Wer sich auf die Spuren des glitzernden Edelmetalls begeben will, der ist in Oberviechtach goldrichtig. Das Oberviechtacher Land ist auf dem touristischen Sektor das „Goldstück Bayerns“, denn in dieser Region hat das Goldschürfen nachweislich schon vor 700 Jahren eine Rolle gespielt. Bereits im Jahr 1318 ist in der Langau ein Goldbergwerk belegt. Die Tatsache, dass hier Goldvorkommen bestehen, hat die Menschen bis in die Gegenwart immer wieder angespornt, dem wertvollen Metall auf die Spur zu kommen. In den zurückliegenden Jahrzehnten haben die Preussag AG (1983), die Rio Tinto Zinc GmbH (1994/95) und die Rohstoff AG (2008) Probebohrungen vorgenommen. Das Goldfieber in der neueren Zeit wurde in den achtziger Jahren auf der wissenschaftlichen Schiene durch den Mineralogen Dr. Gerhard Lehrberger von der TU München ins Rollen gebracht.
Ehemaliger Stollenzugang
Die heutigen touristischen Aktivitäten konzentrieren sich aber eher auf den weiter zurückliegenden historischen Goldbergbau und die Spuren, die dieser hinterlassen hat. Die Goldwanderung führt daher zu den beeindruckenden Bodendenkmalen in Form von Schürfgruben und Abraumhalden, die in der Langau reichlich vorhanden sind. Einen besonderen Anziehungspunkt übt das „Güttingloch“ aus, das in einer der Goldwanderungen ebenfalls einbezogen wird. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Stollenzugang zu einem Bergwerk des 18. Jahrhunderts. Die Tiefe dieser Schachtpinge beträgt heute noch vier bis fünf Meter. Der Wasseraustritt des einstigen Stollens hat den Schacht allerdings versumpfen lassen. Das Geotop ist eingefriedet und mit einer Infotafel ausgestattet. Der einheimischen Bevölkerung war das Güttingloch einst unheimlich, weil man eine unendliche Tiefe annahm und sich schaurige Erzählungen um dieses Bodendenkmal rankten.
Goldwaschen im Bach
Wer die einstigen Abbaugebiete nicht nur erwandern will, sondern selbst als Goldwäscher aktiv werden will, der hat im Stadtwald am Forellenbach und am Braunbeergraben hierzu Gelegenheit. Bei den geführten Wanderungen von Erhard Wagner, Günter Zithier, Karlheinz Pieper und Ludwig Berger können die Teilnehmer mit Schaufel, Waschpfanne und Sieb selbst ihr Glück versuchen. Bevor die Goldwäscher aber in den romantisch mäandernden Forellenbach mit seinem glasklaren seichten Wasser steigen dürfen, erhalten sie im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum eine Einführung. Dort lernen sie auch den Venediger kennen, der als Raumfigur in die reich ausgestattete Goldabteilung einlädt. Auch der Besuch des künstlichen Goldstollens tief unter dem Museum bietet sich an. Anschließend fahren die Teilnehmer gemeinsam zur Info-Station bei Unterlangau, wo jede der Goldwanderungen beginnt. Das Goldwaschen ist auch für Kinder ein Abenteuer und so ist es nicht verwunderlich, dass selbst Kindergeburtstage an den Forellenbach verlegt werden. Alle Goldsucher erhalten ein „Oberviechtacher Goldwäscherdiplom“. Die Anmeldung erfolgt in jedem Fall über die Gäste-Information im Rathaus (siehe Info-Kasten).
Termine für Schatzsucher
Die offiziellen Termine zum Goldwaschen 2019: Samstag, 15.Juni, 14 Uhr; Samstag, 22. Juni, 10 Uhr; Samstag, 13. Juli, 14 Uhr; Samstag, 20. Juli, 10 Uhr; Freitag, 9. August, 14 Uhr; Samstag, 17. August, 10 Uhr; Samstag, 24. August, 14 Uhr; Dienstag, 27. August, 14 Uhr; Samstag, 7. September, 14 Uhr; Samstag, 14. September 10 Uhr. Gruppen ab acht Teilnehmern können auch Wunschtermine vereinbaren. Die Goldgräbergebühr beträgt für Erwachsene 4 Euro, für Kinder ab vier Jahren 2 Euro. Gruppen erhalten eine Preisermäßigung. Die Anmeldung erfolgt in der Gäste-Information im Rathaus, Tel. 09671/307-16 oder per mail (tourismus[at]oberviechtach[dot]de). (lg)

















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