20.04.2020 - 10:02 Uhr
Oberlind bei VohenstraußOberpfalz

Frauen nähen Wehrleuten Mundschutz

Die Oberlinder Feuerwehr handelt auch in der Coronakrise vorbildlich. Freiwillige haben sich bereiterklärt, den Einsatzkräften Mundschutzmasken zu nähen. Kommandant Markus Kindl ist für die strikte Einhaltung von Sicherheitsabständen.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Oberlind sind, dank einiger freiwilliger Näherinnen aus dem Ortsteil, bestens mit Mund-Nasen-Maske ausgerüstet.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Coronakrise beeinflusst mittlerweile das Leben der gesamten Weltbevölkerung. Insbesondere die Menschen, die in den Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen tätig sind, stehen in dieser Zeit tagtäglich vor besonderen Herausforderungen. DieAusbildungs- und Übungsdienste der Aktiven sind auch in der Feuerwehr des Ortsteils ausgesetzt, und die Jugendgruppe bekommt regelmäßig auf digitalem Weg Übungsmaterialien, die sie auf freiwilliger Basis zu Hause umsetzen können.

Doch wenn auch die wöchentlichen Ausbildungsveranstaltungen entfallen, so gilt dies nicht für den Einsatzdienst. Dieser wird weiterhin unter strengen Hygieneregeln aufrechterhalten. Kommandant Markus Kindl versorgt seine Mannschaft regelmäßig mit Neuerungen und Abläufen, die alle beachtet werden müssen. Das Feuerwehrhaus wird vorerst nur noch von den Einsatzkräften im Einsatzfall oder von einzelnen Wehrleuten zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft für Wartungen oder zum Überprüfen der Geräte betreten.

Ebenso wurde die Umkleide dezentralisiert. Um die Abstände zwischen den Einsatzkräften zu wahren, wurden die Schutzanzüge in größeren Abständen im Raum verteilt. Schon beim Ankleiden gilt der Sicherheitsabstand. Auch soll die Zahl der ausrückenden Einsatzkräfte minimalisiert werden. Wenn eine Alarmierung erfolgt, wird nach Bekanntgabe des Alarmstichworts entschieden, wie viele Wehrleute unbedingt nötig sind. Das Feuerwehrauto wird mit weniger Personen als üblich besetzt, um die Abstände zu vergrößern. Weiteres Personal folgt mit den Privatautos. Das verringert auch die Zahl der Ausfälle, sollten Kräfte wegen einem möglichen Coronakontakt unter Quarantäne gestellt werden müssen.

Das Feuerwehrfahrzeug wurde außerdem mit einem Wasserbehälter und Seife ausgestattet, so dass sich die Wehrleute am Einsatzort gleich die Hände waschen können. Nach der Rückkehr ins Feuerwehrhaus muss alles desinfiziert und gereinigt werden, weist Kommandant Kindl hin. Ebenso soll nach einem Einsatz eine gründliche Ganzkörperreinigung erfolgen.

„Das Coronavirus ist eine Gefahr, die wir weder sehen noch schmecken können“, gibt Kindl zu bedenken. Dies kann sich auch auf die psychische Belastung einzelner Einsatzkräfte auswirken. „Die psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte hat dazu auch eine Vielzahl an Strategien ausgearbeitet und für uns Feuerwehrleute bereitgestellt, die einem bei der Bewältigung von auftretenden Problemen während eines Einsatzes oder danach helfen können.“

Da die Gesundheit an oberster Stelle steht, aber Schutzausrüstung momentan nur schwer zu beschaffen ist, haben sich der Kommandant und sein Stellvertreter Albert Herrmann im Ort umgehört, wer bereit wäre, Mund-Nasen-Masken für die Oberlinder Wehrleute zu nähen. Die Aktion verlief sehr erfolgreich. Verena Beierl, Maria Zitzmann, Maria Kopp, Maria Uschold und Rita Anzer haben sich sofort bereit erklärt, den Aktiven zu helfen. Dieser Mundschutz kann in der Waschmaschine gewaschen werden und ist auch für den privaten Gebrauch einsetzbar. Mittlerweile haben auch andere Bewohner des Ortsteils bereits wegen eines selbstgenähten Masken angefragt. Wer einen solchen benötigt, kann sich an Kommandant Markus Kindl wenden.

Die Feuerwehr Oberlind rückt bis auf weiteres nur noch mit Mundschutz beziehungsweise Maske in Kombination mit dem Helmvisier zu Einsätzen aus. Wer im Einsatz nicht direkt in der Nähe des Patienten tätig wird, hält mindestens drei Meter Abstand. „Die Abstände der Feuerwehrleute untereinander ist auf 1,50 Meter zu beschränken. Gruppenbildungen an der Einsatzstelle sind unbedingt zu vermeiden. Oberstes Ziel dieser ganzen Maßnahmen in der Feuerwehr muss sein, die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten und zu verhindern, dass große Gruppen von Feuerwehrleuten unter Quarantäne gestellt werden müssen“, lässt Kindl keine Zweifel.

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