Oberlind bei Vohenstrauß
17.10.2018 - 11:18 Uhr

Dorfbewohner zeigen großes Interesse an Bürgerversammlung in Oberlind

Windkraft, Fahrradwege und die Kosten für Verwaltung: Bei der Bürgerversammlung in Oberlind kommen viele Anliegen der Bürger zur Sprache. Doch danach sah es anfangs gar nicht aus.

Im ausgewiesenen Baugebiet Messerpaint kann bereits gebaut werden. Zwei Plätze sind schon verkauft und weitere drei sind noch für Bauwillige vorhanden. Bild: dob
Im ausgewiesenen Baugebiet Messerpaint kann bereits gebaut werden. Zwei Plätze sind schon verkauft und weitere drei sind noch für Bauwillige vorhanden.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, 12 Stadträte und 37 Besucher haben sich zur Dorfversammlung getroffen. Die Gäste wollten wohl vor allem gemütlich zuhören, denn erst nach mehrmaliger Aufforderung des Stadtoberhaupts kamen im Gasthof Anzer einige Anliegen auf den Tisch. So wollte Josef Braun aus Unterlind wissen, ob es im Landkreis Neustadt/WN schon ein Windrad gebe. Wutzlhofer verneinte, da es wegen der bayerischen 10-H-Sonderregel zum Mindestabstand von Windrädern von der Bebauung oft ein langwieriges Verfahren bedeute. Im Raum Schwandorf stünden Windräder sogar in Sichtweite zu Oberlind, hakte Braun nach. Der Bürgermeister erklärte, eine Gemeinde könne durchaus erlauben, dass Windräder näher an die Bebauung heranrücken. "Wenn alle Beteiligten einverstanden sind, kann die 10-H-Regel unterbrochen werden“, bestätigte auch Bauamtsleiter Hans Balk. Würden die Verantwortlichen der Stadt am Kalvarienberg ein Gebiet ausweisen, könnte möglicherweise ein Windrad aufgestellt werden, meinte der Rathauschef. Doch den Bürgerprotest könne er jetzt schon hören. „Ein Windrad ist mir doch lieber als wie in der Tschechei ein Kernkraftwerk“, bohrte Braun weiter. „Das wird jetzt leicht dahingesagt“, entgegnete Stadtrat Josef Maier. „Derjenigen, den es betrifft, der steinigt dich.“ Wenn dann müsste es eine europäische Lösung geben, versuchte Wutzlhofer zu moderieren und fragte, „ob wir alleine die Welt retten können?“.

Wolfgang Braun ließ sich die städtische Förderregelung genauer erklären, die er nicht ganz versteht. Er gewinne den Eindruck, dass ein „großer Wasserkopf“ mit Planung, Architektur oder Statik diese Förderungen teuer machten und brachte das Bushäuschen in Sraßenhäuser ins Spiel. Der Rathauschef erklärte dem Unterlinder die Regeln für eine erfolgreiche Förderung. Beim Bushäuschen sei kein Pfennig an Planungskosten im Anschaffungspreis enthalten. Allein die großen Glasscheiben in den bestehenden Bushäuschen müssen aus Sicherheitsglas bestehen und das koste. Grundsätzlich vermeide die Stadt auch beim Straßenbau Planungskosten. Lediglich beim Hütbrunnenwegausbau wurde die Maßnahme, wegen der Regeln für die Bezuschussung ausgeschrieben. Nicht gefördert werde bei so einem Projekt die Ingenieurleistung. Es gebe immer „zuwendungsfähige Kosten“ und "nicht zuwendungsfähige Kosten".

Braun wollte außerdem wissen, ob zwischen Unterlind und Lerau ein Fahrradweg geplant sei. Wutzlhofer verneinte. Lediglich von Gröbenstädt in Richtung Bocklradweg sei ein Radweg als direkte Anbindung im Gespräch.

Michael Uschold vom Kalvarienberg äußerte Unzufriedenheit mit dem Breitbandausbau. Alfred Uschold aus Unterlind schloss sich an. Seit dem Ausbau könne er noch viel schlechter E-Mails empfangen, so der Senior. Wutzlhofer wies aber schon daraufhin, dass es keine automatische Erhöhung des Datenvolumens gebe, sondern mit dem jeweiligen Anbieter eine entsprechender Vertrag abgeschlossen werden müsse, um die entsprechende Leistung zu bekommen. Der Bürgermeister will aber trotzdem den Breitbandpaten der Stadt, Thomas Herrmann, einschalten, um eventuell eine Verbesserung zu erreichen.

Zusätzlich informierte Wutzlhofer die Zuhörer, dass die Bauleitplanung mit Satzungsbeschluss am 7. Dezember 2017 für das Baugebiet Messerpaint abgeschlossen worden sei. Auf zwei verkauften Bauplätzen könne gebaut werden, drei mit 1050, 900 und 800 Quadratmeter Fläche sind noch frei. Der Ausbau des Wirtschaftswegs vom Anwesen Scherer vorbei zum Elm sei heuer wegen des günstigen Wetters und den geringen Mäharbeiten erfolgt und habe rund 25 000 Euro gekostet.

Die Ortseinfahrt Unterlind ist ausgebessert und erneuert worden. Bild: dob
Die Ortseinfahrt Unterlind ist ausgebessert und erneuert worden.
Große Transportfahrzeuge brauchen zur Holzabfuhr eine geeignete Infrastruktur. So ist der Wirtschaftsweg vom Scherer-Anwesen vorbei in Richtung Waldgebiet Elm saniert worden. Bild: dob
Große Transportfahrzeuge brauchen zur Holzabfuhr eine geeignete Infrastruktur. So ist der Wirtschaftsweg vom Scherer-Anwesen vorbei in Richtung Waldgebiet Elm saniert worden.
 
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