01.03.2021 - 17:05 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Baumärkte im Landkreis Schwandorf: Andrang überraschend überschaubar

Für Heimwerker geht die Durststrecke zu Ende. Baumärkte in der Region haben geöffnet. Ein Inhaber in Oberviechtach ist entspannt: Er glaubt nicht, dass ihm die Leute die Bude einrennen oder er die Lockdown-Verluste nicht ausgleichen kann.

Ran an die Silikon-Tube! Im Profi-Baumarkt in Oberviechtach können Heimwerker seit Montag wieder alles kaufen, was das Herz begehrt.

Leidenschaftliche Heimwerker haben die Tage bis Montag gezählt. Endlich war es soweit: Die Baumärkte durften wieder öffnen. Beim bloßen Gedanken daran schlagen die Herzen vieler Hobby-Schrauber in der Region höher.

Doch einfach so munter drauf los Bretter zusammenzusammeln, die heiß begehrten Pflanzen für den Garten auszusuchen und kiloweise Schrauben zu kaufen, das geht nicht. Es gelten strenge Vorschriften für die Öffnung der Baumärkte. Allerdings können die Geschäfte auf die bereits umfangreichen Hygienekonzepte zurückgreifen, die sie vor der Schließung umgesetzt hatten. So auch Siegfried Rossmann. Er ist Inhaber des Profi-Baumarkts in Oberviechtach. Er sagt: "Heute Morgen war schon kräftig was los." Das Hygienekonzept musste nicht verändert werden. "Nur das mit den FFP2-Masken ist noch dazugekommen", sagt Rossmann. Zur Sicherheit hat er die Belegschaft in zwei getrennte Schichten eingeteilt, damit eine weiterarbeiten kann, sollte in der anderen tatsächlich eine Corona-Infektion auftreten.

Genügend Platz für Kunden

Dass es zu eng wird, hat Rossmann keine Sorge. Auf rund 3000 Quadratmeter dürften bei ihm rund 190 Kunden rein. "So viele Einkaufswagen haben wir nicht mal", sagt er schmunzelnd. Auf dem Land sei es schon ziemlich gut, wenn um die 40 Menschen auf einmal im Baumarkt wären. Er ist optimistisch, dass der Baumarkt die Verluste der vergangenen Monate leicht ausgleichen kann, wenn er geöffnet bleiben darf. Rossmann: "Ich glaube, da ist bei den Menschen einiges an Nachholbedarf da. Vielleicht haben sie grade auch im Hinterkopf, dass nicht klar ist, ob die Märkte bald wieder zumachen müssen." Auch beim ersten Lockdown sei es so gewesen, dass der darauffolgende Sommer alle finanziellen Einbußen ausgeglichen hat. Rossmann: "Das haben wir locker wieder reingeholt." Bei seinem Hausratsgeschäft, das sich auf demselben Gelände befindet, glaubt er dagegen nicht, dass sich der Verlust noch aufholen lässt, weil viele Menschen ihre Geräte während des Lockdowns in Supermärkten mitnahmen.

Call and Collect hat funktioniert

Das Prinzip Call and Collect hat sich für den Profi-Markt zudem ausgezahlt. Rossmann ist, wie er selbst sagt, "happy". Zwei Drittel des Normalabsatzes konnte der Baumarkt über Bestellungen per Telefon auffangen.

Nur eine Sache, die sich aber leicht verhindern ließe, bereitet Rossmann ein bisschen Bauchschmerzen. "Manchen Kunden fehlt ein wenig das Fingerspitzengefühl, wenn sie im Verkaufsgespräch mit Mitarbeitern sind. Sie kommen ihnen dann schon auch mal bis zu 30 Zentimetern nah", berichtet er und appelliert an jeden Kunden, an die vorgegebenen Abstände zu denken.

Im Bauzentrum Herzog in Oberviechtach dagegen war ein großer Kundenandrang am Montag noch nicht gleich zu spüren. Auf Anfrage hieß es, es könnte sich im Laufe der kommenden Tage noch ändern. Grund für das Ausbleiben der Hobby-Schrauber ist, dass das Bauzentrum größtenteils mit gewerblichen Kunden zu tun hat, die auch während des Lockdowns schon weiterhin ihre Waren bestellen und abholen konnten.

Auch in Tirschenreuth haben die Baumärkte wieder geöffnet

Tirschenreuth

Schwandorf stark frequentiert

Beim Hagebaumarkt in Schwandorf hat sich der Kundenandrang ebenfalls in Grenzen gehalten. Geschäftsführer Hubert Seitz sagt: "Es herrscht guter Betrieb, die Kundenzahl ist aber überschaubar." Schlangen vor dem Eingang gebe es bislang keine. Zwei Mitarbeiter kontrollieren vor der Tür, dass jeder Kunde einen Wagen nimmt, bevor er das Geschäft betritt. Seitz erklärt: "Mit den Einkaufswagen regeln wir die Kundenzahl." Im Klartext heißt das: 90 Kunden dürfen hier auf rund 7700 Quadratmeter in den Laden. Das ist weniger als von der Regierung erlaubt. Das hat folgenden Grund: Hagebau Deutschland hat sich intern darauf geeinigt, nur einen Kunden pro 50 Quadratmeter in die Läden zu lassen, um so noch sicherer gehen zu können.

Hintergrund:

Das gilt für Baumärkte

  • Seit dem 1. März dürfen folgende Geschäfte aus dem Bau- und Gartenbereich wieder für Privatkunden öffnen: Baumärkte, Baumschulen, Blumenläden sowie Gartencenter und Gärtnereien.
  • Die Vorgaben der Staatsregierung knüpfen an das an, was bereits vor der vollständigen Schließung der Baumärkte für Privatkunden galt: Bei einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern darf pro 10 Quadratmeter ein Kunde in das Geschäft.
  • Ab dem 801. Quadratmeter ist mehr Platz vorgeschrieben, so dass nun nur noch ein Kunde auf 20 Quadratmeter den Laden betreten darf.

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