25.07.2021 - 12:47 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Caritas-Sozialstation Oberviechtach stellt Pläne für eine Tagespflege zurück

Die Caritas-Sozialstation Oberviechtach steht gut da. Bei der Mitgliederversammlung werden Mehrkosten aufgrund der Corona-Pandemie beziffert. Das erste Elektroauto ist auf Tour, Pläne für eine Tagespflege müssen warten.

Pfarrer Herbert Rösl segnet das erste Elektroauto im Fuhrpark der Caritas-Sozialstation Oberviechtach in Anwesenheit von Vorsitzenden Hubert Ruml, Geschäftsführerin Claudia Reiter (Mitte) und Pflegedienstleiterin Christiane Böhm.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die Mitgliederversammlung der Caritas-Sozialstation Oberviechtach fand im Saal des Pfarrheimes statt. Zuvor segnete Pfarrer Herbert Rösl, der als zweiter Vorsitzender des Vereins fungiert, das neu angeschaffte Elektroauto. "Wir schaffen 370 Kilometer mit einer Tankladung", informierte Vorsitzender Hubert Ruml anschließend beim Tätigkeitsbericht. Vom Listenpreis (knapp 32 000 Euro) bleiben abzüglich der Zuschüsse 17 339 Euro für die Station übrig.

Der Fuhrpark des ambulanten Pflegedienstes umfasst elf Autos. Bereits 2020 wurden zwei Fahrzeuge ausgetauscht. Ein "VW Up" konnte mit einer 5000-Euro-Spende der Raiffeisenbank im Naabtal angeschafft werden. Mehrausgaben von rund 27 000 Euro liefen im Vorjahr durch die Corona-Pandemie auf. "Diese wurden zum Großteil erstattet", stellte Ruml erfreut fest. Pflegedienstleiterin Christiane Böhm berichtete von Preisanstiegen, wie beispielsweise bei Handschuhen von 2 auf 9 Euro. Böhm testete die Mitarbeiter dreimal wöchentlich auf das Covid-19-Virus. "Nachdem von Anfang an Schutzkleidung getragen wurde, gab es keine Infektionsfälle", so der Vorsitzende.

Kürzung erhöht Risiko

Weiter gab er bekannt, dass Pläne für eine Tagespflegestation in Oberviechtach zurückgestellt werden. Es gebe zwar einen Investor, doch die von Gesundheitsminister Spahn vorbereitete Pflegereform 2021 beinhalte die Absenkung der Refinanzierung von Tagespflegekosten auf 50 Prozent, wenn ambulante Pflegesachleistungen oder Kombileistungen in Anspruch genommen werden. "Mit weniger als 20 Personen ist eine solche Einrichtung zu risikoreich", sagte Hubert Ruml. Sein Ziel ist es, zunächst einen Förderverein oder eine Fördergruppe zu gründen.

Geschäftsführerin Claudia Reiter stellte die Gewinn- und Verlustrechnung 2020 samt Bilanz vor und beantwortete Fragen. Der Haushaltsplan 2021 wurde mit einem errechneten Jahresüberschuss angenommen. "Personell sind wir derzeit sehr gut aufgestellt", informierte Pflegedienstleiterin Christiane Böhm. Sie bezifferte den Personalstand auf 31 Beschäftigte, davon zehn Pflegefachkräfte und acht Mitarbeiter für Hauswirtschaft und Essen auf Räder. Durchschnittlich werden 160 Patienten im Monat versorgt, wobei im Juni 172 Patienten abgerechnet werden konnten. Die Touren im Oberviechtacher und Schönseer Land erstrecken sich von Gleiritsch bis Muschenried und Charlottenthal. "Wir sind gut unterwegs", so Böhm. Durch eine Touren-Optimierung wurden in 2020 rund 25 000 Kilometer eingespart.

Die Wahl des Vorstandsgremiums fand für den neuen Turnus von drei Jahren statt (siehe Kasten). Der bestätigte Vorsitzende Hubert Ruml verabschiedete die beiden Beisitzerinnen Christa Dobmeier (zwölf Jahre) und Birgit Höcherl (acht Jahre), die auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidierten. Nach einer Laudatio der Geschäftsführerin überreichte er je einen Blumenstrauß. Als neue Beisitzer stellten sich Kirchenpfleger Peter Scharnagl aus Schönsee und Bürgermeister Rudolf Teplitzky aus Oberviechtach zur Verfügung.

Neuer Träger für Hospizinitiative

Aktuelle Informationen des Vorsitzenden gab es zur Hospizinitiative der Caritas-Sozialstationen für den Landkreis Schwandorf. Ab 2022 wird die Hospizinitiative dem Kreis-Caritasverband Schwandorf angegliedert. Die vier Sozialstationen treten dann nicht mehr als Träger auf; Sitz der Initiative bleibt Nittenau. Wie Hubert Ruml bekanntgab, ist er auf der Suche nach einem neuen Lieferanten für Essen auf Räder im Bereich Schönsee, nachdem das Gasthaus Haberl zum 1. November 2021 schließt. "Die wirtschaftliche Situation hat sich wesentlich verbessert. Wir können positiv in die Zukunft gehen", stellte der Vorsitzende in seinem Schlusswort fest. Pfarrer Herbert Rösl sprach ein Gebet als Dank, "dass wir gut durch die Pandemie gekommen sind".

Bei der Caritas-Sozialstation Oberviechtach gibt es einen Vorsitzenden und eine Geschäftsführerin

Oberviechtach
Hintergrund:

Caritas-Sozialstation Oberviechtach

  • 31 Mitarbeiter betreuten im Juni 2021 insgesamt 172 Patienten. Der Monatsdurchschnitt lag 2020 bei 160 Patienten.
  • Toureneinteilung im Oberviechtacher und Schönseer Land optimiert. 2020: 197 000 gefahrene Kilometer (2019: 222 660).
  • Aktuell rund 20 Bezieher von "Essen auf Räder".
  • Neuwahlen: Hubert Ruml (1. Vorsitzender); Pfarrer Herbert Rösl (2. Vorsitzender). Als Beisitzer fungieren: Pfarrer Wolfgang Dietz, Dekan Alfons Kaufmann, Pfarrerin Ruth Schlinke, Alfons Fuchs, Renate Illing, Marietta Lietz, Gertraud Portner, Peter Scharnagl (neu), Monika Scheck und Rudolf J. Teplitzky (neu). Rechnungsprüfer bleiben: Eva Maria Schwendner und Günther Holler.
Verabschiedung von Christa Dobmeier (links) und Birgit Höcherl aus dem Vorstandsgremium.
Das gewählte Vorstandsteam des Vereins Caritas-Sozialstation Oberviechtach mit Vorsitzenden Hubert Ruml (Vierter von rechts). Neu sind die Beisitzer Rudolf Teplitzky (Dritter von rechts) und Peter Scharnagl (Fünfter von rechts).

 

 

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