15.09.2021 - 14:37 Uhr
Oberbernrieth bei WaldthurnOberpfalz

Bodenschutz im Kartoffelbau bei Starkregen

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft. Deshalb besteht Handlungsbedarf in Sachen Bodenschutz. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zeigt Lösungen.

Georg Völkl aus Zeßmannsrieth führt seinen Separierer vor.
von Franz VölklProfil

Ein Separierer und ein großer Beetpflug, zwei für den Laien weniger bekannte Geräte, standen vergangene Woche auf dem Kartoffelfeld von Hans Feiler in Oberbernrieth (Markt Waldthurn). „Der Kartoffelanbau für die Chipsproduktion hat in unserer Region eine große Bedeutung und ist für viele Familienbetriebe ein wichtiges Standbein. Die zunehmenden Starkregenereignisse erhöhen aber das Erosionsrisiko deutlich“, sagte Feiler, dessen landwirtschaftlicher Betrieb für die Firma Lorenz-Snack-World in Neunburg vorm Wald Kartoffeln zur Chipsherstellung anbaut.

Angesichts der Herausforderungen, die durch den Klimawandel auch für die heimische Landwirtschaft entstehen, bestehe erheblicher Handlungsbedarf in Sachen Bodenschutz. Die Herbstbegrünung von Kartoffeldämmen sei dafür ein wichtiger Baustein. Die Veranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Tirschenreuth-Weiden zeigte auf dem Betrieb Feiler den Landwirten hierfür Lösungsmöglichkeiten auf.

„Die sogenannte Steinseparierung und Herbstdammbegrünung ergänzen sich sehr gut, um die Arbeit bei der Ernte zu erleichtern und um gleichzeitig das Erdreich vor Erosion zu schützen“, erklärte Gerhard Gradl vom AELF aus Weiden.

Dieser Vorteil hat Georg Völkl aus Zeßmannsrieth so überzeugt, dass er sich einen Separierer angeschafft hat und das Abtrennen von Steinen als Dienstleistung für andere Landwirte im Herbst und im Frühjahr anbietet. Bei der Vorführung in Oberbernrieth konnten sich die Teilnehmer ein Bild von der Leistungsfähigkeit dieses neuen Gerätes im praktischen Einsatz machen. Hierbei werden die Steine aus den zuvor mit einem „Beetpflug“ angelegten Beeten vom Separierer aufgenommen, von der Erde getrennt und anschließend zwischen zwei Dämmen abgelegt. Völkl erklärte mit Josef Reitinger aus Thanstein, der seit Jahren auf seinem Betrieb den Separierer in Einsatz hat, die Vorgehensweise.

Seit mehreren Jahren legt der Betrieb Feiler an der Auffahrt zum Fahrenberg seine Kartoffeln im Herbstdammsystem. Das im Feld vorgeführte Separieren der Steine vom Boden ermöglicht im Folgejahr eine wesentliche Erleichterung bei der Kartoffelernte. „Die Ablage der Kartoffeln im nachfolgenden Frühjahr erfolgt dann direkt in den bereits vorhandenen Damm“, sagte Fachberater Michael Lukas vom AELF Tirschenreuth-Weiden. Die Kartoffeldämme werden auf dem Betrieb Feiler nach der Bodenbearbeitung im Spätsommer und nicht wie üblich im Frühjahr gezogen. Zum Zweck des Erosions- und Gewässerschutzes wird zeitgleich mit der Separierung eine Zwischenfruchtmischung (Ölrettich) zur Winterbegrünung eingesät oder aufgestreut.

Herbstdämme mit Zwischenfruchtanbau lassen Regenwasser deutlich schneller einsickern. Allein dadurch verbessert sich im Zusammenspiel mit stabilen Krümeln der Schutz des Bodens vor Erosion.

Beim anschließenden Treffen beim Gipfelwirt am Fahrenberg nutzte Sebastian Betz, Kartoffelspezialist des Erzeugerringes in der Oberpfalz, die Gelegenheit, um den Teilnehmern weitere wertvolle Tipps zum Erosionsschutz im Kartoffelbau zu geben. Mit einem Erfahrungsbericht von Fachberater Martin Schreyer vom AELF Tirschenreuth-Weiden zum Herbstdammverfahren aus dem Landkreis Regensburg endete die Veranstaltung.

Derzeit sind die Straßenbauer eifrig im Ortsteil Waldau unterwegs

Waldau bei Vohenstrauß

 

 

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