21.05.2019 - 14:02 Uhr
NürnbergOberpfalz

Schocktherapie für Gaffer nach tödlichem Unfall bei Nürnberg

Bei Nürnberg hat es am Mittag auf der A6 einen Unfall gegeben. Ein LKW-Fahrer starb noch an der Unfallstelle. Zwei weitere blieben unverletzt. Wegen einiger Gaffer griff die Polizei zu ungewöhnlichen Methoden.

In Richtung Amberg war die dreispurige Autobahn gesperrt.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Wie so häufig bei spektakulären Unfällen zücken Vorbeifahrende ihr Smartphone und fotografieren oder filmen die Szenerie. Wie infranken.de berichtet haben die zuständigen Beamten zu ungewöhnlichen aber wirkungsvollen Mitteln gegriffen. Sie stoppten kurzerhand die Schaulustigen, baten sie aus den Fahrzeugen und konfrontierten sie mit der - natürlich nicht ernst gemeinten Möglichkeit - die Leiche des Unfallopfers aus der Nähe zu sehen.

Mit Erfolg. Der Schock des "Angebots" zeigte Wirkung. Alle Schaulustigen lehnten beschämt ab. Ein Beamter gegenüber infranken.de: "Es ist erschreckend, mit wie wenig Empfinden die Leute hier auch mit dieser Lage hier umgehen." Es sei auch mal wichtig, die Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren. Der Lerneffekt aufgrund einer Geldstrafe sei zu gering. Denn: "Es ist hier kein Spiel. Es ist bittere Realität."

47-jähriger Mann starb an der Unfallstelle

Rückblende: Ein 47-jähriger Lkw-Fahrer war gegen 11.20 Uhr mit seinem Sattelzug auf der A6 bei Nürnberg in Richtung Amberg unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache fuhr er zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd auf einen laut Meldung der Polizei verkehrsbedingt haltenden Sattelzug auf. Die Wucht der Kollision schob diesen Sattelzug auf einen weiteren Lkw.

In Richtung Amberg war die dreispurige Autobahn zunächst gesperrt. Ein Rettungshubschrauber war an der Unfallstelle gelandet. Der 47-jährige Mann starb noch an der Unfallstelle. Die beiden anderen Lkw-Fahrer blieben nach bisherigen Erkenntnissen "augenscheinlich unverletzt".

Die Feuerwehr in Altenstadt/WN hat eine mobile Gafferwand im Einsatz.

Die Polizeigewerkschaft will den Vorfall jetzt nutzen.

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