30.09.2019 - 12:27 Uhr
OberpfalzOberpfalz

Man(n) pflegt sich

Ein echter Kerl lässt nur Wasser und Kernseife an seine Haut. Dass dieses Klischee längst veraltet ist, beweisen nicht nur unzählige Cremes, Gels und Parfüms für den Mann in Drogerien und Kosmetikstudios.

Nicht nur die Bartpflege ist vielen Männern wichtig. Immer öfter greifen sie auch zu Cremes, Gels und Gesichtswasser.
von Julia Hammer Kontakt Profil

After Shave, Gesichtsreinigungsbürsten, Moisturizing Balsam, Reinigungswasser, Körperspray, Augencreme, Maniküresets – das Angebot der Kosmetikindustrie für den Mann steht dem für die Frau in Nichts mehr nach. Und doch gibt es große Unterschiede. Im Vergleich zur oft zarten, empfindlichen Haut der Frau gilt Männerhaut als sehr robust. Das hört sich positiv an, ist es aber nicht immer. Männer besitzen mehr Talgdrüsen. Die Folge: Der Teint wirkt fettiger, die Haut neigt zu Unreinheiten. Besonders um den Mund und die Nase sprießen vermehrt Pickel und Pusteln. Deshalb raten Dermatologen Männer dringend davon ab, in den Cremetopf ihrer Liebsten zu greifen, wenn sie ihrem Gesicht etwas Gutes tun wollen. Frauenkosmetik beinhaltet in der Regel viel Fett. Doch nicht Fett, sondern Feuchtigkeit ist wichtig, um Männerhaut schön und geschmeidig zu halten.

Schmutz und kleine Partikel

Doch woher weiß Man(n), zu welcher Creme, welchem Balsam, welchem Gesichtswasser er greifen sollte? Wichtig sind pH-Wert-ausgleichende Inhaltsstoffe, die das Gesicht sanft reinigen, den Schmutz und kleinste Partikel abtragen. Eine leichte Creme, Gel oder Fluid runden die schonende Tagespflege ab. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sowohl Ceramide als auch Cholesterol beinhaltet sind. Ceramide befinden sich in der natürlichen Hornschicht der Haut. Der Stoff schützt vor Feuchtigkeitsverlust und bietet gleichzeitig Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Staub, Schmutz oder UV-Strahlung. Cholesterol ist ein wichtiger Baustein gesunder Zellmembranen. Durch spezielle Cremes werden diese Stoffe zusätzlich zugeführt - und verfeinern das Hautbild nachhaltig.

Regelmäßiges Rasieren

Männer, die regelmäßig zum Rasierer greifen, sollten sich nicht nur über den passenden Rasierer, sondern auch die notwendige Pflege danach Gedanken machen. Denn der Rasur fallen nicht nur kleine Härchen zum Opfer. Auch schützende Hornschuppen werden abgetragen. Männer, die mit Unreinheiten oder Pickel zu kämpfen haben, sollten die Finger vom Nassrasierer lassen. Eine Trockenrasur reizt die Haut weniger, Irritationen gehen deutlich zurück. Anschließende Pflege sollte – egal ob nass oder trocken rasiert – Pflicht sein. Experten raten Männern mit unempfindlicher Haut, zu alkoholhaltigen Aftershaves zu greifen, da diese desinfizieren und gleichzeitig kühlen. Doch das kann höllisch brennen, wie viele Männer aus Erfahrung wissen. Diese sollten zu alkoholfreien Varianten wie pflanzlichen Lotions oder beruhigenden Balsams greifen.

Sport verbessert Hautbild

Sport ist bekanntlich Balsam für die Seele – doch nicht nur das. Auch das Hautbild profitiert von regelmäßiger Bewegung. Die gesteigerte Durchblutung verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Haut. Dadurch werden freie Radikale leichter abgetragen. Auch Schweiß hat eine reinigende Wirkung. Denn durch das Schwitzen öffnen sich Hautporen, wodurch Talg – einer der Hauptursachen für Pickel und Unreinheiten, besser abfließen kann. Ein Tipp: Nach dem Sport ist die Haut besonders aufnahmefähig. Durch die vergrößerten Poren ziehen Inhaltsstoffe besser ein und werden länger in den Zellen gespeichert.

Info:

TIPPS FÜR DIE RICHTIGE BARTPFLEGE

Vollbart, „Backenwärmer“, Drei-Tage-Bart oder doch die zeitlose Variante am Kinn - für viele Männer ist der Bart Ausdruck ihrer Individualität, ihr ganz persönliches Alleinstellungsmerkmal. Doch hinter dem Gesichtshaar steckt oft viel Arbeit – und eine ganz spezielle Pflege.

Ein echter Vollbart braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit bei der Bartpflege. Trimmen, Waschen, Stylen. Und das täglich. Ein Bart kann Blickfang sein, aber nicht immer im positiven Sinn. Wirkt er verwahrlost, breitet sich das Bild schnell auf die Person aus. Doch mit ein bisschen Routine geht die tägliche Pflege schnell. Da sich das Barthaar nicht mit dem Kopfhaar vergleichen lässt, raten Experten, keine gewöhnlichen Reinigungen zu benutzen. Bartshampoo versorgt das Haar hingegen mit ausreichend Feuchtigkeit – genauso wie Bartöl. Es stärkt den Bart, lässt ihn glänzen und hilft, dass er in Form bleibt.

Der klassische 10-Tage-Bart ist weniger anspruchsvoll. Anstatt zu einem speziellen Bartshampoo zu greifen, reicht es meist, eine Gesichtspflege mit integrierter Bartpflege zu benutzen. Diese versorgt die Haut mit den notwendigen Nährstoffen und macht den Bart gleichzeitig schön weich. Ist der Haarwuchs jedoch bereits nach zehn Tagen sehr stark, die Wurzeln fest und die Härchen sehr dick, dann Experten, schon in dieser Phase zu speziellen Barthaar-Produkten zu greifen.

Lässig, ein wenig verwegen, unkompliziert – ein Drei-Tage-Bart ist attraktiv und sieht nach wenig Arbeit aus. Doch auch in den lässigen Look muss Mann bereit sein, Zeit zu investieren. Öfter als beim Voll- oder 10-Tage-Bart muss er täglich getrimmt und die Konturen definiert werden. Da die Härchen sehr hart und borstig sind, sollten Männer morgens und abends Tag Bartöl auftragen und anschließend mit einer Bartbürste gut verteilen und einwirken lassen. Für alle, die ihren Bart gerne länger tragen möchten, ist diese Phase oft eine Qual. Doch keine Sorge. Ein bisschen Geduld – und das Problem erledigt sich von selbst, sobald die Härchen eine bestimmte Länge erreicht haben.

BESONDERE PFLEGE IM WINTER:

Minusgrade, ein kalter Wind pfeift über die Oberpfalz – ab Oktober kündigt sich langsam der Winter an. Das wirkt sich auf die tägliche Bart-Routine aus. Ist es im Sommer kein Problem, nach dem Waschen in die Natur zu gehen oder sich auf den Weg in die Arbeit zu machen, sollte der Bart im Winter gut getrocknet werden, bevor Mann das Haus verlässt. Denn sonst holt man sich schnell eine unangenehme Erkältung. Wichtig: Die Föhntemperatur sollte dabei möglichst kalt eingestellt werden, denn heiße Luft ist nicht nur schlecht für die Gesichtshaut, sondern trocknet auch das Barthaar aus und schädigt es langfristig. Das Trocknen hat noch einen Vorteil: Hält sich Feuchtigkeit zwischen Bart und Gesichtshaut, sammeln sich dort vermehrt mikrobiotische Popkulturen von Kleinstlebewesen – die sich in feuchter Umgebung sprunghaft vermehren. Die Auswirkungen: Unreine Haut und ein unangenehmer Geruch. Und ganz nebenbei kann so eine lauwarme Brise am Kinn am Morgen ein guter Start in einen kalten Tag sein.

BARTÖL SELBST GEMACHT:

Bartöle müssen nicht immer teuer sein, künstliche Stoffe beinhalten. Oft reichen Hausmittel, um das Haar glänzend und gesund zu machen. Für eine seidige Haarstruktur und ein scheinendes Aussehen eignet sich vor allem Kokosöl, Arganöl oder klassisches Mandelöl. Diese Öle können zudem als Basis verwendet werden, um sie mit ätherischen Ölen wie Teebaumöl, Orangenöl oder Minzöl zu kombinieren. Diese pflegen den Bart nicht nur, sondern verleihen ihm zudem einen betörenden Duft.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.