„Heizen ohne Gas und Öl – aber wie?“ Den Vortrag hatte die BI Hof plus gut gewählt. „Die große Besucherzahl zeigt, dass das Thema für viele Privathaushalte zunehmend zu einer Herausforderung wird“, so Sprecher Reinhard Elsner in seiner Begrüßung im AWO-Heim. Als Referent konnte Bernhard Pex von der unabhängigen Energieagentur Carmen e.V. aus Straubing gewonnen werden.
In der Energiebilanz privater Haushalt spielt der Energiebedarf für Heizen und Warmwasser mit 55,1 Prozent die dominante Rolle, erläuterte Referent Bernhard Pex laut einer Pressemitteilung der BI. Aus umweltpolitischen Gründen und angesichts stark steigender Energiepreise seien Maßnahmen unausweichlich. Die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad spare sechs Prozent der Energie, mit dem hydraulische Abgleich und Wärmedämmmaßnahmen an Wänden und Fenstern lassen sich erhebliche Einsparpotentiale erzielen, die zudem staatlich gefördert würden.
Heizungen im Bestand sind laut Pex im Durchschnitt 17 Jahre alt und müssen laut Gesetzgeber vielfach modernisiert oder erneuert werden. Der Einbau von neuen, reinen Ölheizungen sei ab 2025 nicht mehr erlaubt. "Eine Neuinvestition in Öl- und Gasheizungen kann nicht empfohlen werden", betonte Bernhard Pex.
Die derzeit hohe Förderung von Wärmepumpen lasse vermuten, dass sie zur Standartheizung werde. Je nach Betriebsart (Luft, Sole, Erde) lasse sich im Jahresmittel mit einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattsunden Wärme gewinnen. In gut gedämmten Häusern mit Flächenheizung könnten damit bei niedrigen Vorlauftemperaturen gute Effizienzwerte erzielt werden. In Altbauten mit höheren Vorlauftemperaturen sei die Wärmepumpe als alleinige Heizung jedoch nicht zu empfehlen. Je nach Betriebsart seien mittlere bis hohe Investitionen erforderlich.
Im Vergleich dazu seien Holzheizungen eine sehr kostengünstige Lösung. Pex betonte, dass sich im langjährigen Mittel die Preise für Holz auf niedrigem Niveau bewegen. Holz sei weniger krisenanfällig als die der fossilen Brennstoffe. Pelletskessel seien nahezu überall einsetzbar und böten einen hohen Komfort. Mit sechs Tonnen Pellets lasse sich der durchschnittliche Jahreswärmebedarf von 25 Megawattstunden eines Bestandbaus decken.
Bernhard Pex empfahl, sich vor einem Umbau bzw. einer Neuanschaffung eingehend beraten zu lassen, da an eine Förderbewilligung viele Bedingungen geknüpft seien.












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