28.05.2020 - 08:43 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Digitale Schule punktet in der Krise

Keine "Aussetzer" im virtuellen Klassenzimmer: Gerade in der Corona-Pandemie hat sich die digitale Ausstattung der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule in Oberviechtach bezahlt gemacht. Der Schulverband wird hier weiter am Ball bleiben.

Nicht ohne Stolz präsentierte Konrektor Rudolf Schneider (Mitte) zusammen mit den zuständigen Lehrkräften die neu angeschafften All-in-One-PCs, bei denen das Laufwerk im Monitor integriert ist. Mit 38 Stück dieser Geräte wird der dritte Computerraum an der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule bestückt.
von Udo WeißProfil

Die digitale Mittelschule spielte in der jüngsten Sitzung des Schulverbandes eine Hauptrolle. Zunächst erläuterte Kämmerer Michael Hösl (Stadtverwaltung Oberviechtach) dem Gremium den Stand der Umsetzung beim „Digitalpakt für die digitale Schule“. So sei dem Schulverband für das Jahr 2018 aus dem "Digitalbudget" eine Zuwendung von maximal 29 556 Euro bewilligt worden. Nach Vorlage des Verwendungsnachweises am 28. Oktober 2019 und einer Prüfung, wurde der Betrag in voller Höhe angewiesen.

Nachfolgeprogramm für das "Digitalbudget" ist der sogenannte Digitalpakt, mit dem der Aufbau oder die Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden sowie der schulischen Wlan-Struktur angestrebt wird. Der Fördersatz beläuft sich auf höchstens 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Der Höchstbetrag für die gesamte Laufzeit für die Doktor-Eisenbarth-Mittelschule beträgt 136 216 Euro. Für den Antrag waren eine exakte Investitionsplanung mit Maßnahmen-Beschreibung, ein Kosten-Finanzierungsplan sowie eine Zeitplanung vorzulegen. Im Jahr 2019 wurden für den Digitalpakt verschiedenen Investitionen in den Wlan-Ausbau getätigt.

In diesem Jahr wurden bereits 38 sogenannte "All-in-One-PCs" für einen dritten Computerraum der Schule für rund 34 400 Euro angeschafft. Der Erwerb von I-Pads des Unternehmens Apple über die Firma Eduxpert wird mit 15 636,60 Euro zu Buche schlagen. Außerdem sollen noch weitere Beamer, Kameras und Laptops angekauft werden, die – mit Ausnahme von PCs für die Schulverwaltung – gefördert werden. Keine Förderung gibt es für die Möbel im EDV-Raum, die mit Kosten von rund 10 000 Euro zu Buche schlagen. Die Schulverbandsversammlung beschloss diese Anschaffungen.

Eine Anfrage von Bürgermeister Manfred Dirscherl (Weiding) bezog sich darauf, ob der IT-Beauftragte der Stadt Oberviechtach auch für die Schulen zuständig sei. Dies wurde bejaht, die Abrechnung seiner Leistungen an der Mittelschule betreffe auch den Schulverband. Bürgermeister Martin Prey (Niedermurach) ergänzte, dass Benjamin Zwack, Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach, die Niedermuracher Grundschule bei digitalen Maßnahmen unterstützt.

Wie sich der Schulverband für die nächsten Jahre aufgestellt hat, lesen Sie hier

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Im Anschluss stellte Rektor Werner Winderl die Mittelschule vor. Diese sei im Landkreis Schwandorf, neben der Mittelschule in Neunburg vorm Wald, die einzige, die noch eigenständig geführt wird. Alle anderen Mittelschulen seien zu Schulverbünden zusammengefasst. Winderl betonte den Wert der digitale Ausstattung, die sich gerade während der Schulschließung in der Corona-Pandemie als großer Vorteil herausgestellt habe. So sei beispielsweise der Zugang zu den Lerninhalten über die Homepage nicht überlastet gewesen, wie das bei anderen Portalen der Fall gewesen war.

Der Schulleiter stellte heraus, dass jedes Klassenzimmer, jeder Fachraum und jeder Differenzierungsraum mit Dokumentenkamera, Laptop oder PC sowie Beamer ausgestattet sei. Gegenwärtig werde der dritte Computerraum ausgestattet. Der M-Zug, die gebundene und offene Ganztagsbetreuung, das Profil als „Inklusionsschule“ mit zusätzlichen Lehrerstunden sowie die sehr engagierten Lehrkräfte und eben die gute Ausstattung mit modernen Medien hätten der Mittelschule einen sehr guten Ruf beschert. Dies zeige sich regelmäßig bei Ausbildungsmessen an der Schule, wenn regionale Firmen ihre Betriebe vorstellen und um Schulabgänger werben. Auch jetzt in der Coronakrise, würden die Schüler der Abschlussklassen optimal vorbereitet. Winderl zeigte sich überzeugt davon, dass die Absolventen gute Noten erreichen.

Abschließend dankte Kämmerer Michael Hösl dem Gremium für die sachliche und gute Zusammenarbeit. Seit 2006 betreut er den Schulverband, dies sei wahrscheinlich seine letzte Sitzung gewesen, bevor er in Ruhestand geht, sagte Hösl.

Auch moderne Whiteboards, die die konventionelle Tafel ablösen, stehen für den Unterricht zur Verfügung.

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