28.07.2020 - 10:55 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Im Amtsgebäude der VG Oberviechtach sollen Barrieren fallen

Wo einst die Weichen für den Landkreis Oberviechtach gestellt wurden, steht seit Jahren die Entwicklung von vier Gemeinden im Fokus. Ab 2021 soll das Amtsgebäude der Verwaltungsgemeinschaft barrierefrei werden. Und das ist noch nicht alles.

Im vorigen Jahr ist das Amtsgebäude vom Freistaat Bayern auf die Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach übergegangen. Ab dem nächsten Jahr sollen Umbauten das Haus barrierefrei machen, außerdem sind "Ertüchtigungsmaßnahmen" vorgesehen.
von Christof FröhlichProfil

Bis zur Gebietsreform 1972 war das repräsentative Gebäude an der Bezirksamtstraße das administrative Zentrum des Landkreises Oberviechtach und Sitz des Landrats. Im vorherigen Jahr hat die Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach das Anwesen aus dem Besitz des Freistaats Bayern erworben. Bei der Haushaltssitzung des Gemeinde-Zusammenschlusses rückte auch eine Sanierung des Gebäudes in den Blickpunkt. Das Projekt steht ab dem nächsten Jahr an, dafür müssen finanzielle Mittel berücksichtigt werden.

Ehe in der jüngsten Gemeinschaftsversammlung in der Niedermuracher Mehrzweckhalle der Haushalt 2020 beraten wurde, rückte das Rechnungsergebnis des Vorjahres in den Fokus, und es waren die über- und außerplanmäßigen Ausgaben zu genehmigen. Wie Kämmerin Regina Hildebrand ausführte, handelte es sich dabei lediglich um kleinere Positionen, und so stand dem O.k. der Ratsmitglieder nichts im Weg.

Schwerpunkte des öffentlichen Sitzungsteils waren die Beratung und Beschlussfassung über den Haushalt 2020. Dieser weist ein Gesamtvolumen von rund 1,3 Millionen Euro auf. Im Verwaltungshaushalt sind rund 1,2 Millionen Euro eingeplant, der Vermögensteil weist 106 065 Euro aus. Kreditaufnahmen sind heuer nicht vorgesehen.

Der nicht gedeckte Finanzbedarf zur Finanzierung von Aufgaben des Verwaltungshaushalts, das sogenannte Umlagesoll, wird für 2020 auf 955 773 Euro festgesetzt. Basis für die Berechnung der Verwaltungsumlage ist eine Gesamteinwohnerzahl in den Mitgliedsgemeinden von 5057 (Stand: 30. Juni 2019). Daraus errechnete sich eine Umlage von 189 Euro je Einwohner. Dem Vorbericht war zu entnehmen, dass die Einwohnerzahl lediglich in Niedermurach (1234 Einwohner) stabil geblieben ist. Dagegen war die Tendenz in Gleiritsch (625 Einwohner, minus 10), in Teunz (1809 Einwohner, minus 19) und in Winklarn (1389, minus 17) negativ.

Im Jahr 2019 hat die Verwaltungsgemeinschaft das Amtsgebäude vom Freistaat Bayern erworben.

Oberviechtach

"Besitz verpflichtet" heißt es, und so stehen nach dem Kauf des Amtsgebäudes vom Freistaat, ab dem nächsten Jahr dort einige Sanierungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen auf der Tagesordnung. Schon jetzt wird ausgelotet, welche Fördertöpfe im Bereich Denkmalschutz dafür angezapft werden können, um eine möglichst günstige Finanzierung auf den Weg zu bringen. Berücksichtigt kann dabei auch werden, dass die bis zum Vorjahr bezahlten Mieten nun für die Rückzahlung von Kreditkosten verwendet werden können. Laut VG-Kämmerin Martina Hildebrand sind für das Vorhaben im Investitionsprogramm in den nächsten zwei bis Jahren Kosten von gut einer Million Euro vorgesehen. Genauer werden sich die Kosten offenbaren, sobald die Entwurfsplanung des Projekts auf dem Tisch liegt.

In einer Nachfrage der Redaktion von Oberpfalz-Medien spricht VG-Geschäftsstellenleiter Anton Brand nicht von einer Sanierung, sondern von einer geplanten "Ertüchtigung des Amtsgebäudes". Der Trakt soll barrierefrei werden und auch der Brandschutz ist auf Vordermann zu bringen. Als sogenannte "begleitende Maßnahmen" soll die Büroaufteilung optimiert werden, außerdem ist der Einbau barrierefreier Toiletten vorgesehen. Angestrebt werde ein zügiger Bauverlauf, "wenn möglich innerhalb von eineinhalb Jahren", so der VG-Leiter.

Wir haben in unserer Verwaltungsgemeinschaft hoch qualifiziertes und hochmotiviertes Fachpersonal, von dessen Leistungsbereitschaft alle vier Gemeinden profitieren.

Martin Prey, Gemeinschaftsvorsitzender und Bürgermeister von Niedermurach

Martin Prey, Gemeinschaftsvorsitzender und Bürgermeister von Niedermurach

Die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung nahmen die Haushaltssatzung für 2020 an, und stimmten auch dem Haushalt, dem Finanzplan und dem Investitionsprogramm bis 2023 zu. Zu einem Lob für die VG-Mitarbeiter holte am Ende dieser Beratungen Gemeinschaftsvorsitzender Martin Prey aus: „Wir haben in unserer VG hoch qualifiziertes und hoch motiviertes Personal, von deren Leistungsbereitschaft alle vier Gemeinden profitieren“.

Danach rückten die Zahlen der vergangenen Jahre in den Fokus: Für die Rechnungsprüfung der Jahre 2016, '17 und '18 ist Bürgermeisterin Sonja Meier (Winklarn) zur Vorsitzenden im zuständigen Ausschuss ernannt worden. Wie in der Sitzung zu hören war, habe die Durchsicht der Zahlen keine Beanstandungen ergeben, die Jahresrechnungen wurden jeweils festgestellt. Norbert Eckl (Teunz) als Gemeinschaftsvorsitzender in diesem Zeitraum sowie Hubert Zwack (Gleiritsch) als Stellvertreter wurde die Entlastung erteilt.

Bekannt gegeben wurde noch, dass per Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung Gemeinschaftsvorsitzender Martin Prey ermächtigt wurde, einen Förderantrag im Programm „Digitales Rathaus Bayern“ für Onlinedienste im kommunalen Bereich einzureichen. Sobald der Zuwendungsbescheid vorliegt, sollen die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.