Nach einem Treffen Ende Februar bei Dier habe im März das Verteidigungsministerium eingeräumt, dass die Belastung der Anwohner unumstritten sei. "Es gibt eine Vereinbarung von 1993 zwischen dem US-Heer Europa und dem Verteidigungsministerium, in der es heißt, das die Lärmbelästigung bei Übungsbetrieb auf ein Mindestmaß beschränkt werden muss." Doch tatsächlich erhöhe die US-Armee seit 2017 ihre Großübungen, und damit steige auch die Lärmbelästigung.

Schießen bis 2 Uhr nachts

"Was ich jetzt bemerkenswert finde, dass es eine gemeinsame Arbeitsgruppe im Bundesverteidigungsministerium gibt, um den Schießlärm zu verringern", fuhr Dier fort. Ärgerlich seien auch die Sonderschießzeiten bis 2 Uhr nachts. Gleiches gelte für die großen Chinook-Hubschrauber, die über die Schießbahn 213 fliegen und ihre Zielübungen abhalten.

Auch das Thema CO2 und Feinstaub stellte Dier in die Runde. "Ein Chinook-Hubschrauber verbraucht zirka 1000 Liter in der Stunde. Was der hier in die Luft rauspestet, kann sich jeder ausrechnen."

Kassier Georg Büttner meldete einen etwas niedrigeren Kassenbestand, der darauf zurückzuführen sei, dass in den vergangenen Jahren die Beiträge ausgesetzt waren. Der Mitgliederstand beträgt derzeit 67 Personen.

Werner Leißner informierte danach über ein weiteres heikles Thema. Am 27. Januar 2020 sei der erste Probeschuss des M270A1-Raketenwerfers gefallen. Dieser sei baugleich mit dem Raketenwerfer MARS der Bundeswehr. Acht Raketenwerfer seien nun auf dem Truppenübungsplatz stationiert. Im September kämen acht hinzu; dann sei die Brigade vollzählig. "Wenn man diese Raketenwerfer abschießen will, muss man das im Randgebiet tun", mutmaßte Leißner. Seinen Recherchen nach fahre die Bundeswehr mit ihren baugleichen MARS-Raketenwerfern inzwischen zum Üben nach Schweden: "Aufgrund der immensen Gefahrenbereichsforderungen in den gültigen Sicherheitsbestimmungen ist ein Schuss von gelenkter Artilleriemunition auf deutschem oder mitteleuropäischen Truppenübungsplätzen nicht möglich", erklärte Leißner. Auch Hubschrauber-Übungsschießen sprach er an. Zusätzlich hatte er ein Foto aus dem Jahr 1955 zur Hand, das die Wohnhäuser und dahinter Lagereinheiten zeigt: "Ich will das hier nur klarzustellen, dass die Schießbahnen erst danach gebaut wurden."

Neuwahlen zurückgestellt

Am Schluss wurden einige Satzungsänderungen vereinbart. Unter anderem wurde die Anzahl der Beisitzer einstimmig von zehn auf drei herabgesetzt. Zudem gilt künftig als Anschrift der BUT die Adresse des jeweiligen Vorsitzenden. Dieses Amt solle im Turnus von drei statt zwei Jahren besetzt werden. Sobald diese Änderungen registriert sind, führt die BUT Neuwahlen durch.

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