28.04.2019 - 16:44 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Bergab mit kalter Nase

Die Radlerhalbe konnte am Sonntag so manchem Pedalritter gestohlen bleiben. Dafür gab's keine Staus beim Radlersonntag auf dem Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg. Und noch ein paar Vorteile hatte das schlechte Wetter im Gepäck.

Von wegen kurze Radlerhose: Die meisten Teilnehmer hatten sich beim Radlersonntag schon auf kältere Temperaturen eingestellt.
von Christof FröhlichProfil

Schon zu früher Morgenstunde waren die ersten Radler unterwegs auf dem Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg von Schönsee in Richtung Schwarzach. Die meisten starteten schon deshalb im östlichen Landkreis gestartet, weil es von dort aus Richtung Wölsendorf überwiegend leicht bergab geht. Nicht wenige nutzten den Radlerbus, der Passagiere und Räder zunächst noch im Warmen an den Start brachte.

Doch nicht alle hatten sich dem Wetter entsprechend mit ausreichend wärmenden Schichten eingedeckt. Wer sich stolz in Lederhosen auf den Sattel geschwungen hatte, bekam schon bald den kalten Fahrtwind zu spüren und bereute wohl auch, die Tracht der Funktionskleidung vorgezogen zu haben. Diejenigen, die vom schönen Wetter in den vergangenen Tagen noch nicht allzu verwöhnt waren, genossen die freie Strecke auf der rund 45 Kilometer langen ehemaligen Bahntrasse. Denn anders als in vergangenen Jahren, lieben heuer beim Radlersonntag die Massen lieber daheim in der warmen Stube. Überanstrengen mussten sich auf der ehemaligen Trasse auch die weniger Sportlichen nicht, wenn sie selbst für Schubkraft sorgen mussten und noch kein E-Bike ihr eigen nennen konnten. Entspannte Gesichter gab es dann auch bei den zahlreichen Raststationen, wo das Angebot an Brotzeiten enorm und kein Stau in Sicht war. Die Pizza aus dem Dorfbackofen oder der Steckerlfisch entschädigten für kalte Nasen und Hände. Eine kühle Radlerhalbe im Freien war allerdings nicht jedermanns Sache, so mancher Radler wünschte sich da lieber einen heißen Tee. Wer in Schneeberg schon mit dem Weißwurstfrühstück begann, musste sich beeilen, um die Bissen noch warm in den Magen zu bekommen. Einen eindeutigen Vorteil vor der Konkurrenz hatten die Verpflegungsstationen mit Heizung. So wählten viele für die Pause lieber das beheizte Zelt in Schwarzach oder den Vereinsstodl in Pertolzhofen, wo auch noch ein riesiges Kuchen-Büfett dazu verführte, es mit den Kalorien nicht ganz so genau zu nehmen. Für zusätzliche Ablenkung von den nicht optimalen Wetterbedingungen sorgten die zahlreichen Bands, darunter die "Allrounder", die mit ihren noch sehr jungen Musikern beeindruckten.

Und wer auf wärmere Zeiten hoffte, der konnte sich zunächst einmal im Schönseer Centrum Bavaria Bohemia eine Ausstellung anschauen mit Porträts aus Böhmen und Mähren oder "Zeitzeugen der Menschlichkeit". Anschließend bewährte sich ein flottes In-die-Pedale-Treten. In Gesellschaft ließ sich die Kälte viel schneller vergessen, und noch einen Vorteil hatten die gar nicht sommerlichen Temperaturen: Allzu häufig mussten die Teilnehmer an diesem Radlersonntag nicht "tanken".

Am früheren Bahnhof in Gaisthal stärkten sich noch viele Radler mit einem Weißwurstfrühstück für die nächste Etappe.
In Altendorf machten diese Jugendlichen Pause am wärmenden Feuer.
Am Bahnhof in Oberviechtach warben kostümierte Ensemble-Mitglieder für das Eisenbarth-Festspiel.
Warm eingepackt starteten die meisten Radler von Schönsee aus in Richtung Wölsendorf.
Die Lederhose entpuppte sich als nicht ganz so ideal für die Wetterverhältnisse, und kalte Hände gab es auch.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.