23.05.2019 - 11:48 Uhr
NürnbergOberpfalz

„Romeo und Julia“ am Nürnberger Hauptmarkt

Zu einem eher ungewöhnlichen Einsatz rückten Beamte der Nürnberger Innenstadtinspektion zum Hauptmarkt aus. Wie bei Shakespeare war das Ende eine „Tragödie“.

Der 40-Jährige warf einen fernbedienbaren Kran mit Ausleger an, ließ den Haken herunter und hängte den Strauß Blumen absturzsicher daran.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Gleich vorweg: Es kam niemand zu Tode und die Geschichte zog sich nicht über mehrere Tage hinweg. Dennoch sind Parallelen zum Original erkennbar.

Ausgangspunkt war laut Meldung der Polizei die Baustelle des Deutschen Museums. Dort ist ein 40-jähriger Mann beschäftigt. Im Laufe seiner Tätigkeit hatte er wohl ein Auge auf eine Bewohnerin nahe der Baustelle geworfen und sie zu seiner Favoritin gemacht. Deshalb entschloss er sich, am Mittwochabend gegen 21.15 Uhr "aktiv um sie zu werben".

Lange nach Arbeitsende kehrte Bauarbeiter zurück. Mit einen Blumenstrauß in der Hand und rund zwei Promille Alkohol. Doch nicht der übliche Weg über Klingeln, Treppe und Wohnungstür war sein Plan, sondern viel spektakulärer: Er warf einen fernbedienbaren Kran mit Ausleger an, ließ den Haken herunter und hängte den Strauß absturzsicher daran.

Man kann sich nun schon denken, was folgte: Obwohl betrunken, steuerte er zielsicher den Strauß zum Balkon der Bewohnerin und machte ihr damit deutlich, für sie etwas zu empfinden. Dann nahm die Tragödie ihren Lauf. Die Frau war zum einen komplett irritiert und zum anderen mit der Aktion nicht einverstanden. Sie rief die Polizei. Inzwischen hatten sich mehrere Passanten versammelt und beobachteten das Treiben.

Als die Beamten eingetroffen waren, nahte das Ende des Schauspiels. Der 40-Jährige wurde aufgefordert, seine Aktion einzustellen, was er schließlich auch tat. Tief enttäuscht zog er ab. Mit der Kenntnis der nächsten Tragödie: Wegen eines Verstoßes gegen das Ordnungswidrigkeitengesetz wird er angezeigt. Ob es weitere Konsequenzen für ihn geben wird, prüft derzeit die Polizei.

Ein Antrag ist mindestens einen Hektar groß, ein anderer etwas kleiner, lässt aber Antwortmöglichkeiten. Männer in der Oberpfalz sind kreativ bei der "entscheidenden Frage".
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