Die Bauhofmitarbeiter haben vom stattlichen Lindenbaum gegenüber der St.-Thomas-Kirche einen großen schadhaften Ast abgesägt. Jetzt forderte Franz Kellner als unmittelbarer Nachbar bei der Bürgerversammlung die Schnittstelle mit einer Blechplatte zu versiegeln, da man in den faulen und fast hohlen Stamm sogar mit der Hand hineingreifen kann. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sagte dazu, dass Bauamtsleiter Hans Balk schon ein Lied von dieser Linde singen könne. Er hat die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Neustadt/WN bereits mehrfach auf den schlechten Zustand des ortsbildprägenden Baums aufmerksam gemacht. Mittlerweile ist auch geklärt worden, wem der Baum gehört. „Er gehört der Kirche, und die hat bislang noch keine Antwort von der zuständigen Stelle erhalten.“ Da es sich um ein sogenanntes Naturdenkmal handelt, sei das Landratsamt zuständig. Die Stadt habe nur einen großen Ast abgesägt, von dem höchste Gefahr ausgegangen ist und der noch dazu komplett hohl war.
„Wenn Gefahr in Verzug ist, müssen wir tätig werden“, meinte Wutzlhofer. Anschließend wurde die Naturschutzbehörde gebeten, hier tätig zu werden. Ob der Baum saniert oder abgesägt wird, bleibe abzuwarten. Vermutlich wird ein Gutachten in Auftrag gegeben. „Tatsächlich hat die Stadt nun keinen Zugriff mehr“, machte Balk den Oberlindern klar. Mindestens viermal hat er die Untere Naturschutzbehörde bereits aufgefordert, hier tätig zu werden, weil die Verantwortlichen der Stadt Angst haben, dass der Baum umfällt.
Letztlich sei auch die Kirche als Besitzerin mit in der Verantwortung, merkte Wutzlhofer noch an. Die Verkehrssicherungspflicht in Sachen Bäumen sei eine ganz gravierende heiße Sache. Wenn bloß ein Ast auf ein Auto falle sei es schon sehr kritisch und dann erst wenn ein Mensch in Mitleidenschaft gezogen wird, gab Balk zu bedenken. Es sei für ihn schon widersprüchlich, wenn ein Verkehrssicherungspflichtiger einen Baum absägt und dann immer in der öffentlichen Kritik steht.
„Wenn wir die Verfügungsgewalt über diesen Baum hätten, wäre er schon abgesägt“, ließ der Bauamtsleiter keinen Zweifel aufkommen, „denn keiner von uns würde diese Verantwortung übernehmen können, wenn offensichtlich ist, dass der Baum faul ist.“ Ein Lindenbaum habe auch seine begrenzte Lebensdauer und wenn es soweit ist, müsse er weg. Nachfolgend könne ja wieder ein neuer Baum gepflanzt werden. Sabine Meier brachte einen weiteren krankenden Lindenbaum ins Spiel, der bei der Neugestaltung des Dorfplatzes in der Mitte des Kreisverkehrs gepflanzt wurde und am Stamm eine Wucherung aufweist. „Geht’s dem nicht gut?“, fragte Meier. Außendienstleiter Karl Frey will sich den Baum einmal näher ansehen. Josef Braun aus Unterlind bemerkt seit längerem einen gegabelten Baum in Richtung Neumühle von dem auch schon ein Teil abgebrochen ist. Frey will sich auch darum kümmern. Landwirt Markus Woppmann aus Lerau stören drei Birkenbäume wenn er mit seinen großen Maschinen von der Tradmühle herkommend in Richtung Anwesen Spitzner zum Feld einbiegen will, da die Äste zu weit in den Weg hängen. Er habe sich schon überlegt, selbst Hand anzulegen und die Birkenbäume abzusägen. Wutzlhofer wie auch Balk warnten, dass dies nicht ohne Rücksprache mit der Stadt gehe. Frey wird sich demnächst in den Oberlinder Fluren auf eine umfassende Baumbeschau aufmachen.















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