24.11.2019 - 16:04 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Eisenbarth auf der Kongress-Bühne

Mehr als 1000 Zuschauer erleben Eisenbarths Behandlungsszene im Feldlager. Das Bühnenspiel entspricht dem Thema einer Kongressveranstaltung in Regensburg.

In der Feldlager-Szene wünschen sich die Scharlatane (links) einen Misserfolg Eisenbarths (rechts), doch dieser vollzieht beim Hauptmann einen erfolgreichen medizinischen Eingriff.
von Georg LangProfil

Die Regensburger Bürgermeisterin Gertraud Maltz-Schwarzfischer hieß auch den Wanderarzt aus Oberviechtach willkommen, als sie am Freitag im Audimax der Universität die über 1000 Teilnehmer am zehnten "Internationalen Wundkongresses" des Universitätsklinikums begrüßte. Zum Thema dieser zweitägigen medizinischen Veranstaltung mit dem Motto "Professionelle Wundbehandlung" passend, führte das Festspiel-Ensemble die Feldlager-Szene auf, in der Eisenbarth die Beinamputation des verletzten Hauptmanns (Nico Thein) abwendet.

Die versammelten Pfleger und Mediziner aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz staunten nicht schlecht, als Eisenbarth (Andreas Fleischer) samt seiner Partnerin Franziska (Theresa Ruhland) und den drei Quacksalbern Abramo (Florian Waldherr), Olearius (Michael Brunner) und Casco (Stefan Eiser) bei ihrem Auftritt über eine der Haupttreppen der Audimax-Bühne zustrebten, wo eine große Abordnung des Kolping-Spielmannszugs unter Leitung von Reinhard Lößl bereits ihr Lager aufgeschlagen hatte.

Der Kolping-Spielmannszug unter Leitung von Reinhard Lößl beeindruckte mit seinen klanggewaltigen Auftritten vor über 1000 Pflegern und Ärzten.
Eisenbarth mit seinen Widersachern beim Einzug ins Audimax zum Auftakt des 10. Internationalen Wundkongresses.
Auch in der Messehalle waren die Oberviechtacher Festspieler mit einem Stand vertreten. Anna Waldherr, Marlene Rossmann und Florian Waldherr (von links) warben für die künftigen Aufführungen.
Ein internationales Publikum von über 1000 Zuschauern verfolgt im Audimax der Universität Regensburg Eisenbarths Heilung des Feldhauptmanns.

Imposante Marschklänge

Die Oberviechtacher Spieler meisterten ihren Auftritt vor dem internationalen Publikum mit Bravour. Der Leutnant (Florian Schwindler) und der Soldat Hannes (Sandro Bauer) spielten ihre rüden militärischen Rollen überzeugend aus, um dann letztendlich die medizinische Leistung von Doktor Eisenbarth anzuerkennen. Schließlich sollte das schussverletzte Bein des Hauptmanns amputiert werden, aus dem Eisenbarth aber auf fachmännische Weise die Kugel entfernt. An den Erfolg dieses Eingriffs wollen und können die drei Widersacher nicht glauben, um dann aber eines Besseren belehrt zu werden. Als Belohnung der erfolgreichen Operation zieht Eisenbarth unter den imposanten Marschklängen des Kolping-Spielmannszugs von der Bühne, um dann von der anderen Seite wieder zu erscheinen. Der musikalische Schlussauftritt wurde mit tosendem Beifall bedacht.

Auf Messestand präsent

Der Leiter des Wundkongresses, Thomas Bonkowski, fand die passenden Dankesworte für die Oberviechtacher Festspieler, bevor diese unter Mithilfe eines studentischen Technikteams in Windeseile das militärische Zeltlager samt Operationstisch abbauten und für den folgenden Programmpunkt Platz machten. Festspielleiterin Bianca Reil hatte im Vorfeld diesen Auftritt organisiert, dessen Zuschauerzahl bisher noch bei keiner Festspiel-Darbietung erreicht worden war. Im Backstage-Bereich und in der Garderobe des Audimax, wo normalerweise professionelle Ensembles und große Orchester Einzug halten, hatten sich die Eisenbarth-Festspieler beizeiten auf ihren Auftritt vorbereitet. Auch musste der Transport der Kulisse und der zahlreichen Requisiten nach Regensburg zusammen mit Vorstandsmitgliedern Nico Thein und Sandro Bauer logistisch gemeistert werden.

Der zweitägige Wundkongress wurde von einer Messe begleitet, auf der sich der Festspielverein auch mit einem Stand präsentierte. Anna Waldherr und Marlene Rossmann warben für die Festspielaufführungen 2020 von Molieres "Eingebildeten Kranken" unter der Regie von Julia Gruber. Bei einem Schätzwettbewerb legten sich die Besucher des Eisenbarth-Standes auf eine Zahl von Blasensteinen in einem Glas fest, andere machten sich mit dem angebotenen Elixier vertraut. Die gesamte Veranstaltung eröffnete dem Festspielverein eine willkommene Bühne, um für die künftigen Vorhaben zu werben.

Programm:

Eisenbarths Zeit erleben

Mit Molieres Komödie "Der eingebildete Kranke" steigt die neue Regisseurin Julia Gruber im Jahr 2020 in das Programm von "Eisenbarths Zeit erleben" ein. Die Premiere erfolgt am 23. Mai um 20 Uhr auf dem Marktplatz. Weitere Aufführungen sind am 30. und 31. Mai sowie am 6. Juni jeweils um 20 Uhr. Zum Heimatfest 2021 wird wieder die Wander-Inszenierung "Eisenbarth erleben" geboten, wobei hierfür am 3. Juni 2021 die Premiere angesetzt ist. (lg)

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