Oberndorf bei Kemnath
11.11.2019 - 15:06 Uhr

"Senkt die Fahnen"

Traditionsgemäß eine Woche vor dem Volkstrauertag gedachten die Gläubigen in der Oberndorfer Filialkirche Sankt Georg der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege.

„Vereine, senkt die Fahnen“, kommandierte Max Weber bei der Totenehrung am Kriegerdenkmal in Oberndorf. Bild: jzk
„Vereine, senkt die Fahnen“, kommandierte Max Weber bei der Totenehrung am Kriegerdenkmal in Oberndorf.

Unter den Klängen der Stadtkapelle Kemnath zogen die Bürgermeister Werner Nickl, Hermann Schraml und Heidrun Schelzke-Deubzer mit einigen Stadt-, Kirchen- und Pfarrgemeinderäten in das Gotteshaus ein.

Die Abordnungen der Feuerwehren Höflas und Kötzersdorf und des Schützenvereins Silberbach nahmen im Altarraum Aufstellung. "Wären die Weltkriege zu verhindern gewesen?" und "Warum kommt es in der Menschheitsgeschichte immer wieder zu solchen Tragödien?", fragte Pfarrer Thomas Kraus bei seiner Predigt. Die Wurzel allen Übels liege im Menschen. Alle großen und kleinen Konflikte entsprängen der Unversöhntheit des Menschen mit sich selbst und den daraus resultierenden inneren Enttäuschungen. Unversöhnlicher Hass verblende. "Ein jeder von uns kann sich also schuldig machen an Kriegen im Großen und im Kleinen." Um dagegen anzukommen, müssen man lernen, nicht sich selbst und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen.

Mesnerin Marlene Weichs-Koller trug die Lesung und die Fürbitten vor. Bei den Gesängen "Ich bete an die Macht der Liebe", "Meine Seele ist stille in dir", "Gott wird dich tragen, drum sei nicht verzagt" und "Jesus, Gottes Lamm" begleitete Josef Zaglmann die Sängerin Christina Daschner auf der Orgel.

Nach dem Gedenkgottesdienst stellten sich die Fahnenabordnungen und Gottesdienstbesucher zum Totengedenken auf dem Dorfplatz vor dem Kriegerdenkmal auf. Dort hatten Matthias Müller und Martin Hautmann in Uniform die Totenwache übernommen.

Nach einem Gebet des Geistlichen und einem Bläserchoral der Kemnather Musikanten ergriff Bürgermeister Werner Nickl das Wort. In den beiden Weltkriegen haben über 60 Millionen Menschen ihr Leben lassen müssen. "Wir gedenken all derer, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen, ihrer ethnischen Herkunft und ihrer Religion verfolgt, misshandelt und getötet wurden", aber auch der Hinterbliebenen, die ihre Söhne, Töchter, Väter und Mütter verloren haben und deren Namen nicht auf dem Kriegerdenkmal stünden. Dieses Totengedenken am Volkstrauertag dürfe nie zur reinen Routine werden.

Zum Gedenken an die Kriegsopfer legte Nickl vor dem Mahnmal einen Kranz nieder. Nach dem Kommando "Senkt die Fahnen" durch Max Weber intonierten die Bläser unter Leitung von Rita Kunz das Lied "Ich hatt' einen Kameraden". In sicherer Entfernung feuerte Max Popp den Ehrensalut ab. Am Ende der Totenehrung bedankte sich der Vorsitzende der Feuerwehr Höflas, Max Weber, bei allen Beteiligten für die eindrucksvolle Gestaltung der Gedenkfeier.

 
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