27.01.2019 - 11:57 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Für langen Atem wie geschaffen

Ob es um tote Fische geht oder um Schneemassen: Das Technische Hilfswerk ist zur Stelle. Wie dankbar die Menschen für solche Einsätze sind, beweist eine besondere Einladung.

Auch die Helfer aus Oberviechtach stellten sich in Oberbayern dem Kampf gegen die Schneemassen.
von Ludwig BergerProfil

Das Wort "danke" war das allumfassende und meistgebrauchte Wort im Verlauf der Jahreshauptversammlung des THW-Helfervereins im Vereinsheim in der Schönseer Straße. Vier Mitglieder wurden mit dem Goldenen Helferzeichen geehrt. MdB Karl Holmeier hatte viel Lob übrig für den ehrenamtlichen Einsatz.

Nach einem gemeinsamen Festessen, das der THW-Ortsbeauftragte Hans Deyerl selbst mit zubereitet hatte, gab es einen Überblick über die verschiedenen Vereinsaktivitäten. Dazu gehörten ein Erste-Hilfe-Kurs, das Vatertagsfest am Christi-Himmelfahrtstag oder das Grillfest sowie einige Hilfeleistungen bei Stromausfällen. Die Mitglieder mussten in diesem Jahr auch tote Fische bergen, die aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Sommer in einem Weiher verendet waren.

Ganz besonders widmete sich Deyerl der Schnee-Katastrophe im Süden Bayerns. In diesem Zusammenhang dankte er einerseits denen, die für dieses Ehrenamt ihre Freizeit opfern und anderseits den Arbeitgebern, welche ihre Mitarbeiter zum Katastrophen-Einsatz freistellten. Hans Deyerl freute sich, dass das THW Oberviechtach an zwei Einsatzstellen helfen konnte. Er berichtete, dass sich die Gemeinde Krün den Oberviechtachern ein Dankesschreiben zukommen ließ, unter anderem für die schnelle Befreiung des Daches ihres Kulturzentrums von den schweren Nassschneemassen. In dem Schreiben erging auch eine Einladung zur Feier des 40-jährigen Bestehens der Feuerwehr von Krün für 15. August. Den Teilnehmern wurde dabei auch gleich eine Maß Bier versprochen. Deyerl steht einer Aufrechterhaltung dieser Verbindung positiv gegenüber.

Die Jugendbeauftragte Katharina Bauer berichtete über den Besuch verschiedener Veranstaltungen. In der Ausbildung habe man hauptsächlich hingearbeitet auf die nächste Leistungsprüfung. Es folgte die Ehrung verdienter Mitglieder, welche der Regionalstellen-Leiter Mathias Karl zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier und Bürgermeister Heinz Weigl vollzog. "Das Helferzeichen in Gold ist die Anerkennung einer besonderen Einsatzleistung", schickte Mathias Karl voraus. In seiner Laudatio würdigte er die Leistungen jeder zu Ehren kommenden Person einzeln. Das Helferzeichen in Gold empfing Andreas Eiser, und das Helferzeichen in Gold mit Kranz wurde Katharina Bauer, Rainer Wild und Gerhard Raab ausgehändigt.

Bürgermeister Heinz Weigl dankte der "THW-Familie" für das gute Miteinander: "Hut ab vor den Leistungen der Geehrten, der langjährigen Treue und danke für die gute Zusammenarbeit auch zwischen dem THW und der Stadt, dem Bauhof und der Verwaltung sowie den Bürgern und aller anderen Hilfsorganisationen". Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Würdigung seitens einer älteren Bürgerin, deren Dank er nun überbrachte. Vor allem der Einsatz bei der sicherlich nicht leichten Bewältigung der riesigen Schneemassen in Oberbayern habe in dem Medien für eine positive Erwähnung Oberviechtachs gesorgt. Nicht ohne Grund habe Krün die Oberviechtacher zum Feiern eingeladen. In Hinblick auch auf das anstehende Jubiläum zum 50-Jährigen des THW-Ortsverbands wünschte er weiterhin alles Gute.

Auch der Bundestagsabgeordnete Holmeier überschüttete die Oberviechtacher THW-Mitglieder und überhaupt die ehrenamtlichen Kräfte mit Dank und Anerkennung. Er glaube, dass es so eine spontane Hilfsaktion in dieser Größenordnung wie hier bei der Schneekatastrophe innerhalb so kurzer Zeit auf der ganzen Welt kein zweites Mal gebe. Es mache ihn stolz, dass Tausende zusammenkommen, um anderen unentgeltlich zu helfen und Schaden abzuwenden.

Der stellvertretende Regionalleiter Mathias Karl würdigte ebenfalls die spontane Hilfeleistung. Die THW-Gerätekraftwagen, Teleskop-Lader und Radlader habe man dringend benötigt, um Schaden von Menschen und Gebäuden abzuwenden. THW-Baufachberater hatten die gefährdeten Bauwerke gesichtet und Prioritäten für die Schneeräumung festgelegt. All die genannten Fähigkeiten sowie Helfer, Geräte und Fachausbildung halte das THW immer vor. Doch Großeinsätze gebe es nicht jeden Monat. "Das THW ist dafür geschaffen, einen langen Atem zu haben", so der Tenor. "Über Jahre hinweg kann es sein, dass wir nur lokal und ohne großes Medienecho zum Einsatz kommen. Doch wenn dann die Katastrophe eintritt, sind wir sofort da, das ist unsere Kernkompetenz", erklärte der stellvertretende THW-Regionalleiter. Zum Schluss gab Deyerl bekannt, dass am 30. Mai das Jubiläum "50 Jahre THW" gefeiert wird.

Gerhard Raab, Andreas Eiser, Katharina Bauer und Rainer Wild (mit Urkunde, von links) wurden für ihr Engagement im THW geehrt. Hans Deyerl, Mathias Karl, Karl Holmeier und Bürgermeister Heinz Weigl gratulierten.
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