12.02.2020 - 10:03 Uhr
Oberlind bei VohenstraußOberpfalz

Otto Riedlbauer nach 30 Jahren als Jagdpächter verabschiedet

Spengler- und Metallbauer Otto Riedlbauer ist ein erfahrener Waidmann, der sich fast 30 Jahre lang im Jagdrevier Oberlind einbrachte. Nun hieß es für den 75-Jährigen Abschied nehmen. Sein Rat ist nach wie vor noch gefragt.

Fast 30 Jahre lang übte Jagdpächter Otto Riedlbauer (Mitte) zur vollsten Zufriedenheit der Jagdgenossenschaft Oberlind das Waidrecht in den Oberlinder Fluren aus. Jagdvorsteher Joseph Meißner (Dritter von rechts) verabschiedete den Jäger jetzt im Kreis der Vorstand- und Jägerschaft. Johannes Hartwig aus Döllnitz (rechts) ist sein Nachfolger.
von Elisabeth DobmayerProfil

Otto Riedlbauer gibt nach drei Jahrzehnten die Jagdpacht in der Jagdgenossenschaft Oberlind zurück. Das war für die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Anlass, ihren äußerst zuverlässigen Jäger gebührend bei der Versammlung im Gasthof Anzer zu ehren. Riedlbauer kommt aus dem Vohenstraußer Ortsteil Straßenhäuser und feierte zudem am Sonntag seinen 75. Geburtstag. Fast 30 Jahre lang war er für die Jagdgenossenschaft ein treuer und stets zuverlässiger Partner, zeigte sich Jagdvorsteher Joseph Meißner überzeugt. „Mit Otto Riedlbauer verlieren wir einen überzeugten Waidmann“.

Als neuer Jagdpächter steigt Johannes Hartwig aus Döllnitz ein. Riedlbauers Revier übernimmt Hans Sauer als Altenstadt. Neben dem neuen Kollegen und Hans Sauer zählt außerdem Martin Vogt aus Vohenstrauß zur Riege der Jagdpächter. „Der Abschussplan wurde erfüllt“, informierte Meißner. Demnach sei für die Jagdjahre 2019 bis 2021 die Erlegung von insgesamt 74 Wildtieren (48 Rehe, 26 Kitze) vorgesehen. Für das abgelaufene Jahr listete letztmals Riedlbauer die Abschusszahlen auf: es waren 24 Rehe, darunter fielen acht Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer. Insbesondere auf der Kreisstraße nach Lerau. Zudem erlegten die Jäger neun Füchse und ebenso viele Wildschweine.

Martin Vogt unterrichtete die Versammlungsteilnehmer, dass in Sachen Wildschweinplage alles getan werde, die Lage einzudämmen. Selbst große finanzielle Anstrengungen scheuen die Jäger nicht mit der Anschaffung etwa von Nachtsicht- und Wärmebildgeräten, die schnell die 8000 Euro Marke erreichen. Sieben hochwertige Wildkameras von je 400 Euro Anschaffungskosten im gesamten Revier rufen die Jäger innerhalb von zwei Minuten auf den Plan. „Derzeit haben wir die Wildschweine gut im Griff, wir konnte die Tiere in unserem Revier ziemlich dezimieren“ sagte der erfahrene Waidmann. Vogt ist sich sicher, dass zur Eindämmung der Wildschweine seitens der Jägerschaft viel Geld und vor allem auch viel Zeit investiert werde.

Das Vorkommen der großen Beutegreifer, wie Luchs, Wolf oder Biber werden von den Leuten in der Großstand hochgejubelt und sind von Tierschützern herzlich willkommen, diese stellen aber mittlerweile auf dem Land ein großes Problem dar. Mit diesen drastischen Worten malte der Schwarzwildbeauftragte der Oberpfalz und zugleich offizieller Stadtvertreter Josef Haberkorn ein nicht gerade rosiges Bild von einer heilen Tierwelt. Haberkorn, der selbst als leidenschaftlicher Jäger im Revier Sulzberg bei Pleystein unterwegs ist, stellt seit vielen Jahren die Anwesenheit des Luchses fest. Gerade das Rehwild zeige durch die Anwesenheit eines Luchstiers ein gestörtes Verhalten.

Ein weiteres problematisches Thema sei die afrikanische Schweinepest. Nach Haberkorns Meinung helfen zur Abwehr keine Grenzzäune zum Nachbarland. Die Population der Viren werde vor allem von Touristen, Fernfahrern oder auch von Saisonarbeitern übertragen, die mit Wurstwaren ins Land einreisen und Reste wegwerfen. In diesem Zusammenhang wies Haberkorn daraufhin, dass der Landkreis bezüglich der afrikanischen Schweinepest im östlichen Landkreis bei der Straßenmeisterei Vohenstrauß einen Container für die Anlieferung von Wildschweinaufbrüchen bereit gestellt habe. „Alle anfallenden Produkte sollen aus der Natur entfernt werden“, mahnte Haberkorn zur Prävention.

Jagdvorsteher Meißner überreichte Riedlbauer einige Präsent, darunter eine Zipfelmütze. Seine Zipfelmütze sei das absolute Markenzeichen des passionierten Jägers.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.