Ausgerechnet am kleinen Jubiläum zum Patrozinium „Maria Geburt“ – diesmal feierten die Ober- und Untertresenfelder zum 15. Mal - setzte der langersehnte Regen ein und der Festgottesdienst mit Dekan Alexander Hösl und Kaplan Ulrich Eigendorf konnte erstmals nicht an der schmucken Marienkapelle gefeiert werden, sondern wurde in den Feststodl von Christine und Konrad Kindl verlegt. „Für uns alle ist es heute ein Novum“, verkündete dann auch zu Beginn der Gottesdienstfeier Dekan Hösl.
Nachdem sich alle nach diesem Regen gesehnt haben, müsse das Regenwetter als Segen verstanden werden. Viele Gläubige versammelten sich zum Gottesdienst in der Scheune. Die Kirche kenne eigentlich nur drei Geburtstage: den von Jesus Christi, vom Vorläufer Johannes und der Gottesmutter Maria. Heute bei diesem Gottesdienst dürfen die Glückwünsche an Maria ausgesprochen werden aber zugleich auch an uns selber, weil ihre Geburt schon eine Zeit aufleuchten lässt, die mit der Geburt Jesus Christi anbricht, führte der Priester aus.
Maria Bäumler trug die Lesung vor und Kaplan Ulrich Eigendorf das Evangelium. Der Kaplan war vor einer Woche in Assisi. Franz von Assisi habe beim Gebet von Gott den Auftrag bekommen: „Erneuere meine Kirche.“ Erst habe Franz den Auftrag auf das marode Gebäude der Kirche bezogen, bis er erkannte, er solle, im übertragenen Sinn die ganze Kirche erneuern. „So wie wir unsere Häuser erneuern müssen und doch immer dieselben bleiben, müssen auch wir unseren Glauben immer wieder neu ausdrücken, der im Kern ebenso derselbe bleibt“. Das hat nicht nur ein Franz von Assisi gemerkt, sondern durch die Jahrhunderte hindurch war das den Menschen und Gläubigen immer bewusst.
Wie Assisi auf die Gläubigen und vor allem auf die Jugendlichen ausstrahlt, davon durfte er bei seinem Besuch spüren. Als er am Grab des Heiligen betete, sei ihm in den Sinn gekommen, dass er eigentlich froh ist in der jetzigen Zeit zu leben, in der es die Kirche schwer hat und vor Herausforderungen steht und nicht in einer Zeit, in der scheinbar noch alles in Ordnung war. Heute gehe es bewusst darum, Christ zu sein. „Wir alle sind Kirche mit unseren persönlichen Licht- und Schattenseiten und auch unsere Sünden wären manchmal eine Schlagzeile wert.
Kapellenvereinsvorsitzender Josef Fritsch trug die Fürbitten vor, in denen auch um die Menschen in Chemnitz und anderswo gebetet wurde, die Rassismus und Gewalt erleben. Der katholische Kirchenchor unter Leitung von Ludwig Putzer gestaltete die Feier musikalisch mit. Am Ende der Gottesdienstfeier überbrachte der Vorsitzende den Gottesdienstbesuchern die besten Grüße von Geistlichem Rat Franz Winklmann aus Döltsch als Initiator des Kapellenbaus und von Studiendirektor Georg Gollwitzer aus Weiden.
Nach dem Umbau im Feststodl stand einer geselligen Feier nichts mehr im Wege. Dem Kapellenverein und dem Katholischen Burschenverein haben es die Bewohner zu verdanken, dass jedes Jahr der Patroziniumstag so groß gefeiert werden kann. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zeigte sich erfreut, dass so viele Besucher trotz des Regens zum Patrozinium gekommen sind. Unter Federführung von Josef Fritsch kümmern sich die Bewohner das ganze Jahr über um das „Herzstück des Dorfplatzes“. Am 14. September 2003 wurde die Kapelle eingeweiht. Elf Jahre vorher wurde bereits der Antrag für den Neubau an den Stadtrat gestellt, erinnerte Wutzlhofer. „So lange hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert.“ Dies zeige ihm vor allem, dass eine geschlossene und intakte Dorfgemeinschaft vorhanden ist. „Es ist immer schön, wenn etwas Großartiges entsteht.“ 63 Helfer haben damals 2700 Stunden für den Bau der Marienkapelle eingebracht, um dieses Gemeinschaftswerk zu schaffen. Dafür sagte Wutzlhofer genauso Dank wie für die Nachhaltigkeit. In Obertresenfeld sei durch den „Wiesweber“ und der Zoigl-Lounge auch wieder eine Wirtshauskultur erlebbar. Die Dorffrauen haben sich mit den Veranstaltern wieder angestrengt und das Fest zu einem kulinarischen Genuss werden lassen.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.