21.10.2019 - 08:53 Uhr
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Äh ... nö: Ein Plädoyer für mehr Neins

Nein. Einfach Nein. Viel zu oft benutzen wir dieses kleine wichtige Wort nicht, weil wir unserem Gegenüber nicht vor den Kopf schlagen wollen. Dabei kann es so befreiend sein ...

Nein zu sagen ist nicht immer leicht. Doch es kann wahnsinnig befreiend wirken.
von Autor DEYProfil

Endlich mal wieder einen Abend in Zweisamkeit mit dem Partner verbringen, statt zum lahmen Grillabend der Nachbarn gehen? Der Kollegin sagen, dass Sie deren Unterlagen zukünftig nicht mehr kopieren werden? Dem Bekannten, der Sie schon viel zu oft ausgenutzt hat, nicht beim Umzug helfen? Wie schön wäre es, in manchen Situationen den Mut und die Kraft aufzubringen, mit einem klaren „Nein!“ damit aufzuhören, Dinge zu tun, die man nicht tun möchte. Zu sagen, was man wirklich will. Besser gesagt, was man nicht will. Doch leichter gedacht als gesagt.

Niemand will als Kratzbürste oder Unsympath dastehen. Harmonie ist vielen ein Grundbedürfnis. Wir wollen höflich und nett sein, gemocht werden, gut ankommen. Doch Jasager kommen beim Erfüllen der Wünsche von anderen zu kurz und bleiben selbst auf der Strecke. Obwohl sie wissen: Nein zu sagen ist, wie ein Pflaster abzuziehen. Es muss sein. Es wird weh tun. Und dennoch ist es am Besten, es entschieden, schnell, kurz und knapp hinter sich zu bringen.

Die Entschädigung für den Schmerz ist das Gefühl danach. Wer den Nachbarn absagt, die Kollegin in ihre Schranken weist und sich gegen das Kistenschleppen entscheidet, fühlt sich hinterher stolz und erleichtert. Obwphl es oft schwer fällt, tut es gut. Und es ist erlernbar. Natürlich nicht wie ein vokabelartiges Fremdwort, sondern bewusst als Wort, das unsere Entscheidungen bekräftigt. Wer überzeugt ist, dass er einer ungeliebten Situation mit einem klaren Nein entfliehen möchte, sollte danach handeln. Auf die bewusste Entscheidung für die Absage folgt die Fähigkeit, es deutlich auszusprechen. Wie ein Pflaster. Es schnell und mit einem Ruck abzuziehen sorgt für den geringsten Schmerz. Also los.

Zur Entscheidung stehen

Der Bekannte ist sauer, weil Sie nicht beim Umzug helfen und es kommt zum Wortgefecht? Unangenehm. Aber machen Sie sich nichts draus. Und vor allem: Ändern Sie nicht Ihre Meinung. Aller Anfang ist schwer. Nein zu sagen will gelernt sein. Dabei auch noch souverän zu wirken, ist zu Beginn zu viel verlangt. Je länger Sie üben, umso leichter wird es Ihnen über die Lippen gehen. Immer daran denken: Wenn das Pflaster ab ist, fühlen Sie sich besser.

Bewusst entscheiden

Meist liegt es nicht daran, dass wir nicht Nein sagen können. Wir fällen viel zu selten die Entscheidung dafür. Denn wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen. Oder sind ratlos, ob ein Nein in dieser Situation richtig wäre. In solchen Situationen hilft, sich vorzustellen, wie man sich mit einem Ja und wie mit einem Nein fühlen würde. Sobald bei der Vorstellung eines Neins neben Angst und Peinlichkeit auch nur ein Funke von Erleichterung oder gar Stolz in Ihnen aufkommt, sollten Sie es wagen.

Absagen der Situation anpassen

Streifen Sie die Angst, Neins könnten Ihr soziales Umfeld erschüttern, ab. Niemand wird Sie verstoßen, weil Sie sagen, was sie wollen – und was nicht. Die Nachbarn beginnen sicher keinen Gartenkrieg, wenn sie nicht zum Grillen kommen. Jedoch macht der Ton die Musik. Gehen Sie auf Ihre Nachbarn ein. Erklären Sie ruhig Ihre Entscheidung. Aber: Zeigen Sie Entschlossenheit und fassen Sie sich kurz. Der Kollegin hingegen erläutern Sie sachlich, dass Sie Ihre Arbeitszeit auf Ihre eigenen Aufgaben verwenden müssen. Punkt. Aus. Was folgt, ist das belohnende Gefühl der Erleichterung.

Selbstsicher ans Ziel

Die Fähigkeit, Nein zu sagen, hängt auch davon ab, ob wir unseren Weg, unsere Ziele kennen. Wer klare Vorstellungen im Kopf hat, weiß, ob er Ja oder Nein sagen möchte. Weiß, was er will, und was eben nicht. Alle diejenigen, die noch auf der Suche nach ihren Zielen sind, können sich vom Neinsagen helfen lassen. Denn Neins stärken das Selbstvertrauen. Nicht selten gehen mit dem Glauben an sich selbst und einem selbstbewussten Auftreten auch spannende neue Aufgaben im Job oder interessante private Kontakte einher. Dem Nein sei Dank.

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