18.08.2018 - 17:35 Uhr
NürnbergOberpfalz

DFB-Pokal: FC Bayern und 1. FC Nürnberg mit Mühe weiter

Der FC Bayern und der 1. FC Nürnberg haben ihre Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals erfüllt. Die Bayern siegten gerade so gegen den SV Drochtersen/Assel, der Club gegen den SV Linx. Titelverteidiger Frankfurt scheiterte.

von Agentur DPAProfil

Nur mit großer Mühe hat Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg eine Pokal-Blamage vermieden und die erste Pflichtaufgabe in der neuen Saison knapp bestanden. Die Franken taten sich am Samstag im DFB-Pokal beim Fußball-Oberligaaufsteiger SV Linx lange Zeit schwer, gewannen dann aber noch glücklich mit 2:1 (1:1) und zogen in die zweite Runde ein.

Vor rund 6000 Zuschauern im Kehler Rheinstadion, wohin die Partie verlegt worden war, traf zweimal Stürmer Mikael Ishak (15. Minute/87.) für den lange Zeit pomadig auftretenden Club, der vor der Pause eine Reihe von Torchancen vergeben hatte. Der lange Zeit tapfer kämpfende südbadische Pokalsieger Linx, für den Stürmer Marc Rubio zwischenzeitlich per Foulelfmeter zum 1:1 ausgeglichen hatte (21.), kann sich mit einer Pokalprämie von 121 000 Euro trösten.

FCN-Trainer Michael Köllner hatte sich vor der Partie entschieden, Fabian Bredlow weiter als Nummer eins im Tor zu vertrauen, Neuzugang Christian Mathenia saß daher auf der Bank. Damit stand kein Neuzugang in der Startelf.

Sportvorstand Andreas Bornemann sagte kurz vor dem Anpfiff, dass der Verein wohl am Sonntag die Verpflichtung des japanischen Nationalspielers Yuya Kubo bekanntgeben werde. Der 24 Jahre alte Stürmer solle für ein Jahr vom belgischen Erstligisten KAA Gent ausgeliehen werden, danach habe Nürnberg eine Kaufoption.

Bredlow musste schon früh einen gefährlichen Freistoß des Linxers Pierre Venturini parieren. Danach übernahmen jedoch die Gäste das Kommando. Zunächst vergab Edgar Salli aus zwei Metern (12.), doch dann ging der vierfache Pokalsieger, der den Cup zuletzt 2007 gewann, durch Ishak in Führung. Nach einem Freistoß von Tim Leibold an den Innenpfosten staubte Ishak ab.

Wenig später foulte Leibold jedoch im Strafraum ungeschickt Piakai Henkel und Rubio verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:1. Statt in der zweiten Halbzeit mit mehr Tempo und Biss zu spielen, sah der Nürnberger Auftritt mehr und mehr wie verhaltener Sommerfußball aus. Bei zwei Großchancen von Rubio (74./86.) hatte Linx Pech, vor Ishaks Siegtor aus nur drei Metern kurz vor dem Ende nicht in Führung zu gehen.

Bayern quälen sich in zweite Runde

Der FC Bayern München hat sich in die zweite DFB-Pokalrunde gequält. Mit nahezu allen Stars im Aufgebot reichte es für den klar favorisierten deutschen Rekordmeister am Samstag beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel nur zu einem 1:0 (0:0). Vor 7800 Zuschauern im ausverkauften Kehdinger Stadion, das extra für "das Jahrhundertspiel" mit Zusatztribünen versehen worden war, erzielte Robert Lewandowski in der 81. Minute das Siegtor nach Zuspiel von Leon Goretzka.

Der haushohe Favorit hatte überraschend Mühe mit dem unterklassigen Rivalen. Arjen Robben und Franck Ribéry kamen auf den Außenbahnen kaum zum Zuge. Die leidenschaftlich kämpfenden Niedersachsen standen tief und boten dem übermächtigen Gegner mit einer cleveren Defensivtaktik Paroli. Schon vor zwei Jahren hatten sie Borussia Mönchengladbach (0:1) beinahe zur Verzweiflung gebracht. Der oft ideenlose Rekordmeister konnte das Bollwerk lange Zeit nicht überwinden. Als Drochtersen/Assels Torhüter Patrick Siefkes geschlagen schien, rettete Meikel Klee bei Lewandowskis Kopfball auf der Linie (27.).

Wenig später hatten die Gastgeber eine Top-Chance, als der freigespielte Florian Nagel aus rund zwölf Metern einen Schuss auf den Bayern-Kasten abgab und an Manuel Neuer scheiterte (33.). "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", klang es fortan von den Rängen. Die bis dahin beste Gelegenheit zur Führung der Bayern vergab Thiago (56.). Der Spanier traf bei einem Distanzschuss die Latte. Danach musste die Partie für gut fünf Minuten unterbrochen werden, weil Bayern-Fans Papierrollen aufs Spielfeld geworfen hatten.

Knapp eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt bot Bayern-Trainer Niko Kovac in der 11 500-Einwohner-Gemeinde wie angekündigt die «volle Kapelle» mit allen Stars auf. Mit dabei war auch Nationalspieler Jerome Boateng, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass er doch bei den Münchnern bleibt. Vom Stamm fehlten nur die verletzten David Alaba und James Rodriguez. Der von Schalke 04 und RB Leipzig umworbene Sebastian Rudy war erwartungsgemäß nicht mitgereist.

Ein von Thomas Müller erzielter Treffer (79.) war nicht anerkannt worden, weil Ribery im Abseits stand. Deshalb blieb es bei dem knappen Resultat. Drochtersen/Assels Kapitän Sören Behrmann hatte vor dem Spiel als Ziel geäußert, "weniger Gegentore als der HSV zu bekommen". Die Hamburger hatten drei Tage zuvor in einem Testspiel gegen die Bayern mit 1:4 verloren. Das gelang dem aufopferungsvoll kämpfenden Regionalligisten mit Bravour.

Titelverteidiger Frankfurt ist raus

Eintracht Frankfurt hat sich beim Viertligisten SSV Ulm 1846 blamiert und ist als erster Titelverteidiger seit 22 Jahren in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Der Bundesligist verlor am Samstag 1:2 (0:0) gegen den Fußball-Regionalligisten und muss eine Woche nach dem heftigen 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern München bereits die zweite schmerzhafte Niederlage der Saison erklären. Beim Ulmer Pokal-Comeback nach 17 Jahren Pause trafen Steffen Kienle (48. Minute) und Vitalij Lux (75.) vor 18 440 Zuschauern im ausverkauften Donaustadion. Goncalo Paciencia gelang in der 90. Minute nur noch der Anschlusstreffer für Frankfurt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp