Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Arbeitsreichstes Jahr in Geschichte der Polizeidienststelle Vohenstrauß. Ein Mädchen unter Drogeneinfluss rastet total aus.

Die neu eingerichtete Feuerwehranfahrtszone beim Parkplatz des Autohofs in Waidhaus bietet den Polizeibeamten die Möglichkeit bei Verstößen hart durchzugreifen und die Falschparker sogar abschleppen zu lassen. Laut Polizeichef Martin Zehent wird engmaschig kontrolliert.
von Elisabeth DobmayerProfil

Bayern nehme für sich in Anspruch „Wir haben die beste Polizei“ und Martin Zehent unterstrich dies als Bediensteter im gleichen Atemzug mit dem neuen Dienstfahrzeug, einem nagelneuen BMW 530 D-Streifenwagen, mit dem er vorgefahren war und den er tags zuvor erst für seine Dienststelle in Empfang nahm. „Das Auto dient der Sicherheit unserer Kollegen.“ Als Zehent 1991 ins Präsidium wechselte, gab es ein Fahndungsbuch „so dick wie die Bibel“. Heute sei es das erklärte Ziel des Innenministers Joachim Herrmann, dass in naher Zukunft jeder Polizeibeamter sein eigenes dienstliches I-Phone besitzt. Damit kann der Beamte den Ausweis des zu Kontrollierenden einscannen und innerhalb von fünf Sekunden die Daten europaweit in allen Fahndungssystemen abfragen. „Das ist derzeit Stand der Technik der bayerischen Polizei und das ist stark.“ Dafür sei man auch den Politikern dankbar und damit werde Polizeiarbeit an Bürgern gewährleistet.

Anschließend stellte Zehent den Teilnehmern den Sicherheitsbericht vor. „Vohenstrauß hat ein Rekordjahr hinter sich und das arbeitsreichste in der Geschichte der Polizeiinspektion Vohenstrauß.“ Im Zuständigkeitsbereich der PI wurden im Jahr 2018 insgesamt 1613 Straftaten bekannt. Im Vorjahr waren es 1346 Fälle (wir berichteten). Bei Alkohol und Drogen im Straßenverkehr nahmen die Trunkenheitsfahrten von 17 auf 33 zu. Allerdings sei das auf die beständigen und intensiven Kontrollen seiner Beamten zurückzuführen. Unter Alkoholeinfluss passierten 4 Unfälle. 6 Trunkenheitsfahrten konnten die Beamten verhindern. Zugenommen haben auch die Fahrten unter Drogeneinfluss von 3 auf 7. Stolz ist Zehent auf die Schulwegtrainings der 253 Erstklässler und mit Vorschulkindern von 17 Kindergärten und 274 Kindern durch Jakob Stahl.

Auffallend ist ebenso die Zunahme der Gewalt gegen Polizeibeamte. Heftigsten Widerstand leistete ein junge Frau unter Drogeneinfluss. Zehent äußerte sich in diesem Zusammenhang über die Schwierigkeiten mit dem Umgang einer 16-Jährigen, die den Beamten viel Fingerspitzengefühl abverlange. Schadensträchtige Diebstähle und Einbrüche hielten die Beamten zudem auf Trab. Auf die betrügerischen Schliche eines Barkeepers beim „Nasch’n Pfinsta“ in Moosbach in einer Gaststätte stießen die Beamten bei ihrer Kontrolle. „Der Mann hatte mehrere Tausend Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet.“

Eine jugendliche Kifferrunde am Kreuzberg in Pleystein wurde von den Polizeibeamten zerschlagen. „Ein Vohenstraußer versorgte die Gruppe mit Haschisch.“ Ständiges Dilemma und Dauerthema stellt die gefährliche Situation am Autohof in Waidhaus mit parkenden Lkw für die Polizeibehörde dar. „Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mehrmals vor Ort sind.“ Es werde mit allen Mitteln versucht, die Feuerwehranfahrtszone freizuhalten. „Das beschäftigt uns jeden Tag.“ Am 16. Juli beteiligt sich der Polizeiverein am Aktionstag „Verein macht Schule“ und am 29. Juni ist man mit einem Überschlagsimulator beim Feuerwehrjubiläum in Pleystein vertreten.

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